APRILIA-FAHRER SCHLIESSEN MARC MARQUEZ NICHT AUS DEM TITELKAMPF 2026 AUS
15 May·

Marco Bezzecchi und Jorge Martin haben trotz eines deutlichen Rückstands von Marc Marquez in der aktuellen MotoGP-WM betont, dass der siebenfache Weltmeister aus dem Titelkampf 2026 nicht abgeschrieben werden sollte. Anlass für die Diskussion ist die frühe Saisonphase: Nach den ersten fünf Rennen liegt Marquez bereits 71 Punkte hinter dem WM-Spitzenreiter Bezzecchi. Gleichzeitig haben Bezzecchi und Martin durch einen nahezu perfekten Saisonstart einen frühen Vorteil herausgefahren.
Im Gespräch verwiesen beide Aprilia-Fahrer auf Marquez’ Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder auf das höchste Niveau zurückzukehren. Bezzecchi sagte, es sei zu früh, um Marquez aus dem Titelrennen zu nehmen, und verwies dabei auf dessen außergewöhnliche Leistung im Jahr 2025. Dort gewann Marquez die Weltmeisterschaft mit sechs ausstehenden Rennen, nachdem er in der Schlussphase sogar vier Grand Prix verpasst hatte. Laut Bezzecchi endete die Saison dennoch mit einem Vorsprung von 78 Punkten – ein Hinweis darauf, wie stark Marquez trotz widriger Umstände zurückkommen kann.
Martin ergänzte die Argumentation mit einem weiteren Beispiel aus Marquez’ Karriere: Der Spanier habe bereits 2020 nach einer Verletzung, die als karrierebedrohlich galt, den Weg vom Tiefpunkt zurück an die Spitze gefunden. „Wenn jemand zeigt, dass er vom Tiefsten zum Höchsten wieder zurückkommen kann, dann ist es Marc“, sagte Martin. Er hoffe, dass Marquez schnell wieder gesund wird und „sehr bald“ zurückkommt.
Der aktuelle Kontext ist jedoch klar: Marquez wird beim anstehenden Grand Prix von Katalonien fehlen. Laut Bericht hat er sich am vergangenen Sonntag einer doppelten Operation unterziehen müssen. Damit steht sein Start in Barcelona nicht zur Verfügung, und sein Rückkehrzeitpunkt hängt unmittelbar von der Genesung ab. Für das Wochenende in Katalonien sind 37 Punkte im Spiel. Sollte Marquez auch danach noch nicht rechtzeitig zurückkehren, könnte sich der Rückstand in der Gesamtwertung auf über 100 Punkte ausweiten – selbst wenn er beim nächsten Rennen in Italien am 31. Mai wieder dabei sein sollte.
Bezzecchi und Martin betonten zwar die sportliche Möglichkeit eines Comebacks, doch die konkrete Planung bleibt ungewiss. Marquez’ Abwesenheit ist nicht nur eine Frage des Rennkalenders, sondern medizinisch begründet: Der Bericht nennt eine geplante weitere Operation an der rechten Schulter. Hintergrund ist, dass ein 2019 eingesetzter Schraubenimplantat verbogen ist und dadurch begonnen hat, einen radialen Nerv zu berühren, was seine Bewegungen beeinträchtigt. Die Verletzung am Fuß, die Marquez im Sprint in Le Mans erlitten hatte, habe es ihm ermöglicht, die Schulter-OP vorzuziehen, die zuvor nicht öffentlich kommuniziert worden war.
Auch Marquez’ Bruder Alex Marquez stellte klar, dass Gespräche über den Titel derzeit verfrüht sind, solange unklar ist, wann der Ducati-Fahrer tatsächlich zurückkehren kann. „Zuerst müssen wir sehen, wann er zurückkommt“, sagte Alex Marquez. Er verwies darauf, dass niemand im Voraus sicher sagen könne, ob Marquez ein Rennen, zwei, drei oder sogar vier Rennen verpassen werde. Entsprechend sei es „zu früh“, um über verbleibende Optionen im Titelkampf zu sprechen. Für Alex Marquez steht aktuell nicht die WM im Vordergrund, sondern die vollständige Genesung.
Während Marquez in der aktuellen Saison hinterherläuft, zeigt der Bericht zugleich, dass Ducati intern nicht nur mit Sorge, sondern auch mit Erwartung auf seine Rückkehr blickt. Gleichzeitig wird Marquez’ Leistungsfähigkeit im Vergleich innerhalb des Ducati-Lagers thematisiert: Er habe Schwierigkeiten, das Tempo von Fabio di Giannantonio zu erreichen, der als VR46-Fahrer in der Saison ebenfalls stark unterwegs ist.
Insgesamt zeichnen die Aussagen der Aprilia-Piloten ein Bild, in dem der Titelkampf 2026 zwar derzeit von Bezzecchi und Martin angeführt wird, Marquez aber aufgrund seiner nachweislichen Comeback-Fähigkeit weiterhin als realistische Option gilt. Der entscheidende Faktor bleibt jedoch die medizinische Entwicklung: Wie schnell Marquez wieder einsatzfähig wird und wie viele Rennen er dadurch verpasst, wird darüber entscheiden, ob sein Rückstand sportlich noch aufzuholen ist – oder ob die frühe Lücke zu groß wird.