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PEDRO ACOSTA FÜHRT KTM IN DEN FREIEN TRAININGSPRAKTIKEN IN BARCELONA AN, MARTIN GEHT IN Q1

15 May·

🇬🇧

Beim MotoGP-Freitag in Barcelona hat Pedro Acosta (Red Bull KTM Factory Racing) die Trainingsbestzeit in der Praxis (FP) gesetzt, obwohl sich sein Eindruck nach der Session als „bittersweet“ beschreiben ließ. Der 21-Jährige verwies Alex Marquez (Gresini Ducati) um lediglich 0,018 Sekunden auf Platz zwei. Auch Brad Binder (KTM) bestätigte die Stärke der KTM-Werkspiloten mit Rang drei. Für Acosta war das zugleich eine spürbare Formkorrektur nach zuletzt durchwachsenen Ergebnissen: In Jerez hatte er nur Platz zehn erreicht, beim Frankreich-GP war er Fünfter. Seit dem US-GP im März stand er nicht mehr auf dem Podium; zudem rückte Enea Bastianini in den letzten Rennen näher an ihn heran.

Die Session verlief in Barcelona unter typischen Bedingungen mit wenig Grip, zusätzlich verschärft durch niedrige Temperaturen. Das wirkte sich auf mehrere Fahrer aus: Binder stürzte im Training, und auch andere Akteure hatten mit dem Untergrund zu kämpfen. Acosta selbst betonte nach der Bestzeit, dass das Ergebnis nicht vollständig widerspiegele, wie sicher er sich auf dem Motorrad gefühlt habe. „Es gibt noch viele Dinge, die wir im Box-Bereich klären müssen“, sagte er. „Es ist ein bisschen bittersweet, weil wir schnell waren und die Position ganz okay ist, aber ich fühle mich nicht so schnell. Wir müssen am Nachmittag viel arbeiten, um klar zu sein, in welche Richtung wir morgen gehen.“

Ein zentraler Punkt war für Acosta laut eigener Aussage die Abstimmung im elektronischen Bereich. „Es ist eher auf der elektronischen Seite“, erklärte er. „Vom Chassis her funktioniert das Motorrad ganz nett, aber mein normaler Elektronik-Mann ist nicht hier. Er wird Vater. Das macht die Arbeit eher in Schritten. Normalerweise läuft alles flüssiger.“ Gleichzeitig zeigte er sich zufrieden, dass KTM insgesamt in der Rangierung präsent war: „Ich bin froh zu sehen, dass alle KTM hinter mir sind. Viele Fahrer, die normalerweise im Trailer oder hinter der Box sind, kamen heute, um zu helfen.“

Die Zeiten in der Session waren extrem eng: In einem weiteren Bericht wurde hervorgehoben, dass die Top 10 nur durch rund eine Viertelsekunde getrennt waren. Schon früh in der Session setzte Marco Bezzecchi (Aprilia) mit einer ersten Bestmarke auf Soft-Reifen den Ton an. Bezzecchi ging zunächst mit 1:39.062 in Führung, während Fabio di Giannantonio (VR46 Ducati) zunächst Zweiter wurde, rund eine Zehntelsekunde hinter dem Aprilia-Piloten. Alex Marquez war ebenfalls früh stark und holte sich zeitweise Platz drei.

Im Verlauf der Session kam es zu mehreren Positionswechseln. Halbzeit der Session: Ai Ogura (Trackhouse Aprilia) arbeitete sich auf Rang zwei hinter Bezzecchi vor, stürzte jedoch kurz darauf in Turn 2. In der Schlussphase starteten die finalen Soft-Reifen-Läufe: Zunächst brachte Binder Bezzecchi von der Spitze, indem er als Erster eine unter 1:39 liegende Runde fuhr. Wenige Minuten später fand Acosta erneut zwei Zehntel und schnappte sich die Bestzeit. Gleichzeitig stellte Bastianini mit einem Sprung nach vorne eine 1-2-3-Struktur für KTM her.

Am Ende blieb Acosta vorn: 1:38.710. Marquez schloss auf Soft-Reifen mit 1:38.728 auf, Binder wurde mit 1:38.780 Dritter. Dahinter folgten Raul Fernandez (Trackhouse Aprilia) als Vierter (1:38.788) und Johann Zarco (LCR Honda) als Fünfter (1:38.789). Die Top fünf lagen damit innerhalb von 0,079 Sekunden. Fernandez und Zarco trennten sich sogar nur um 0,001 Sekunden. Di Giannantonio und Bezzecchi, die ebenfalls späte Verbesserungen zeigten, wurden schließlich Sechster bzw. Siebter.

Für die Qualifikationsplanung am Samstag war zudem wichtig, wer direkt in Q2 kommt und wer in Q1 muss. Jorge Martin (Aprilia) hatte einen schwierigen Freitag: Er stürzte zweimal und landete am Ende nur auf Platz 17, sieben Zehntel hinter der Spitze. Damit musste er in Q1. Auch Francesco Bagnaia (Ducati) schaffte es nicht direkt in Q2 und wurde nach einer schwierigen Session auf Rang 12 zurückgestuft. Bastianini rutschte durch die letzten Verbesserungen anderer Fahrer ebenfalls in Q1.

Während Acosta seine Chancen in Barcelona eher zurückhaltend einschätzte, verwies er darauf, dass mehrere Fahrer im Kampf um die vorderen Plätze sein könnten. Er ging davon aus, dass Martin sicher Q2 erreichen werde, nannte zudem Raul Fernandez als sehr schnellen Kandidaten und Alex Marquez als Fahrer, der bereits im Vorjahr in Barcelona gewonnen hatte. Gleichzeitig betonte Acosta erneut, dass er sich trotz der Bestzeit nicht so schnell fühle wie in anderen Grand Prix.

Insgesamt zeigte der Freitag in Barcelona ein Bild der engen Leistungsdichte: KTM setzte sich zwar an die Spitze, doch die Konkurrenz aus Ducati, Aprilia und Honda blieb in Schlagdistanz. Die entscheidende Frage für den Rest des Wochenendes wird damit weniger die reine Geschwindigkeit sein, sondern vor allem die Abstimmung – insbesondere im elektronischen Bereich – sowie die Fähigkeit, die Bedingungen mit niedrigem Grip und kühlen Temperaturen besser in ein konsistentes Renntempo zu übersetzen.

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