ALEX RINS: „ES GIBT NOCH EINIGE PLÄTZE; ICH WARTE AUF EINE ANTWORT“
2 Jun·

Alex Rins hat nach seinem Ausfall beim Italien-GP in Mugello über seine Lage im Hinblick auf die Zukunft im MotoGP-Feld gesprochen. Der sechsfacher Grand-Prix-Sieger befindet sich in der entscheidenden Phase seines Vertragsstatus: Er weiß, dass er seinen Platz im Yamaha-Werksteam nach der Saison 2026 verlieren wird. Für 2027 ist bereits bekannt, dass Ai Ogura die Rolle bei Yamaha Factory Racing übernehmen soll; Ogura wird dort mit Jorge Martin zusammenarbeiten, während Fabio Quartararo zu Honda wechselt. Vor diesem Hintergrund beschreibt Rins die Situation als eine Phase des Abwartens, in der die Optionen für 2027 zunehmend knapper werden.
Rins betonte, dass er trotz der Unsicherheit „ruhig“ sei, aber gleichzeitig „auf Antworten“ warte. Er erklärte, dass es zwar noch „ein paar Plätze“ im MotoGP gebe, er jedoch noch nichts Konkretes in der Hand habe. Gleichzeitig sieht er sich mit dem Problem konfrontiert, dass er in der aktuellen Yamaha-Generation nicht die Voraussetzungen hat, um sein volles Potenzial überzeugend zu zeigen. Er sagte sinngemäß, er habe „kein gutes Bike“, um seine Leistungsfähigkeit in dem Umfang darzustellen, wie er es sich wünschen würde. Diese fehlende Möglichkeit, sich mit einem konkurrenzfähigen Paket zu präsentieren, macht die Suche nach einer Fortsetzung im Premier Class besonders schwierig.
Der Spanier ordnete seine Lage auch persönlich ein: Er sei nicht „entspannt“ im Sinne von sorglos, aber „kalm“, weil er seine Fähigkeiten einschätzt und für den Fall, dass er keine passende Option findet, die Konsequenzen akzeptieren müsse. Er verwies dabei darauf, dass es für ihn nicht „das ganze Leben“ sein müsse, falls ein Wechsel nötig werde. Ob er stattdessen in einer anderen Rennserie antreten würde – etwa im Superbike-Bereich – ließ er offen. Zunächst stehe für ihn jedoch die Frage im Vordergrund, ob er im MotoGP noch eine Möglichkeit findet.
Zum sportlichen Verlauf in Mugello äußerte sich Rins ebenfalls. Beim Rennen war er am Sonntag ausgeschieden, nachdem er „den Front“ verloren hatte. Er erklärte, dass er nach dem Sturz Daten analysiert habe und es ihm in kurzer Zeit schwerfalle, die genaue Ursache zu identifizieren. Laut seinen Angaben habe er im Vergleich zu früheren Runden nichts Grundlegendes verändert: gleiche Bremsdruckwerte, gleiche Linie und gleicher Winkel. Er habe lediglich das Gefühl gehabt, dass er die Kontrolle über das Vorderrad verloren habe.
Rins zeigte sich zudem enttäuscht, das Wochenende mit dem Ausfall zu beenden, obwohl er das Gefühl hatte, dass der Verlauf insgesamt nicht schlecht gewesen sei. Er berichtete, dass er beim Einlenken am Renntag etwas stärker zu kämpfen gehabt habe: Während er am Vortag noch mit einem Abstand von Binder von etwa einer Sekunde mithalten konnte, sei es am Sonntag schwieriger geworden. Als mögliche Erklärung nannte er, dass sich neben den Einstellungen vor allem Reifen und Temperatur verändert hätten – und dass genau diese Faktoren der Grund für die Instabilität gewesen sein könnten.
In der Gesamtschau verbindet Rins seine sportliche Enttäuschung aus Mugello mit einer Phase der beruflichen Unsicherheit: Während Yamaha die Weichen für die Zukunft stellt und die 2027-Planung bereits weitgehend feststeht, bleibt für ihn vorerst nur das Warten auf konkrete Angebote. Er sieht zwar noch Restchancen im MotoGP, wartet aber weiterhin auf Antworten, während die Zeit bis zu den nächsten Entscheidungen knapp wird.