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BAGNAIA: ZARCO HABE BEIM KATALONIEN-CRASH NICHTS FALSCH GEMACHT

20 May·

🇬🇧

Beim MotoGP-Rennen in Catalunya entwickelte sich der Renntag für Ducati Lenovo-Pilot Pecco Bagnaia zu einem intensiven und von Unterbrechungen geprägten Ereignis: schwere Stürze, eine zweite Startphase und anschließende Strafentscheidungen bestimmten den Ausgang. Am Ende stand für Bagnaia der erste Podiumsplatz der Saison – allerdings nicht in der Form, wie er es sich selbst gewünscht hatte.

Zu Beginn des Rennens kam es bereits früh zu einem großen Zwischenfall: Alex Marquez stürzte heftig während des ersten Starts. Nach der ersten Rennunterbrechung folgte die zweite Startphase. Dabei wurde Bagnaia direkt in den nächsten Zwischenfall verwickelt. Beim Neustart kam es an der ersten Kurve zu einem Kontakt zwischen Johann Zarco und Bagnaia – Zarco stürzte dabei zudem zusammen mit Luca Marini. In der Folge rutschten alle drei Fahrer durch den Kiesbereich.

Zarcos linkes Bein geriet dabei in das Hinterrad von Bagnaia’s Ducati. Bagnaia und Marini eilten sofort zur Hilfe, bevor medizinisches Personal eintraf. Bagnaia beschrieb später, dass der Aufprall für ihn sehr heftig gewesen sei und er zunächst nicht realisiert habe, dass jemand am Motorrad „angehängt“ war. Erst als er Zarco im Kiesbereich sah und dessen Schmerzen erkannte, wurde die Situation für ihn besonders kritisch.

Bagnaia musste anschließend mit den Folgen des eigenen Sturzes und der intensiven Ereignisse weiterfahren. Für den dritten und finalen Start ging er auf einem Ersatzmotorrad an den Start. Dabei nutzte er gebrauchte Reifen und ging mit Einschränkungen in die Schlussphase: Er berichtete, dass er sich körperlich in Schmerzen und „ein bisschen krank“ fühlte. Er erklärte zudem, dass er mit der Kombination aus einem nicht über das ganze Wochenende eingesetzten Motorrad, einem gebrauchten Vorderrad aus dem Qualifying und einem vorgewärmten Medium-Hinterreifen nicht mit einem starken Ergebnis gerechnet habe. Dennoch gelang ihm ein guter Start, bevor er nach etwa drei Runden zunehmend Schmerzen verspürte und beim Bremsen Schwindel bemerkte. In der Schlussphase habe er sich darauf konzentriert, bis zum letzten Umlauf „zu überleben“.

Im Ziel wurde Bagnaia zunächst Vierter, mit einem Rückstand von 4,3 Sekunden auf den Sieger Fabio di Giannantonio. Später kam es jedoch zu einer nachträglichen Entscheidung: Joan Mir wurde wegen zu niedrigen Reifendrucks unter die Fahrer gereiht, wodurch Bagnaia auf den dritten Platz aufrückte. Bagnaia zeigte sich zwar zufrieden, den Podiumsplatz im Hinblick auf die Meisterschaft zu erreichen, betonte aber, dass es „nicht so“ gewesen sei, wie er es sich gewünscht und wie er es verdient habe. Er verwies stattdessen auf das Team, das konsequent arbeite und die Ergebnisse erarbeiten wolle.

Auch die Situation um Zarco blieb zentral. Bagnaia äußerte sich dazu, dass er Zarco nicht als Verursacher im Sinne eines Fehlverhaltens sehe. In einem weiteren Kontext erklärte er, dass Zarco in der zweiten Startphase zwar früher zu bremsen schien, aber nicht in der Lage gewesen sei, das Motorrad rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Bagnaia sprach dabei von etwas „Seltsamem“ an Zarcos Maschine und davon, dass der Kontakt für ihn einen großen mentalen und körperlichen Eindruck hinterlassen habe.

Zarco selbst äußerte sich ebenfalls: Er sagte, er sei „von Marini eingesogen“ worden und habe es deshalb nicht geschafft, rechtzeitig zu stoppen, um den Kontakt zu vermeiden. Gleichzeitig wurde Zarco von den Stewards unter Untersuchung gestellt wegen „Handlungen, die eine gefährliche Situation erzeugen und/oder einen Crash verursachen“. Die Anhörung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, bis der Fahrer verfügbar ist. In der Bewertung von ersten-Kurven-Vorfällen spielt laut Bericht häufig der relative Bremszeitpunkt eine entscheidende Rolle.

Medizinisch wurde Zarco nach dem Sturz mit Schäden an den Kreuzbändern (vorderes und hinteres) sowie einem „kleinen Fibula-Tear“ im Bereich des Knöchels diagnostiziert. Er wird demnach eine Operation benötigen.

Neben Zarco und Bagnaia war auch Alex Marquez betroffen: Er sollte am Montag nach einem Eingriff zur Stabilisierung eines Schlüsselbeinbruchs das Krankenhaus verlassen. Zusätzlich wurde bei ihm eine „marginale“ Fraktur am C7-Wirbel genannt.

Damit endete der Catalunya-Grand-Prix für Bagnaia zwar mit dem ersten Podium der Saison, doch der Renntag blieb geprägt von schweren Stürzen, medizinischen Themen und einer Entscheidung, die erst nach dem Rennen den endgültigen Platz festlegte.

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