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GONZALEZ‘ MANAGER STELLT TECH3S „PHÄNOMEN“-SICHT AUF SENNA AGIUS INFRAGE

1d ago·

Da sich das MotoGP-Feld 2027 schnell füllt, rückt der noch freie Platz im KTM-unterstützten Tech3-Team in den Fokus eines spannenden Duells zwischen Manuel Gonzalez und Senna Agius. Offiziell ist zwar noch nichts bestätigt, doch Luca Marini wird allgemein erwartet, den zweiten Tech3-Slot zu übernehmen – damit bleibt nur noch ein Platz offen.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht, wie Tech3 Agius’ Potenzial bewertet. Gonzalez’ Manager Edoardo Rovelli hat sich gegen die Vorstellung gewehrt, Agius sei ein „Phänomen“. Er argumentiert, solche Schlagworte könnten von den praktischen Eigenschaften ablenken, die ein Fahrer liefern muss. Gegenüber GPOne sagte Rovelli, rund um die Zukunft seines Fahrers gebe es inzwischen ein klares Zeitfenster, der Markt sei chaotisch und die meisten Sitze seien bereits vor Saisonbeginn grundsätzlich vergeben gewesen. „Da ist auf jeden Fall viel Eile in der Sache“, so Rovelli, bevor er erklärte, dass Tech3 seine Entscheidung auf ein „Finale“ zwischen Gonzalez und Agius zuspitzt.

Rovelli beschreibt, dass Tech3 Gonzalez offenbar als bewährte, risikoarme Option einstuft, während Agius eher im Hinblick auf „Upside“ diskutiert werde. „Soweit ich das beurteilen kann, ist Tech3 noch unentschlossen; sie wissen, dass Manu auf einem guten Level ist und eine sichere Bank ist. Bei Agius ist dagegen die Idee, dass er zu einem Phänomen werden könnte.“ Seine Kritik richtet sich jedoch gegen die Art, wie dieser Begriff verwendet wird. „Das Problem ist, dass das heutzutage alle so sehen“, sagte er. „Jeder versucht den Fahrer zu finden, der ein Phänomen wird, ohne die echte Professionalität eines Fahrers zu bewerten.“

Um seinen Punkt zu unterstreichen, meinte Rovelli, dass im Grand-Prix-Motorradsport nur ein Fahrer wirklich der „Phänomen“-Beschreibung entspricht. „Es gibt nur einen Fahrer, der ein Phänomen ist, ganz einfach. Jeder will einen Marc Marquez, aber es gibt nur einen Marc Marquez“, sagte er. Rovelli ergänzte, es gebe „noch einen wie Pedro Acosta“, betonte aber, dass nicht jedes herausragende junge Talent dieses Niveau erreicht. Außerdem hob er hervor, dass ein Team auch einen Fahrer braucht, der Ergebnisse zuverlässig liefert: „Wenn du nur nach einem Phänomen suchst, ist es schwer, eines zu finden. Du brauchst auch einen guten Fahrer, der für dich gut performen kann und konstant ist.“

Während Gonzalez in der Moto2 aktuell den Takt vorgibt, ist Agius ebenfalls im Rennen. Gonzalez führt die Moto2-Gesamtwertung zur Halbzeit an, Agius liegt auf Rang drei. Der Druck steigt zusätzlich, weil andere Moto2-Fahrer ihren Schritt bereits gesichert haben: David Alonso und Daniel Holgado wurden bestätigt, in die MotoGP zu wechseln, und auch Pramac’ erwartete Ankündigung von Izan Guevara steht bevor. Da diese Wege damit praktisch geschlossen sind, wird die Tech3-Entscheidung für beide Fahrer umso bedeutender.

Ein separater Bericht des MotoGP-Journalisten Jack Appleyard hat zudem aufgezeigt, dass Agius’ Umfeld Tech3 aktiv nach Klarheit drängt. In dem Motorsport-Republica-Podcast sagte Appleyard, Guenther Steiner habe angedeutet, er wolle einen Rookie – konkrete Namen nannte er zwar nicht, doch das Gespräch habe sich faktisch auf Gonzalez und Agius verengt. Appleyard fügte hinzu, dass Agius in den vergangenen Wochen einen Großteil des Drucks abgefedert habe: Sein Team habe Steiner „fast jedes Wochenende“ kontaktiert, um Updates zu bekommen und „es über die Ziellinie zu bringen“.

Appleyard beschrieb den Kontrast zwischen dem Informationsdrang und dem grundsätzlichen Ansatz des Lagers: „Sie sitzen einfach da und sagen: ‚Wir haben alle Zeit der Welt. Wir nehmen uns Zeit. Wir wollen diese Entscheidung nicht überstürzen. Jeder andere Platz im MotoGP-Feld ist vergeben. Also lassen wir es einfach etwas atmen und geben uns ein paar Runden.‘“ Gleichzeitig deutete er an, dass sich die Chance für einen jungen Fahrer wie Agius schnell ausweiten könnte, falls sie verfügbar wird – allerdings sei Agius dabei ruhig geblieben: „Aber er war entspannt. Er war sehr, sehr gut.“

Während Tech3 seine Optionen abwägt, scheint die Entscheidung nicht nur vom reinen Potenzial abzuhängen. Gonzalez’ Umfeld argumentiert für Professionalität und Konstanz statt Hype, während Agius’ Team weiterhin eine zeitnahe Antwort sucht. Beide Seiten wissen: Da der Fahrer-Markt andernorts weitgehend geklärt ist, könnte diese letzte Öffnung den nächsten Karriereschritt entscheidend prägen.

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