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APRILIA FEIERT MUGELLO-SIEG, DUCATI-REIBUNG IM FOKUS

2 Jun·

🇬🇧

Aprilia’s dominanter Lauf in Mugello hat den Fokus im Jahr 2026 weiter auf das Duell mit Ducati gelenkt – doch das Team aus Noale betont, es wolle keine öffentliche Konfrontation.

Beim Großen Preis von Italien kontrollierte Aprilia das Wochenende von vorn: Marco Bezzecchi holte die Pole, gewann anschließend das Sprint- und am Sonntag auch das Rennen. Damit feierte der Fahrer vor heimischem Publikum seinen ersten Premier-Class-Sieg für sich und das Team. Bezzecchi kam vor Jorge Martin ins Ziel und sorgte damit für ein Aprilia-Doppelergebnis. Pecco Bagnaia war der beste Ducati-Pilot und wurde Dritter. Das Resultat unterstrich, wie weit die RS-GP über die Renndistanz hinweg vorgerückt ist: Bagnaia hatte Bezzecchi zu Beginn kurzzeitig unter Druck gesetzt, nachdem er den Italiener auf der Mugello-Pit-Geraden in Runde drei überholt hatte. Doch am Ende erwiesen sich das Tempo und das Reifenmanagement von Aprilia als entscheidend.

Der Mugello-Sieg wurde zudem mit einer klaren Botschaft gefeiert. Nach Bezzecchis Triumph hielten die Aprilia-Mitarbeiter den Kameras im Fahrerlager Schilder hoch, auf denen der Kurs als „our house“ („unser Haus“) bezeichnet wurde. Mat Oxley sagt, dass Ducati sich darüber geärgert habe. Oxley verwies darauf, dass die Formulierungen „Casa“ und „Nostra“ – auf Italienisch „Unser Haus“ – eine gezielte Provokation gegen einen Hersteller seien, der Mugello seit langem als seine eigene Festung betrachtet. Oxley verwies außerdem auf einen früheren Seitenhieb von Aprilia: ein Sticker am Motorrad, der sich auf eine Debatte über die sogenannten Leg Wings vor der Saison 2026 bezog, die am Ende nicht durchging. In Oxleys Darstellung ließ sich die Leg-Wing-Grafik der RS-GP von Edvard Munchs „Der Schrei“ inspirieren – als Design, das als Tritt gegen Ducati’s aerodynamische Ausrichtung verstanden werden sollte: „Wen juckt’s an den Leg Wings?“

Auch wenn die Feierlichkeiten und die visuellen Hinweise die Erzählung eines persönlichen Rivalitätskampfs befeuerten, wirkt Aprilias Führung bemüht, daraus keinen offenen Schlagabtausch werden zu lassen. Die Journalistin Mela Chercoles berichtete nach Gesprächen mit Teamvertretern, darunter Paolo Bonora und Massimo Rivola, Aprilia wolle Ducati nicht „an die Wand spielen“. Chercoles sagte, Bonora sei „absolut begeistert“ vom Ausgang des Wochenendes gewesen, und das Team sei der Presse gegenüber ruhig aufgetreten – mit Rivola und dem technischen Direktor Fabiano Sterlacchini, die ebenfalls zu Wort kamen. Chercoles betonte jedoch eine klare Botschaft aus diesen Gesprächen: „Sie wollen Ducati nicht an die Wand spielen.“

Chercoles ordnete die Haltung als wettbewerbsorientiert statt konfrontativ ein: Aprilia wolle sich vor allem darauf konzentrieren, das Beste zu geben und den Sieg zu genießen – und lehnt die Idee von „Banter“ aus reiner Lust am Schlagabtausch ab. Er verglich das Ganze mit einer anderen Art von Rivalität als dem bekannten Hin-und-her im Fußball und erklärte: „Das ist eine andere Geschichte.“

Der größere Kontext erklärt, warum die Emotionen hochkochen. Aprilia hat 2026 fünf der ersten sieben Rennen gewonnen, während das Ducati-Werksteam in diesem Zeitraum keinen Sieg verbuchen konnte. Die beiden bisherigen Ducati-Erfolge gingen auf Fabio Di Giannantonio und Alex Marquez zurück. Aprilia führt zudem die Teamwertung mit 150 Punkten Vorsprung an, und das Mugello-Ergebnis vergrößerte den Abstand in der Konstrukteurswertung weiter.

Auch innerhalb des Rennens wurde Aprilias Kontrolle durch den Verlauf des Podiumskampfes untermauert. Ai Ogura, der für Trackhouse fuhr, griff in der Schlussphase noch einmal an und wurde am Ende nur 0,034 Sekunden hinter Bagnaia gestoppt, nachdem er in der letzten Kurve weit geraten war. Bagnaia konnte keinen echten Fight über die Distanz aufrechterhalten – unter anderem wegen des Reifenmanagements im Vergleich zur RS-GP. Sein Rückfall ermöglichte es Aprilia, den Vorsprung gegenüber Ducati weiter zu festigen.

Bezzecchis Sieg veränderte auch das Bild in der Fahrerwertung: Er liegt 17 Punkte vor Martin an der Spitze und hat außerdem einen 39-Punkte-Vorsprung auf Fabio Di Giannantonio von VR46, der als führender Ducati-Pilot auf Platz drei liegt. Während der Schwung bei Aprilia anhält und die Feierlichkeiten Aufmerksamkeit ziehen, lautet die zentrale Botschaft aus dem Lager: Trotz der Sticheleien und der möglichen Irritation, die sie auslösen mögen, bleibt für Aprilia die Priorität weiterhin Leistung – nicht Eskalation.

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