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PEDRO ACOSTA STARTET IN BARCELONA VOM POLE-PLATZ

17 May·

🇬🇧

Pedro Acosta steht vor dem Catalan Grand Prix in Barcelona am Sonntag (nach den Sprint- und Qualifying-Entscheidungen) erneut im Fokus: Der KTM-Pilot startet zum zweiten Mal in seiner MotoGP-Karriere aus der Pole-Position. In der Vergangenheit hatte er diese Chance bereits einmal nicht in einen Sieg ummünzen können – beim Japan-GP 2024 war er damals nach eigenen Aussagen lieber bereit zu stürzen, als zu akzeptieren, dass Ducati überlegen sei. Laut Motorsport.com wirkt Acosta heute deutlich reifer und kann die Pole nun mit mehr Gelassenheit angehen.

Der Weg zur Pole verlief über einen starken Freitag, an dem Acosta die Trainingssitzung anführte. Am Samstag sicherte er sich dann die Startposition mit einem Vorsprung von fast einem Viertelsekundenbetrag. Im Sprint am selben Wochenende fiel er zunächst auf Rang drei zurück. Danach steigerte er sich jedoch wieder, arbeitete sich in der Schlussphase nach vorn und blieb im finalen Abschnitt eng an Alex Marquez dran. Am Ende fehlte ihm im Sprint nur eine Zehntelsekunde auf den Sieg – ein Hinweis darauf, dass Acosta das Tempo über die Distanz abrufen kann, auch wenn er in den ersten Phasen nicht immer die gleiche Durchschlagskraft zeigt.

Für die Grand-Prix-Runde stellt sich damit die zentrale Frage, ob Acosta seine Pole-Position in einen ersten MotoGP-Sieg umwandeln kann. Ein Sieg steht für ihn bislang noch aus, obwohl er bereits einen Sprint-Erfolg verbuchen konnte (Thailand-Opener). Motorsport.com ordnet die Situation auch in den Kontext seiner dritten Saison ein: Nach dem Muster der ersten Saisonabschnitte gebe es nicht viele Zeitfenster, in denen Acosta vor dem Wechsel zu Ducati im kommenden Jahr besonders häufig um den Sieg kämpfen könne.

Barcelona gilt dabei als ein Circuit, der KTM und Acosta entgegenkommen könnte. Motorsport.com verweist auf die „niedrig-grip“-Charakteristik der Strecke und darauf, dass KTM dort bislang sehr gut funktioniert. Acosta selbst begründet seine Zuversicht vor allem mit dem Streckenprofil: Barcelona habe eine lange Gerade, auf der der Motor in der Regel „ganz okay“ sei. Zudem helfe der Grip-Level dabei, weil sich auf Strecken mit viel Haftung die Unterschiede zwischen den Marken oft stärker bemerkbar machen. In Barcelona würden sich die Leistungsniveaus hingegen „annähern“.

Gleichzeitig bleibt ein wichtiger Risikofaktor: die Reifen- und Pace-Entwicklung über die Renndistanz. Nach dem Sprint erklärte Acosta, er hätte seinen Gresini-Teamkollegen Alex Marquez möglicherweise früher attackieren können, habe aber zu stark auf den Zustand des weichen Hinterreifens geachtet. Im Rennen müsse der RC16 über die gesamte Distanz konstant funktionieren, um überhaupt in den Kampf um den Sieg eingreifen zu können. In seinen Aussagen betont er zwar, dass er mit dem Rhythmus und dem Reifenmanagement zufrieden sei, weil er am Ende schnell gewesen sei. Dennoch sieht er Handlungsbedarf in den ersten und mittleren Rennabschnitten: Er habe das Gefühl, dass er in den ersten sechs Runden nicht so viel Performance habe wie die Konkurrenz – er verliere dort etwa „eine Sekunde in sechs Runden“.

Für den Sonntag nennt Motorsport.com außerdem mehrere Rahmenbedingungen, die das Kräfteverhältnis beeinflussen könnten. Erwartet wird, dass die meisten Fahrer auf die Medium-Reifen am Hinterrad wechseln. Das könnte je nach Abstimmung und Reifenfenster die Balance zugunsten anderer Marken oder Fahrer verschieben. Acosta selbst zeigte sich am Samstag zunächst verwundert über seine fehlende Pace in den frühen und mittleren Phasen, nachdem er im Sprint hinter Marquez und Fernandez zurückgefallen war. Seine späte Aufholjagd sei zwar stark gewesen, doch er müsse die Anfangs- und Mittelphase verbessern.

Im Fahrerfeld gibt es zudem personelle und sportliche Besonderheiten. Motorsport.com berichtet, dass Aprilia in dieser Ausgabe besonders schwierig unterwegs sei: Jorge Martin und Marco Bezzecchi starten aus dem Hinterfeld (neuntes bzw. 12. Startposition), nachdem beide in der Qualifikation gestürzt waren. Auch das Ducati-Werksteam ist reduziert: Marc Marquez zieht sich nach einer Operation an beiden Füßen und der Schulter zurück, die er sich nach dem Wochenende zuvor zugezogen hatte. Damit bleiben für Acosta als „zwei Hauptrivalen“ vor allem Alex Marquez (Sprint-Sieger) und Fabio di Giannantonio (VR46) – allerdings sollen laut Bericht auch Raul Fernandez (Trackhouse) sowie die Aprilia-Fahrer nicht unterschätzt werden.

Ein weiterer Faktor ist die Wetter- und Streckenlage. Am Freitag seien die Bedingungen in Barcelona aufgrund niedrigerer Temperaturen als üblich schlecht gewesen, bevor es am Samstag rechtzeitig zur Qualifikation deutlich besser wurde. Da Moto2- und Moto3-Fahrer am Sonntagmorgen zusätzlich Pirelli-Gummi auf die Strecke bringen, könnten sich die Grip-Verhältnisse bis zum Rennen noch verändern.

Acosta fasst seine Chancen am Ende als „Question mark“ zusammen: Er fährt in dieser Saison mit dem gleichen Reifen wie alle anderen, und obwohl er am Samstag schnell gewesen sei, sei unklar, wie sich das im Rennen entwickelt. Damit bleibt der Catalan GP für ihn ein Test, ob die Pole diesmal in einen ersten MotoGP-Triumph übersetzt werden kann – trotz der bekannten Herausforderungen rund um Pace über die Distanz, Reifenmanagement und die mögliche Wirkung des Reifenwechsels.

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