CRUTCHLOW SOLL WEITER ALS ZARCO-ERSATZFAHRER AUF DER HONDA EINSpringEN, NACH HUNGARY
2h ago·
Johann Zarco bleibt nach seiner schweren Knieverletzung vorerst dem MotoGP-Feld fern. LCR-Honda-Teamchef Lucio Ceccinello sagte SPEEDWEEK.com, dass ein Comeback innerhalb der nächsten drei Monate realistisch nicht absehbar sei – und auch darüber hinaus gebe es derzeit keine konkreten Pläne für den Franzosen. Trotz der Unsicherheit zeigte sich Ceccinello zuversichtlich: „Johann wird in diesem Jahr zu 100 Prozent fit sein und mit voller Motivation zurückkehren.“
Mit Zarco als Ausfall wurde Cal Crutchlow als laufender Ersatz bestätigt. Ceccinello erklärte, dass die Lage auch durch die breitere Verfügbarkeit bei Honda geprägt sei: Andere Werksfahrer seien entweder verletzt oder stünden nicht zur Verfügung – Espargaro sei aktuell verletzt, Nakagami nicht verfügbar. Damit sei Crutchlow die praktische Lösung für die absehbare Zeit. Das Team deutet effektiv darauf hin, dass er die RC213V mindestens bis zur Sommerpause fährt – unter anderem bei Rennen wie Brno, Assen und dem Sachsenring.
Crutchlows jüngster Einsatz war beim Ungarn-Grand-Prix. Er reiste mit seiner Frau und seiner Tochter nach Balaton. Beim zweiten Rennen auf der Honda lieferte der 40-Jährige eine Leistung, die er als weit weg vom „Ruhestandsmodus“ beschrieb, auch wenn er das Wochenende am Ende abschloss. In Training und Qualifying war der Abstand deutlich: In FP1 lag er 3,5 Sekunden hinter dem Session-Benchmark und auch 2,3 Sekunden hinter seinem Honda-Teamkollegen Mir. In Q1 konnte er den Rückstand zunächst auf 0,6 Sekunden verkürzen, bevor weitere Fortschritte folgten – zwei weitere Zehntel in FP2 und nochmals eine halbe Sekunde in Q1.
Den größten Schritt machte Crutchlow jedoch über die Renndistanz. Er sagte, er habe sich nicht auf die Position konzentrieren können, sondern auf seine eigene Entwicklung über das Wochenende und während des Rennens. Er erklärte: „Abgesehen von den ersten Runden, in denen ich wie ein alter Mann um die Strecke gefahren bin – ich glaube, in Runde 1 waren es sieben Sekunden, und in den ersten drei Runden 17 – kann ich zufrieden sein. Ich wusste, dass ich nicht auf die Position schauen kann, sondern auf mich. Und genau dort habe ich mich über das ganze Wochenende verbessert. Meine schnellste Rennrunde war 0,9 Sekunden langsamer als der nächste Honda-Fahrer (Moreira, P6) – und ich habe das Rennen beendet. An diesem Punkt konnte ich nicht mehr verlangen.“
Trotz des Platzes ganz hinten sprach der Veteran auch darüber, wie fordernd das Rennen über die volle Distanz körperlich war: „Physisch war es für mich das härteste Rennen meines Lebens“, sagte er. „Mein letztes GP über die volle Distanz war 2022. Es war so anstrengend auch, weil ich keine Referenzen hatte. Ich war die ganze Zeit allein – und alleine zu fahren ist wirklich schrecklich. Als ‚Diggia‘ vorbeikam. Für einen Moment dachte ich: ‚War ich wirklich bis jetzt so schnell?‘ Aber dann war klar, dass er im Startchaos feststeckte. Er zog sofort weg.“
Obwohl er am Ende landete, musste Crutchlow das Chaos rund um den Start dennoch verarbeiten. Auf die Frage nach dem Multi-Fahrer-Sturz, der durch Jorge Martin ausgelöst wurde, berichtete er: „Ich sah Motorräder fliegen, aber ich habe mich komplett nach innen orientiert, weil es außen noch rutschiger war. Tatsache ist: In diesem Teil der Strecke, in der Startphase, war der Asphalt rutschig.“ Er ergänzte, dass solche Vorfälle schwer vollständig zu vermeiden seien: „Niemand mag Situationen wie diese, aber sie sind einfach nicht komplett vermeidbar. Diese Kurve in Balaton ist dafür gemacht. Und weil Starts heutzutage sehr wichtig sind – es ist wahrscheinlich offensichtlich, dass kein Fahrer beabsichtigt, dabei hinzufallen.“
Insgesamt bleibt Zarcos Genesung zwar vorerst der Grund für seine Abwesenheit, doch Crutchlows Ungarn-GP zeigte klar den Fokus auf Ausdauer und schrittweise Verbesserungen. Das Team bereitet ihn darauf vor, die temporäre Honda-Option mindestens bis im Sommer weiter zu fahren.