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BARCELONA-GP: ZARCO BEREUT NEUSTART NACH HORROR-CRASH

19 May·

Der Große Preis von Katalonien in Barcelona bot eine Mischung aus vielversprechendem Tempo und chaotischen, umstrittenen Ausgängen – und ließ Fahrer, Teams und Fans 48 Stunden nach dem sechsten MotoGP-Rennen der Saison 2026 mit mehr Frust als Zufriedenheit zurück.

Schon zu Beginn wirkte Pedro Acosta auf dem Weg zu einem Durchbruch: Von der Pole-Position aus war der KTM-Pilot der schnellste Mann auf der Strecke und führte das Rennen zunächst an – im Einklang mit dem Schwung, den er bereits im Sprint gezeigt hatte. Doch die Stimmung im KTM-Lager kippte rasch, als sich das Rennen in mehrere Zwischenfälle und Unterbrechungen auflöste.

Ein entscheidender Wendepunkt war der heftige Sturz von Alex Marquez in Runde 12, als er Acosta mit voller Wucht traf. Laut dem Speedweek-Bericht handelte es sich um eine Kollision bei Höchstgeschwindigkeit; Marquez zog sich schwere Verletzungen zu und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Crash wurde zudem mit einem technischen Problem an Acostas KTM in Verbindung gebracht, das zur Instabilität des führenden Fahrers beigetragen habe. Johann Zarco, Teamkollege von Marquez in der Erzählung des Tages, blickte später darauf, wie ihn das Chaos persönlich getroffen habe.

Acostas eigenes Rennen endete abrupt wegen technischer Probleme. Der Bericht besagt, dass die RC16 in Runde 11 abschaltete und ihn damit in den ersten Rennstopp zwang. Trotz der dramatischen Umstände blieb Acosta fokussiert: Er führte nach dem zweiten Start und erneut nach dem dritten, fuhr ein fehlerfreies Rennen und wurde dann in der letzten Kurve überrascht. Speedweek erklärt, dass es in der Szene in der letzten Kurve zum Sturz kam: Acosta ging nach Ai Ogura zu Boden, der – um den Vorteil auf abgenutzten Reifen auszuspielen – übergriff und die Nummer 37 weit hinausschob.

KTM-Rennchef Pit Beirer fasste die emotionale Achterbahnfahrt des Wochenendes von der Dominanz bis zur leeren Hand zusammen: „Das muss man erst mal managen – fast ein MotoGP-Wochenende zu dominieren und dann mit leeren Händen dazustehen. Das tut wirklich weh.“ Beirer ergänzte, Barcelona sei ein weiterer Schritt nach vorn gewesen, weil Acosta „einen perfekten Job“ abgeliefert habe, doch ein Sieg lasse sich nicht planen. Er versprach, weiter härter zu arbeiten: „Wir werden weiter machen und dafür noch härter arbeiten.“

Der zweite große Horror-Moment des Tages betraf Zarco. Nach dem ersten Crash, an dem Alex Marquez beteiligt war, schilderte Zarco, dass er mit starken Schmerzen zurück ins Grid gefahren sei. Er sagte, als er wieder rausgegangen sei, „war ich nicht mehr ganz da“, weil ihn die Bilder von Marquez’ Sturz und der Aufprall an seinem linken Fuß aus dem Konzept gebracht hätten. Zarco erklärte L’Équipe, dass er nach dem ersten Stint Stiefel und Helm ausgezogen habe und festgestellt habe, dass sein Fuß bereits „lilafarben“ geworden sei; mit Eis habe er die Schmerzen reduzieren lassen. Er gab zu, dass er sich hätte zurückziehen sollen.

Als das Rennen wieder gestartet wurde, lief Zarcos zweiter Versuch schlecht. In Kurve eins geriet er in einen Mehrfahrer-Crash, in den auch Pecco Bagnaia und Luca Marini verwickelt waren. Speedweek berichtet, Zarco sei im Windschatten mitgerissen worden und habe nicht rechtzeitig bremsen können, um Marini auszuweichen. Der Unfall ließ Zarcos Bein zwischen dem Heck von Bagnaia’s Ducati eingeklemmt, und er beschrieb die Situation eindrücklich: Er sagte, er sei „mit Bagnaia’s Bike umgekippt“ und sein linkes Bein sei zwischen Rad, Sitz und Auspuff eingeklemmt geblieben. Er berichtete, im Kies festgesteckt zu haben, vor Schmerzen geschrien zu haben und beobachtet zu haben, wie Menschen zögerten, ihn anzufassen, aus Angst, die Verletzungen zu verschlimmern. „Also habe ich an meinem Bein gezogen, und dann haben sie mir geholfen“, sagte er. Er ergänzte, sein Anzug sei aufgeschnitten worden, er habe eine Infusion erhalten und die Erfahrung sei „wirklich beängstigend“ gewesen.

Die medizinische Nachverfolgung im Bericht zeigte, dass Zarco Verletzungen davongetragen hatte, darunter Schäden an den vorderen und hinteren Kreuzbändern sowie eine Verletzung am inneren Meniskus, plus ein kleiner Riss im Bereich der Wade. Die LCR-Honda-Stellungnahme, die Speedweek zitiert, besagt, er werde voraussichtlich mehrere Wochen warten müssen, bevor er an den Bandverletzungen operiert wird – damit Zeit bleibt, bis die anfänglichen Traumata und weitere Knieverletzungen abheilen. Nach einem Eingriff würde ein detaillierter Rehabilitationsplan bestimmen, wann eine mögliche Rückkehr realistisch ist.

Neben den Stürzen war der Katalonien-GP auch von prozeduralen Kontroversen geprägt. Speedweek weist darauf hin, dass eine weitere umstrittene Anwendung der Regel zu Reifendruck-Luftdruckwerten zu einer Korrektur des Ergebnisses geführt habe und dass die finale Klassifizierung stark von Strafen beeinflusst worden sei. Fabio Di Giannantonio erhielt trotz seines Siegs auf der Strecke fünf Strafen wegen der Reifendruckmessungen; hinzu kamen 16 Sekunden für mehrere Fahrer, darunter Miller, Rins, Razgatlioglu, Fernandez und Mir.

Im Fahrerlager beschreibt der Bericht offene Kritik an den Abläufen beim Rennneustart. Bagnaia habe in den Medien über fehlende Fahrkompetenz gesprochen, während Acosta den dritten Rennstart offen kritisierte. Die Stimmung wurde insgesamt als „Frust statt Freude“ zusammengefasst: Fahrer und Teams hätten Mühe gehabt, einen Tag zu verarbeiten, der von wiederholten Unterbrechungen geprägt war, komplexe Sicherheitsfragen aufwarf und sich in einer Daten- und Reifendruck-Debatte verhedderte, die schwer zu erklären gewesen sei.

Trotz des Chaos hebt Speedweek hervor, dass KTM und seine Partner dennoch Positives fanden: Der Bericht sagt, KTM-CEO Gottfried Neumeister sowie das Tech3-Management (Günther Steiner und Nico Goyon) hätten nach Samstag eine weitere Zusammenarbeit bestätigt. Zudem habe Acosta am Testtag erneut das Tempo gesetzt, mit Enea Bastianini auf Rang zwei und Maverick Viñales auf Rang drei.

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