FRANCESCO BAGNAIA FÜRCHTET HANDGELENKSPROBLEME NACH ZARCO-STURZ
19 May·

Francesco Bagnaia hat nach dem schweren Sturz in Barcelona erneut medizinische Abklärungen angekündigt. Der Ducati-Werkspilot berichtete, dass sein linkes Handgelenk nach dem Vorfall am Sonntag nicht vollständig auskuriert sei und er es zeitnah erneut untersuchen lassen wolle. Hintergrund ist ein Crash im Rahmen des Catalan Grand Prix, bei dem Johann Zarco und Luca Marini in die Situation verwickelt waren.
Bagnaia hatte bereits am Sonntag nach dem Unfall ein Röntgen seines linken Handgelenks erhalten. Obwohl er den Neustart nach dem Sturz zunächst bestreiten konnte, schilderte er im Anschluss, dass der Aufprall insgesamt deutlich zu spüren gewesen sei. In den Tagen danach blieb neben Beschwerden im Nackenbereich auch das Handgelenk ein Thema. Für den In-Season-Test am Montag in Barcelona, der durch Regen verkürzt wurde, musste Bagnaia nach eigenen Angaben mit Schmerzen und Einschränkungen zurechtkommen. Er absolvierte lediglich 23 Runden, lag damit in der Gesamtwertung am Ende auf Rang 10 und blieb laut Bericht etwa eine halbe Sekunde hinter der Spitze zurück.
Der Test wurde durch Regen abgebrochen. Bagnaia selbst erklärte, dass er nach dem Unfall nicht nur körperlich eingeschränkt gewesen sei, sondern dass er sich auch nach dem Test nicht wie üblich zu Medienfragen gemeldet habe. Stattdessen habe er sich auf Erholung und Regeneration konzentriert, nachdem er vier Tage am Stück auf der Strecke gewesen war.
In einem Statement gegenüber Sky Italia kündigte Bagnaia an, nach der Rückkehr nach Italien am Dienstag weitere Untersuchungen durchführen zu lassen. Er sagte, er habe das Gefühl, dass „etwas nicht ganz richtig“ sei, und wolle das Handgelenk deshalb erneut prüfen lassen. Gleichzeitig betonte er, dass er physiotherapeutische Maßnahmen intensivieren werde und beim Training vorsichtig sein müsse. Er wolle „nicht übertreiben“, weil dies die Situation verschlimmern könnte.
Neben dem Handgelenk stand bereits unmittelbar nach dem Catalan Grand Prix der Nacken im Fokus. Bagnaia hatte nach dem Rennen erklärt, dass er nach dem Crash zunächst keine Verletzungen festgestellt bekommen habe, die ihn sofort hätten stoppen müssen. Die Scans nach dem Rennen seien demnach unauffällig gewesen. Dennoch habe er während des Rennens Schwindel verspürt. Er beschrieb, dass der Aufprall „sehr intensiv“ gewesen sei und er nach dem Wechsel auf das zweite Motorrad zunächst gut gestartet sei. Nach etwa drei Runden habe sich der Schwindel jedoch verstärkt, insbesondere beim Bremsen. Er stellte dabei die eigene Einsatzfähigkeit infrage, betonte aber zugleich, dass er keine größeren Probleme verursacht habe und das Rennen bis zur letzten Runde durchgestanden habe.
Bagnaia führte den Schwindel auf Probleme im Bereich der Halswirbelsäule zurück. Er sagte, der Nacken sei stark betroffen gewesen, die Muskulatur sei „kontrahiert“ und genau dadurch fühle er sich benommen. Auch wenn das Handgelenk nach dem ersten Röntgen „in Ordnung“ gewesen sei, blieb die Beschwerdelage insgesamt offenbar nicht stabil genug, um ohne weitere Kontrollen auszukommen.
Der Crash selbst hatte den Catalan Grand Prix in eine unruhige Phase geführt. Zarco kollidierte im Zuge des Neustarts mit Bagnaia und Marini, wodurch beide Fahrer in den Kiesbereich gerieten. Bagnaia war nach dem Unfall zwar in der Lage, weiterzufahren, musste aber später aufgrund der Beschwerden langsamer werden. Zarco wurde seinerseits für Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht, nachdem bei ihm Verletzungen am Knie und am Knöchel diagnostiziert worden waren.
Für Bagnaia ist der nächste Schritt nun die medizinische Nachkontrolle in Italien. Sein Heimrennen in Mugello steht am 31. Mai an. Er erklärte, dass Mugello zu den anspruchsvolleren Strecken im Kalender gehöre und dass er dort zu 100 Prozent einsatzfähig sein müsse. Damit wird die Frage, wie schnell sich Handgelenk und Nacken stabilisieren, zu einem entscheidenden Faktor für seine Vorbereitung auf das Rennen in der Toskana.