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MUGELLO FP2: DI GIANNANTONIO BESTE ZEIT, APRILIA MIT TOP-SPEED-REKORD VON MARTIN

30 May·

Das MotoGP-Wochenende in Mugello ist in seine entscheidende Phase eingetreten – mit einer klaren Botschaft aus den frühen Sessions: Die Pace von Aprilia war nicht nur da, sondern rekordverdächtig. Und sie kam genau dann, als Ducati am stärksten wirkte.

Am Freitag, kurz vor dem Qualifying, verbesserten sich die Bedingungen nach einem Tag, der mit nasser Strecke begonnen hatte. Mit dem italienischen Sommer rund um die Strecke rückte schnell VR46-Pilot Fabio Di Giannantonio in den Fokus. Er hatte zwar mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, stellte sich aber dennoch als ernstzunehmender Kandidat für den Sprint am Samstag auf. In FP2 lag Di Giannantonio nach seiner ersten gezeiten Runde zunächst auf Rang sechs – hinter Pecco Bagnaia, Marco Bezzecchi, Raul Fernandez sowie dem überraschenden Pace-Setter Enea Bastianini und Alex Rins.

Dann kippte die Geschwindigkeitsszene dramatisch. Jorge Martin, der im Werksteam Aprilia fährt, setzte einen MotoGP-Top-Speed-Benchmark: 368,6 km/h durch die Zeitmessung – ein Allzeit-Höchstwert für ein GP-Motorrad. Der Spanier untermauerte das mit einer starken Verbesserung und schob sich in der Session auf Platz vier.

Im Verlauf von FP2 reagierte Di Giannantonio und holte sich die Spitze zurück: 1:45.641 – fast drei Zehntel schneller als Bagnaia. Bezzecchis dritter Platz unterstrich zudem, dass die Pace des Meisterschaftsführers auf Rennreifen ein Faktor sein würde. Zur Halbzeit der Session – beschrieben als eine Art Mini-Rennsimulation – waren bereits drei Aprilia-Piloten in den Top 10: Bezzecchi, Martin und Fernandez.

Nicht alles verlief reibungslos. Bei KTM wirkte die Lage früh angespannt: Bis in die Schlussphase war kein RC16-Pilot in der vorderen Gruppe, ehe Pedro Acosta mit einem späten Schub auf Platz zwei kam – mit 1:45.885. Bei Gresini stürzte Michele Pirro mit rund zwölf Minuten Restzeit, wodurch die GP26 stark beschädigt wurde. Di Giannantonio hatte ebenfalls spät Pech: Minuten vor Schluss musste er wegen eines technischen Problems an seiner Ducati die Strecke verlassen, doch seine zuvor beste Zeit hielt bis zur Zielflagge. Hinter den Führenden blieben Acosta und Bagnaia in der Verfolgung.

Der Qualifying-Weg des Wochenendes begann mit Q1, in dem die letzten beiden Plätze in Q2 vergeben wurden. Di Giannantonio, Bagnaia, Bastianini, Franco Morbidelli, Fermin Aldeguer, Marc Marquez, Bezzecchi, Martin, Alex Rins und Diogo Moreira hatten sich bereits direkt für Q2 qualifiziert. In Q1 ging es um die verbleibenden Plätze – mit Ai Ogura, Raul Fernandez, Jack Miller, Toprak Razgatlioglu, Fabio Quartararo, Luca Marini, Joan Mir, Pirro, Acosta, Brad Binder, Maverick Vinales und Cal Crutchlow.

Q1 startete um 10:50, die Lufttemperatur in Mugello lag bei etwa 25 °C. Raul Fernandez setzte den ersten Richtwert mit 1:44.834, Ogura – sein Teamkollege – antwortete und holte sich Platz zwei. Anschließend ging Acosta in Führung: 1:44.765, als schnellste Runde des Wochenendes zu diesem Zeitpunkt. Mit sechs Minuten Restzeit drückte Fernandez erneut auf 1:44.538. Am Ende lieferten die Session die beiden Q2-Qualifikanten: Fernandez und Acosta. Ogura wurde Dritter und startet damit von Rang 13.

Q2 brachte dann die größte Wendung. Ducati hatte zu Beginn dominant gewirkt – Bagnaia und Marquez-Ersatz Pirro waren sofort in der Nähe der Spitze. Doch Aprilia drehte das Bild schnell. In den ersten schnellen Runden setzte Bezzecchi den Anfangsreferenzwert, gefolgt von Fernandez. Danach setzte Jorge Martin mit 1:44.284 noch einmal einen drauf – nur ein Zehntel über dem Rundenrekord von Marc Marquez.

Zu diesem Zeitpunkt lag Di Giannantonio auf Rang vier, vor Moreira und Morbidelli. Marquez schaffte im ersten Versuch Platz sieben, Acosta lag auf Rang neun, während Bastianini und Rins ganz hinten waren.

Mit sechs Minuten verbleibend begann der finale Angriff. Bagnaia verbesserte sich von Rang 10 auf 4, doch der herausragende Moment kam von Bezzecchi: Er senkte den Rundenrekord um 0,248 Sekunden und fuhr die erste 1:43-Runde des Wochenendes in Mugello. In den Schlussminuten sah es so aus, als könnte Marquez noch einmal nachlegen, doch das Endergebnis ließ ihn auf Platz vier – hinter der Aprilia-Frontreihe.

Di Giannantonio, der bis Q2 in jeder Session an der Spitze gestanden hatte, war ebenfalls auf Kurs für die vorderen Plätze. In der finalen Sprintphase zur Ziellinie verlor er jedoch einige Zehntel und startete nach dem Qualifying beide Rennen von Rang sieben.

Pole Position und das Bild der ersten Startreihe bestätigten die Aprilia-Wende: Bezzecchi, Fernandez und Martin bildeten die komplette erste Startreihe. Die zweite Reihe war dann ausschließlich mit Ducati-Piloten besetzt – Marquez, Aldeguer und Bagnaia. Moreira wurde Achter, während KTM mit Acosta und Bastianini am Ende auf Rang 10 beziehungsweise 11 landete.

Die Story des Wochenendes – von der Rekordgeschwindigkeit in FP2 bis zum Angriff auf den Rundenrekord in Q2 – ließ Aprilia in Mugello als das Team erscheinen, das man schlagen muss. Ducati bleibt zwar eine echte Herausforderung, aber nicht mehr ohne Konkurrenz.

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