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ANDREA IANNONE LADT CASEY STONER UND VALENTINO ROSSI ZUM BAGGER-RENNEN NACH MUGELLO-SIEG EIN

6d ago·

🇬🇧

Andrea Iannone ist bei seinem Debüt in der Harley-Davidson Bagger World Cup (BWC) in Mugello mit einem Sieg zurück in den Rennzirkus gekommen. In Rennen eins musste sich der 36-Jährige nach einer langen Strafrunde mit dem vierten Platz begnügen, während er in Rennen zwei unmittelbar nachlegte und sich knapp gegen Eric Granado durchsetzte. Mugello ist dabei ein besonderer Ort für Iannone: Dort stand er 2015 einst auf dem MotoGP-Podium für Ducati – nun feierte er seinen ersten BWC-Triumph auf einer anderen Art von Maschine.

Iannone zeigte sich nach dem Erfolg vor allem begeistert von der „Einfachheit“ der 2.152-ccm-Harley-Davidson Road Glide. Im Vergleich zu den hochentwickelten MotoGP-Bikes betonte er, dass es in der Bagger-Klasse weniger elektronische Hilfen gibt: „Wir haben nichts in der Maschine. Keine Elektronik.“ Stattdessen beschrieb er den Charakter der Rennen mit viel Slide, Spin und Wheelies. Für den Italiener ist das Format damit nicht nur eine neue Herausforderung, sondern auch eine Rückkehr zu einem Fahrgefühl, das er als „schönes“ Meisterschaftserlebnis wahrnimmt.

Neben dem sportlichen Ergebnis sorgte Iannone auch mit einem augenzwinkernden Vorschlag für Aufmerksamkeit. Er wandte sich an zwei bekannte Gegner bzw. Rivalen aus der MotoGP-Zeit: Casey Stoner und Valentino Rossi. Stoner gilt als jemand, der die zunehmende Technisierung im MotoGP-Sport kritisch sieht. Iannone griff genau diesen Punkt auf und lud den Australier sowie Rossi zu einem Legends-Rennen ein – ausdrücklich mit dem Argument, dass die Bagger keine Elektronik, keine Winglets und keine ähnlichen Hightech-Elemente hätten. Er stellte sich ein Show-Event vor, das er unter anderem für Phillip Island und auch für Mugello vorschlug, und meinte dabei, es sei „nur seine dumme Idee“, aber „nie sagen nie“.

Der BWC-Start verlief für Iannone nicht komplett reibungslos: Er hatte den Auftakt in Austin verpasst, doch nach dem Mugello-Wochenende richtet er den Blick nun auf das große Ziel. Da noch acht Rennen ausstehen, will er den Rückstand aus dem ersten Event nicht überbewerten, sondern sich auf Gegenwart und Zukunft konzentrieren. Sein Anspruch ist, die erste BWC-Gesamtwertung zu gewinnen.

Iannone sprach zudem über seine emotionale Rückkehr in den Motorsport. Vor Mugello habe er nicht geglaubt, dass er jemals eine Harley-Davidson fahren würde; inzwischen fühle er sich „getauft“ in der Community. „Jetzt bin ich ein offizieller Fahrer der Community“, sagte er sinngemäß.

Seine MotoGP-Laufbahn endete abrupt durch eine Anti-Doping-Sperre, bevor er 2024 in der WorldSBK zurückkehrte. Für 2026 war er zunächst ohne festen Platz. Umso deutlicher machte er, dass das Fahren für ihn weiterhin das Wichtigste ist: Er wolle fahren, weil Motorräder seine größte Leidenschaft seien. Zu seinen besten Erinnerungen zählte er die Zeit als Jüngerer in der Garage, wenn er an seinem Roller gearbeitet habe. Auch im Paddock, auf Reisen und beim Fahren sieht er weiterhin „seinen“ Lebensinhalt: „Das ist mein Leben.“

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