PEDRO ACOSTA: KTM-PROBLEME IN MUGELLO – «WIR WERDEN AM SONNTAG ÜBERLEBEN MÜSSEN!»
30 May·
Das Sprint-Wochenende in Mugello zeigte für KTM eine gespaltene Realität: Pedro Acosta und seine RC16 konnten nicht an das Tempo anknüpfen, das sie beim vorherigen MotoGP-Stopp in Barcelona gezeigt hatten. Vor dem Qualifying hatte Acosta zwar Schwierigkeiten in Italien erwartet, doch KTM überraschte vor allem, wie schnell Enea Bastianini—sein Teamkollege bei der österreichischen Marke—bereits am Freitag war.
Am Freitag war Bastianini der einzige KTM-Fahrer, der direkt in Q2 durchkam, während die anderen drei KTM-Vertreter ihren Samstagmorgen in Q1 verbringen mussten. Acosta räumte ein, dass das Team Mugello als problematisch eingeschätzt hatte: „Wir wussten, dass wir in Mugello Probleme bekommen würden. Was wir nicht erwartet haben, war, dass Enea am Freitag so schnell sein würde.“
Später am Tag verbesserte sich das Bild. Erst in Q2 tauchte die gewohnte KTM-Reihenfolge wieder auf: Acosta qualifizierte sich vor Bastianini und dem lokalen Helden. Von dort machten die Sprint-Ergebnisse deutlich, wie eng das Zeitfenster für die KTM-Piloten war. Ausgehend von Platz 10 verbesserte sich Acosta im Ziel nur um eine Position. Am Samstagabend gelang ihm nie mehr als Rang sieben. Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia dagegen kletterte nach dem ersten Umlauf von Platz 11 auf Platz sieben bei der Zielflagge.
Acosta ordnete seine Entwicklung von Freitag bis Samstag nüchtern ein und beschrieb, wie schnell die Lücke wieder zurückkam: „Am Samstag konnte ich mich auf das Niveau von Eneas hocharbeiten, und auf diesem Niveau sind wir beide dann hängen geblieben.“ Zudem verwies er auf eine breitere Verschiebung im Wettbewerb während des Sprints. Laut Acosta waren die italienischen Rivalen schlicht außer Reichweite: „Vom ersten bis zum achten Platz im Sprint waren alle Fahrer auf italienischen Maschinen. Ducati und Aprilia haben am Samstag einen großen Schritt nach vorn gemacht, und wir sind auf dem Leistungsniveau geblieben, das wir am Freitag hatten.“
Diese Entwicklung war für den Spanier besonders frustrierend, weil er zuletzt das Potenzial der RC16 gesehen hatte. In Barcelona war Acosta im Sprint auf Rang zwei vorgerückt und hatte am Sonntag im Grand Prix führende Runden übernommen. „Wir sind nicht weit hinter Ducati“, sagte er im Kontext von Mugello, „aber wir müssen verstehen, warum unser Bike in Barcelona so gut war und hier in Mugello reicht es nicht.“
Neben dem reinen Tempo sprach Acosta auch von Problemen beim Handling, die beim Herausbeschleunigen aus Kurven auftraten. Er sagte, dass es nicht mit der Reifenwahl zusammenhänge, sondern eher ein Setup-Problem sei: „Das Team wird sich das anschauen müssen. Zuerst dachte ich, es liegt nur an meinem Bike. Aber als ich hinter Enea gefahren bin, habe ich gemerkt, dass es bei ihm auch so ist. Bei diesen Geschwindigkeiten hat das nichts mit den Reifen zu tun. Und wenn man mit 360 km/h auf die Kurve zufährt, ist ein unruhiges Hinterrad kein schönes Gefühl.“
Er versuchte auch Änderungen, um das Gleichgewicht zu verbessern, jedoch ohne Erfolg: „Selbst mit mehr Gewicht vorne hat sich nichts geändert. Es scheint ein tieferes Problem zu sein.“
Da der Grand Prix noch aussteht, fiel Acostas Ausblick entsprechend vorsichtig aus: „Wir müssen irgendwie am Sonntag überleben“, sagte er und fasste damit ein Wochenende zusammen, bei dem sich der KTM-Schwung im Qualifying kurz verbessert hatte, sich aber weder in konstantem Renntempo noch in stabilem Verhalten beim Kurvenausgang übersetzen ließ.