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ENEA BASTIANINI (3.) SIEHT TOP-SPEED NICHT ALS PROBLEM BEI DER RC16

29 May·

Enea Bastianini hat beim MotoGP-Zeittraining in Mugello den dritten Platz erreicht und sich damit direkt für Q2 qualifiziert. Der Italiener war dabei der einzige Pilot auf einer KTM und stellte damit am Freitag einen deutlichen Leistungsabstand zu den übrigen RC16-Fahrern unter Beweis. In der Folge kündigte Markenkollege Pedro Acosta an, die Daten von Bastianini genauer zu studieren, weil es auf Strecken mit flüssigerer Linienführung offenbar Vorteile gebe.

Bastianini selbst verwies darauf, dass er sein Arbeitsgerät inzwischen besser versteht. Nach dem Barcelona-Wochenende hatte er bei Testfahrten am Montag Änderungen ausprobiert, die ihm geholfen hätten; er hofft, dass sich der Effekt auch in Mugello wiederholt. Für den 28-Jährigen spielt zudem der Heimvorteil eine Rolle: „Ich liebe Mugello!“. Gleichzeitig benannte er aber eine konkrete Schwäche der RC16 auf dem Kurs in der Toskana: die Traktion. Im Saisonverlauf hätten sich die Kräfteverhältnisse verschoben, und wie schnell die KTM auf den Geraden wirklich ist, hänge auch stark vom Grip ab.

Laut Bastianini ist die hohe Endgeschwindigkeit zwar „keines unserer Probleme“. Entscheidend sei jedoch, wie schnell die Fahrer die Top-Speed aus langsameren Kurven heraus aufbauen können. In Barcelona sei die KTM beim Top-Speed-Wert konkurrenzfähig gewesen, weil der Grip für alle ähnlich schlecht gewesen sei. In Mugello biete die Strecke mehr Haftung, was sich auf die Beschleunigung weniger positiv auswirke. Die Konkurrenz könne die Reifenhaftung möglicherweise besser nutzen und dadurch ihre Motorkraft effektiver auf den Boden bringen. Bastianini betonte dabei, dass die KTM in den Gängen vier bis sechs besonders viel Power habe.

Als Ansatz für weitere Verbesserungen nannte er ein mögliches Feintuning: Wenn man am Kurvenausgang „noch eine Kleinigkeit“ zulegen könne, könne die RC16 auf allen Strecken „bei der Musik“ sein. Bis zum Sprintrennen will Bastianini das Traktionsproblem angehen, wobei er hofft, von weit vorne zu starten, um die Situation besser kontrollieren zu können. In schnellen Kurven gerate sein Hinterrad etwas ins Schwimmen, zudem fehle ihm Grip am Vorderrad. Diese Effekte seien wahrscheinlicher, wenn die Reifen abbauen oder wenn er hinter mehreren Fahrern fahren müsse; allein unterwegs sei es weniger akut.

Bastianini ordnete die Ursachen auch in den Bereich Aerodynamik ein: Der Abtrieb sei eines der Problemfelder, für Mugello habe das Team zwar etwas verändert, aber nur „Kleinigkeiten“. Größter KTM-Vorteil sei dagegen die Anbremsphase. Besonders am Ende der Zielgeraden in Mugello wolle er diese Stärke ausspielen: „Wir sind auf der Bremse wirklich stark, das ist unsere größte Stärke und ich will unsere Stärken ausspielen.“

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