BEZZECCHI HÄLT DIE MOTOGP-FÜHRUNG NACH UNFALL IN DER TSCHECHISCHEN GP UND FITNESS-UPDATE
21h ago·
Marco Bezzecchi kam zum Tschechischen Grand Prix mit zwei großen Erzählsträngen: Es war sein erstes MotoGP-Rennen in Brünn auf der RS-GP, und zugleich begann für ihn ein neues Kapitel im WM-Rennen. Laut Speedweek meisterte Bezzecchi die legendäre Strecke in Brünn bei seinem Debüt „mehr als respektabel“ – schneller im GP-Rennen war dort nur Marc Marquez. Ein Jahr später hat derselbe Tschechien-Wochenendplatz Bezzecchi erstmals an die Spitze der Gesamtwertung gebracht: Er geht mit einem 20-Punkte-Vorsprung auf seinen Aprilia-Teamkollegen in die nächsten Rennen.
Speedweek berichtet, dass der Vorsprung zwar beträchtlich, aber nicht komfortabel ist. Der Italiener hat 20 Punkte Polster gegenüber dem Teamkollegen Marco Bezzecchi, liegt 42 Punkte vor Fabio Di Giannantonio und hat einen deutlich größeren Abstand – 72 Punkte – zu dem in Brünn dominierenden Referenzpunkt, Marc Marquez. Gleichzeitig wird die Stimmung in der Meisterschaft als angespannt beschrieben, vor allem wegen eines jüngsten Vorfalls mit Martin nach dem Start: Dieser habe Fahrer aus der MotoGP- und Aprilia-Frontgruppe „mitgerissen“ und den Schwung spürbar gestört.
Diese Spannung kam erneut hoch, als Bezzecchi nach dem Crash in Ungarn gefragt wurde. Speedweek schreibt, der Aprilia-Pilot habe eine klare, abgrenzende Haltung eingenommen: „Nach dem Start gab es einen Fehler – mehr als das kann ich dazu nicht sagen. Meine Meinung ist an dieser Stelle nicht entscheidend.“
Ein weiteres großes Thema war Bezzecchios körperlicher Zustand. Zehn Tage nach dem zweiten Ausrutscher seines Teamkollegen hält Speedweek fest, dass Bezzecchi eingeräumt habe, dass die rechte Seite seines Körpers weiterhin Probleme macht. Er sagte: „Die rechte Hälfte meines Körpers macht mir schon jetzt ein paar Probleme. Ich bin mir sicher, dass ich nicht in Top-Form bin, auch weil ein Muskel leicht gezerrt ist. Ich glaube jedoch, dass es auf dem Motorrad kein großes Problem sein sollte. Letzte Woche habe ich auch zu Hause auf dem Bike trainiert. Aber es wird trotzdem das erste Mal wieder mit dem MotoGP-Bike nach dem harten Einschlag.“
Bezzecchi ging außerdem auf die laufende Debatte über ein mögliches Verbot des Launch-Devices ein – einer Technik, die beim Beschleunigen die Front des Motorrads vorlädt. Er forderte keine pauschale Änderung: „Das ist eine mögliche Lösung, aber ich würde es nicht flächendeckend einführen. Wenn überhaupt, sollten wir prüfen, wie sich die aktuellen Bikes ohne das Device verhalten. Aber es könnte Teil einer Verbesserung sein.“
Auf der Eröffnungs-Pressekonferenz in Brünn fasste er die Faszination der Strecke und die Herausforderung des Anpassens zusammen. „Die Strecke ist absolut wunderbar und macht einfach Spaß zu fahren“, sagte er und ergänzte, Brünn sei „das komplette Gegenteil“ von Balaton – das bedeute, dass sowohl Fahrer als auch Bikes sich umstellen müssen.
Zum Schluss hebt Speedweek noch Bezzecchios lockere Seite hervor, als er nach seiner Wunschwahl für den Fußball-WM-Titel gefragt wurde. Er scherzte: „Nicht England auf jeden Fall. Ich hoffe auf Brasilien.“