Skip to content
64°

REGEN BEENDET BARCELONA-TEST: PEDRO ACOSTA BLEIBT VORNE, JORGE MARTIN STÜRZT

18 May·

Der offizielle MotoGP-Test in Barcelona am Montag nach dem turbulenten Catalunya-GP war zugleich der letzte Saison-Test der 1000-ccm-Ära mit Michelin-Reifen. Der zweite Testtag während der Saison 2026 (nach Jerez) fiel jedoch unter erschwerten Bedingungen: Nach dem ereignisreichen Rennwochenende waren mehrere Spitzenfahrer verletzt bzw. konnten nicht teilnehmen, und am Nachmittag setzte Regen ein, der das Programm für das gesamte Feld praktisch beendete.

Im Umfeld des Tests fehlten zunächst mehrere Stammkräfte. Marc Márquez war nicht dabei, weil er sich von seiner im Le-Mans-Sprint erlittenen Fußverletzung sowie von einer Schulter-Operation erholt. Auch Fabio Di Giannantonio, der im GP am Sonntag den Sieg geholt hatte, musste wegen einer Handverletzung passen. Darüber hinaus war das Test-Handtuch auch für weitere Spitzenpiloten erforderlich: Alex Marquez und Johann Zarco hatten sich bei ihren heftigen Stürzen verletzt. Alex Marquez’ Abflug wurde dabei in Zusammenhang mit einem Kontakt durch das fliegende Vorderrad der Gresini-Ducati gebracht; Zarco hatte ebenfalls Verletzungen erlitten. Damit war der Testtag personell deutlich weniger „voll“ als üblich.

Pedro Acosta (KTM) war zunächst ebenfalls fraglich, erschien dann aber am späten Vormittag auf der Strecke. Acosta bestätigte mit einer Bestzeit von 1:38,767 Minuten seine körperliche Unversehrtheit und blieb bis zum Ende der Vormittagssession an der Spitze. Die Zeit lag eine volle Sekunde unter der besten Rennrunde des Vortags und auf dem Niveau von Acostas Bestmarke aus dem Zeittraining. KTM erwies sich dabei als stärkste Fraktion: Neben Acosta belegten Enea Bastianini (Platz 3) und Maverick Viñales (Platz 4) vordere Positionen.

Das Wetter spielte eine entscheidende Rolle. Zu Beginn der ersten Session um 10 Uhr war es trocken und wolkig, die Lufttemperatur lag knapp über 20 Grad. Nach etwa der ersten Testphase kamen die Teams zwar noch in einen Rhythmus, doch ab 13 Uhr setzte Regen ein. Zwar wurde die Strecke später wieder freigegeben, als der Kurs jedoch abgetrocknet war, hatte die Elite das Fahrerlager bereits verlassen. Entsprechend wurden keine großen Entwicklungs- oder Rekordfahrten gefahren: Für die Hersteller standen vor allem Abstimmungsarbeiten und ein tieferes Verständnis der Abstimmungsmöglichkeiten mit den zuletzt homologierten Spezifikationen im Vordergrund. Laut den Berichten wurden im technischen Ausklang der 1000er-Ära kaum Neuteile oder revolutionäre Updates gesichtet.

Auch Jorge Martin (Aprilia) prägte den Testtag – allerdings nicht im positiven Sinn. Bereits während der Vormittagssession kam es zu einem Sturz in Kurve 7. Martin wurde zunächst ins Medical Centre gebracht, weil sein linker Ellbogen und sein rechtes Bein schmerzten. Die Checks an der Strecke ergaben keine sichtbaren Brüche, dennoch wurde er zur weiteren Untersuchung ins Universitätskrankenhaus Dexeus in Barcelona gebracht. Am Nachmittag folgte dann die Entwarnung: Aprilia Racing teilte mit, dass Jorge Martin keine schweren Verletzungen erlitten habe. Der Weltmeister von 2024 musste damit zwar mit einer schwierigen Barcelona-Bilanz (u. a. mehrere Stürze) die Heimreise antreten, kann aber die nächsten Wochen zur Erholung nutzen.

Marco Bezzecchi (Aprilia) absolvierte derweil einen weitgehend problemlosen Test. Er drehte weitere 40 Runden, blieb ohne Sturz und beendete den Test auf Platz 11. Bezzecchi erklärte, dass es keine großen Neuheiten zu testen gegeben habe, sondern dass das Team bestehende Einstellungen am Motorrad anders kombiniert habe. Er ordnete den Test als „Rennstreckenarbeit“ ein: Die Strecke zähle nicht zu seinen besten, er habe aber im Vergleich zum Vorjahr Fortschritte in bestimmten Bereichen gesehen und versucht, seinen Stil auf dem Motorrad weiter zu mobilisieren.

Die Zeitenliste nach zwei Teststunden bzw. bis zum Zeitpunkt 13 Uhr zeigte ein klares Bild: Acosta führte vor Quartararo (+0,064), Bastianini (+0,117) und Viñales (+0,190). Dahinter folgten Raul Fernandez (+0,240), Ai Ogura (+0,294) sowie Fermin Aldeguer (+0,316). Bemerkenswert war außerdem die Leistung von Honda-Rookie Diogo Moreira: Er war schneller als mehrere etablierte MotoGP-Elite-Piloten und kam am Ende auf Platz 9.

Neben den Topzeiten wurde auch die Belastung durch Stürze und Zwischenfälle sichtbar. Während des GP-Wochenendes waren mehrere Fahrer schwer gestürzt; im Testkontext blieb vor allem Martins Crash in Kurve 7 ein zentrales Thema. Insgesamt war der Barcelona-Test damit geprägt von einer Mischung aus personellen Ausfällen, Wetterunterbrechung und einem eher konservativen Entwicklungsfokus – mit Acosta als schnellstem Mann am trockenen Vormittag und einer klaren KTM-Spitze in der Ergebnisliste.

View sources