ACOSTA DOMINIERT FP2, BAGNAIA RUTSCHT IN Q1 NACH HUNGARORING-PROBLEMEN
3d ago·

Der 2026er Ungarn-GP in Balaton Park startete am Freitag mit einem klaren Bild: Marc Marquez setzte sich in FP1 an die Spitze, während Pedro Acosta am Nachmittag in der zweiten Session die Messlatte deutlich höher legte. Für Francesco Bagnaia wurde der Tag dagegen zum Problemfall – und er sucht nun gezielt nach Erklärungen, nachdem er sich die Daten von Marquez angesehen hat.
In FP1 übernahm Marquez früh die Führung und blieb über weite Teile der Session vorne. Der Ducati-Werksfahrer, der nach einer Schulter-OP weiterhin an seiner Belastbarkeit arbeitet, fuhr am Ende die schnellste Runde in 1:38.626. Dahinter folgte Raul Fernandez (Trackhouse Aprilia) mit 0.169 Sekunden Rückstand, Dritter war Pedro Acosta (KTM) (+0.298). Auch wenn Marquez damit die Schlagzeilen dominierte, war der Rest des Feldes eng genug, dass die Positionen noch nicht endgültig wirkten: Marco Bezzecchi kam auf Rang neun, Jorge Martin wurde Zwölfter.
Schon in der frühen Phase gab es zudem einen Zwischenfall: Toprak Razgatlioglu (Pramac Yamaha) touchierte Ai Ogura (Trackhouse Aprilia) zwischen den Kurven 15 und 16. Beide blieben zwar sitzen, aber Ogura verlor dabei ein Stück vom Heck seiner Maschine.
Am Nachmittag drehte sich die Story: Acosta übernahm in der Praxis die Spitze und steigerte sich Schritt für Schritt. Sein Bestwert lag bei 1:36.827 – mehr als vier Zehntel vor dem Rest des Feldes. Fabio Di Giannantonio (VR46 Ducati) wurde Zweiter, Raul Fernandez Dritter. Marquez blieb zwar ebenfalls schnell, landete aber im Vergleich zu Acosta nicht ganz vorne; in den Berichten wird er als Sechster bis Siebter geführt, während Bagnaia deutlich zurückfiel.
Für Bagnaia war der Freitag besonders bitter. Er beendete die Sessions mit Platzierungen weit außerhalb der direkten Q2-Zone – in einem Bericht sogar mit einem Abschluss auf P14 in der Praxis, während sein schnellster Umlauf bei 1:37.986 lag. In der entscheidenden Phase machte sich bei ihm ein wiederkehrendes Problem bemerkbar: Er ortet einen überraschenden Mangel an Traktion am Hinterrad.
Bagnaia erklärte, dass er nach seinem eigenen Eindruck und anhand der Daten auch bei Marquez ein ähnliches Muster gesehen habe. Er sagte sinngemäß, dass beide Ducati-Fahrer offenbar in einer „ähnlichen Situation“ steckten – und das könne sogar ein Vorteil sein, weil man so besser verstehen könne, „wohin man gehen muss“. Er verwies außerdem auf einen entscheidenden Moment auf seiner schnellsten Runde: Ein Fehler in Turn 13 habe ihn laut Einschätzung um mehrere Zehntel gekostet und damit auch die Chance auf einen automatischen Q2-Platz zerstört. Zudem habe er nach diesem Rückschlag in der Praxis „aufgegeben“, wie es Pol Espargaro einschätzte.
Gleichzeitig liefert Bagnaia einen Kontrast: Di Giannantonio zeigte in seinen Daten offenbar deutlich mehr Grip am Hinterrad. Bagnaia kündigte deshalb an, dass er „wenn nötig“ am Samstag den Setup-Ansatz von „Diggia“ kopieren wolle. Er beschrieb sein Problem sehr konkret: Sobald er in einer Kurve Gas schließt und beschleunigen will, „fängt das Hinterrad an, sich selbstständig zu machen“ – ein Zeichen für „ernsthaften“ Gripmangel. Er betonte außerdem, dass er sich die Situation an einem Track mit eigentlich hoher Haftung so nicht erwartet habe.
Auch andere Stimmen ordneten den Freitag ein. Marco Bezzecchi sagte, Acosta habe in der Time-Attack-Phase „einen riesigen Unterschied“ gemacht. Er selbst identifizierte vor allem den dritten Sektor als Schwachstelle und führte das unter anderem auf einen nicht optimalen Setup für das Bremsen zurück.
Während Acosta den Tag dominierte und Marquez in FP1 die Richtung vorgab, bleibt für Bagnaia die zentrale Aufgabe klar: Ducati muss die Ursache für den fehlenden Hinterradgrip schnell finden, damit er in Qualifying 1 nicht erneut in eine schwierige Lage gerät.