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BEZZECCHI IM MUGELLO-WARM-UP SCHNELLSTER, MARC MARQUEZ DRITTER

31 May·

Das Warm-up am Sonntagmorgen in Mugello setzte ein weiteres starkes Zeichen für Aprilia: Marco Bezzecchi fuhr die schnellste Zeit vor dem Grand Prix. Die Session dauerte über zehn Minuten bei sonnigen Bedingungen (22 °C Luft, 31 °C auf der Strecke) und brachte zudem eine auffällige frühe Änderung für den VR46-Piloten Fabio Di Giannantonio: Er wurde kurz nach seinem Einstieg ins Geschehen gerufen, um das Motorrad zu wechseln.

Bezzecchis Tempo setzte einen Trend fort, der sich bereits über das gesamte Wochenende abgezeichnet hatte. Auch in der Qualifikation hatte Aprilia die Nase vorn: Bezzecchi führte das Feld an, während Raul Fernandez und Teamkollege Jorge Martin die erste Startreihe komplettierten. Im Sprint holte sich Fernandez den Sieg, nachdem Bezzecchi einen schlechten Start erwischt hatte – ein weiterer Hinweis auf die Wettbewerbsfähigkeit von Aprilia.

Das Warm-up begann zunächst mit einer kurzen Ducati-Führung: Francesco „Pecco“ Bagnaia setzte die erste Bestmarke für die Werks-Ducati (1:45.991). Pedro Acosta (KTM) lag rund eine halbe Sekunde dahinter, gefolgt von Alex Rins (Yamaha) und Brad Binder (KTM). Auf den hinteren Plätzen zeigte sich außerdem, dass Ersatzfahrer im Einsatz waren: Michele Pirro – als Ersatz für Alex Marquez auf der Gresini-Ducati – lag im Klassement weiter hinten, ebenso Cal Crutchlow, der Johann Zarco auf der Werks-Honda ersetzte.

Im Verlauf der Session schob sich Bezzecchi an die Spitze und verbesserte Bagnaia’s Zeit um etwa vier Zehntel. Marc Marquez wurde anschließend zum nächsten ernsthaften Herausforderer und lag am Ende nur eine Hundertstelsekunde hinter Bezzecchi. Marquez’ Auftauchen hatte dabei zusätzliches Gewicht: Er feierte in diesem Wochenende sein Comeback nach seiner Verletzung aus Le Mans.

Als die letzten Minuten näher rückten, übernahm Fermin Aldeguer (auf der Gresini-Ducati) kurzzeitig die Führung – in der Minute vor der Zielflagge. Di Giannantonio mischte ebenfalls vorne mit: Er arbeitete sich auf Platz sechs vor, mit einem Rückstand von etwa einer halben Sekunde, während Bezzecchi die erste Position wieder zurückholte.

Mit Ablauf der Warm-up-Uhr wurden die Abstände enger, wie erwartet. Bezzecchi beendete die Session als Schnellster (1:45.374). Aldeguer, Marquez, Bagnaia und Acosta komplettierten die Top fünf. Das Gesamtbild wurde als abwechslungsreich beschrieben: Aprilia lag früh vorne, danach waren Ducati, KTM und Honda ebenfalls in der vorderen Gruppe vertreten. Joan Mir wurde Sechster. Der schnellste Yamaha-Pilot war Alex Rins, der seine Werksmaschine am Vormittag auf Platz neun platziert hatte – zwischen Jorge Martin und Diogo Moreira. Fernandez, der den Sprint gewann, wurde im Warm-up 14., nur knapp vor seinem Trackhouse-Teamkollegen Ai Ogura.

Neben den Rundenzeiten brachte Mugello auch eine bewegende Hommage an Alex Zanardi. Bezzecchi trug einen speziellen Helm zu Ehren des verstorbenen italienischen Motorsport-Idols, der am 1. Mai 2026 im Alter von 59 Jahren starb. Zanardis Geschichte – von der Formel 1 über Erfolge in der IndyCar-Serie, den schweren Unfall beim Lausitzring 2001 bis hin zu seiner Rückkehr in den Motorsport und zum Handradfahren – wurde als Grund hervorgehoben, warum die Ehrung weit über nur eine Disziplin hinaus berührt.

Der Helm wurde laut Berichten als eine genaue Replik des Designs beschrieben, das Zanardi 1996 trug, als er in Laguna Seca berühmt den Bryan Herta im „Corkscrew“ überholte. Bezzecchi erklärte die Bedeutung der Hommage in Worten, die Sky Italia weitergab: „Für uns war er eine unglaubliche Person… nicht nur wegen des Sports, sondern auch wegen der Werte des Lebens. Tausend Dank!“ Außerdem verwies er auf das Pinien-/Ananas-Motiv am Helm – eine Anspielung auf einen Spitznamen, den Zanardi von einem Teamkollegen erhalten hatte, weil er „spitze“ Fragen zum Auto gestellt habe.

Der Helm hatte sich bereits in der Qualifikation als „Glücksbringer“ erwiesen: Bezzecchi sicherte sich die Pole mit 1:43.921 – der einzige Umlauf in den 1:43ern. Nach einem schlechten Start im Sprint am Samstag, der ihn auf Rang vier zurückwarf, hat der Italiener nun erneut die Chance vor heimischem Publikum, die Pole zu verteidigen und sie in einen Sieg umzumünzen – umrahmt von der Erinnerung an Zanardi, die als Hintergrund dient.

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