APRILIA WILL JORGE MARTIN VON 850-TESTS AUSSCHLIESSEN, NACHDEM ER ZU YAMAHA WECHSELT
2h ago·

Das Verhältnis zwischen Jorge Martin und Aprilia scheint auf einem Tiefpunkt zu stehen, und die Frustration der italienischen Werkstatt könnte schon bald eine ganz praktische Folge haben. Da Martin Aprilia zum Jahresende verlassen wird, um 2027 zu Yamaha zu wechseln, wird Aprilia ihm voraussichtlich keine Gelegenheit geben, ihre 850-ccm-Prototyp-Maschine während der ersten kompletten Testphase für die neue Ära zu fahren.
Die Spannung hat sich über eine Reihe von Vorfällen und vertraglichen Querelen aufgebaut. Letztes Jahr war Martins Aprilia-Situation von einer Vertrags-Saga geprägt, und zuletzt zeigte sich auch bei Rennen interne Reibung. In Barcelona soll Martin Paolo Bonora in der Garage geschubst haben, nachdem es nach einer Kollision mit Raul Fernandez zu dem Zwischenfall gekommen war. Dieses Muster setzte sich auch in Balaton Park fort: Martin stürzte in der ersten Runde an der ersten Kurve und war in einen Mehrfahrer-Zwischenfall verwickelt, an dem auch Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi beteiligt war.
Nach dem Rennen in Balaton Park kritisierte Aprilia-Teamchef Massimo Rivola Martin öffentlich im Fernsehen. Der Sturz kostete das Team wertvolle Punkte in der WM. Nun, während sich der Fahrermarkt für 2027 weiter verschiebt, könnte der Zeitpunkt von Martins Yamaha-Wechsel ihn bei der Vorbereitung auf die neuen 850-ccm-Regelungen kurz halten.
Der Knackpunkt: Der erste Test für die 850-ccm-Bikes ist nach dem Tschechischen Grand Prix angesetzt – am Montag in der Woche nach Brno. Laut dem Journalisten Simon Patterson ist zu erwarten, dass die Teams bei der Nominierung eingeschränkt werden: Es sollen jeweils nur zwei Fahrer pro Team benannt werden dürfen. Nicht jedes Team könnte beide Plätze besetzen, weil es durch Vertragsfragen zu Komplikationen kommen kann.
Pattersons Erwartung ist, dass Aprillias Testprogramm Fahrer umfassen wird, die bereits für die 2027-Pläne des Teams fest eingeplant sind. Er sagte, der Test werde „absolut“ Lorenzo Savadori und Bezzecchi einschließen, wobei Bezzecchi bereits seinen neuen Vertrag unterschrieben hat. In diesem Szenario würde Martin keine Zeit auf der Aprilia-850-ccm-Maschine auf der Strecke bekommen, weil er 2027 nicht damit fahren wird.
Patterson stellte die Situation zwar als eine Art „Strafe“ dar, stellte aber klar, dass es eher ein Timing- und Verpflichtungs-Zufall als eine direkte Reaktion sei. Die Wirkung ist jedoch dieselbe: Martin würde wertvolle Vorbereitungsmöglichkeiten verlieren – weniger Zeit, sich an Yamahas Bike anzupassen, und zudem würde er von Aprilia in einem entscheidenden frühen Testfenster außen vor gelassen.
Der größere Kontext: Die 850-ccm-Prototypen wurden bislang von Testfahrern betreut, doch der Test in Brno soll der erste Einsatz für fest verpflichtete Vollzeitfahrer sein. Da viele Fahrer 2027 die Fabrik wechseln und die Wechsel noch nicht vollständig bestätigt sind, während Hersteller und MotoGP SEG (früher Dorna) über die nächste Concorde-Vereinbarung verhandeln, ist Aprillias Spielraum begrenzt, Martin in den Test einzubeziehen.
Patterson fasste das wahrscheinliche Ergebnis schließlich drastisch zusammen: Bezzecchi würde die Pirellis testen dürfen, Martin nicht. Damit wird deutlich, dass es für Aprilia kaum einen Grund gibt, jemandem Garagenzugang und Testmöglichkeiten zu geben, der „nächstes Jahr effektiv zu Yamaha geht“ und die 2027-Maschine des Teams nicht nutzen wird. So könnte Martins Abschied von Aprilia ihn sowohl die Chance auf den Test des neuen Bikes als auch die dazugehörige Zeit auf der Strecke kosten – und zwar unmittelbar nach Brno.