Skip to content
64°

MARC MÄRKES BEWERTET SEINEN MUGELLO-RETURN MIT 10/10, GIBT ABER ZU: ER IST NOCH NICHT DA

31 May·

🇬🇧

Beim Italien-Grand-Prix in Mugello kehrte Marc Marquez nach seiner Verletzungspause zurück und lieferte trotz klarer körperlicher Einschränkungen ein starkes Comeback. Der Ducati-Werkspilot vergab seinem Wochenende selbst eine „10 von 10“-Bewertung – allerdings mit dem Zusatz, dass er „immer noch weit“ von dem entfernt sei, was er sich für sich selbst wünsche. Marquez hatte zuvor das Rennen in Le Mans verpasst und auch beim Catalan GP wegen einer Verletzung nicht antreten können. In Mugello gelang ihm jedoch der Wiedereinstieg in den Rennrhythmus: Er qualifizierte am Samstag Vierter und kämpfte im Rennen lange Zeit um die vorderen Plätze.

Im Grand Prix wurde Marquez vor allem in der zweiten Rennhälfte sichtbar von seiner physischen Verfassung ausgebremst. Mehrere Berichte betonen, dass er Schwierigkeiten hatte, die Maschine über längere Distanz in die Richtungswechsel zu bringen und dass ihm „Power“ fehlte. Er selbst beschrieb den Mugello-Test als „super demanding“ für den Körper und erklärte, dass er besonders in den rechten Kurven mit dem Umstellen zu kämpfen hatte. In den letzten Rennabschnitten verschärfte sich das Problem: Er habe zwar bis etwa zehn Runden vor Schluss noch um die vierte Position gekämpft, sei dann aber langsamer geworden, weil die Konkurrenz schneller war. Trotz des Rückfalls blieb er zufrieden, dass er das Wochenende verletzungsfrei durchstehen konnte und der Startpunkt der Rehabilitation auf dem Motorrad „nicht schlecht“ gewesen sei.

Auch die medizinische und sportliche Einordnung wurde in den Berichten konkretisiert. Neil Hodgson, der Marquez analysierte, sagte, Marquez habe sichtbar Muskelmasse verloren: „skin and bone“. Hodgson betonte, dass es keine Nervenschmerzen im Arm gebe, aber es fehle an Muskelkraft, um die schnellen Richtungswechsel auf einer Strecke wie Mugello „durchzumuskel[n]“. Marquez hatte zuvor wegen einer Schulterverletzung operiert werden müssen; zusätzlich kam nach einem Sturz in Le Mans Sprint eine Fußverletzung hinzu. Für das nächste Rennen in Balaton Park bleibt Marquez damit wenig Zeit, um Kraft aufzubauen.

Sportlich war Mugello zudem ein Schaufenster für die Konkurrenz im Kampf um die vorderen Plätze. Marc Marquez geriet dabei erneut in ein Duell mit seinem künftigen Ducati-Teamkollegen Pedro Acosta. Acosta und Marquez lieferten sich über weite Strecken einen intensiven Kampf um Rang vier. Acosta schien dabei zeitweise schneller zu sein und konnte Marquez mehrfach überholen, musste die Position jedoch auf der Zielgeraden wieder abgeben – ein Muster, das in mehreren Berichten auf die unterschiedliche Motor- bzw. Antriebsstärke zurückgeführt wird. Marquez konnte sich auf der Ducati auf der Geraden behaupten, während Acosta in den Kurven – insbesondere beim Anbremsen und in der Linie – Vorteile hatte. Erst als Marquez in den letzten Runden konditionell nachließ, konnte Acosta den Move endgültig durchziehen. Am Ende reichte es für Acosta dennoch nicht für Rang vier: Ai Ogura und Fabio Di Giannantonio überholten beide.

Acosta bezeichnete das Duell als etwas, das MotoGP „braucht“: mehr Rennen mit solchen direkten Kämpfen. Er sagte, er habe viel Zeit hinter Marquez verbracht, um dessen Pace-Management und Linienwahl zu verstehen. Er habe versucht, den Weltmeister zu überholen, sei aber immer wieder zurückgeworfen worden – und habe schließlich auch beobachtet, wie Marquez im Windschatten und in bestimmten Kurvenpassagen anders agierte. Acosta verwies außerdem darauf, dass KTM auf der Geraden erneut Defizite zeigte. Er habe nach den Rennen in Amerika zwar gedacht, die Top-Speed-Probleme seien besser geworden, doch in Europa sei das Problem wieder stärker sichtbar gewesen.

Marquez wiederum lobte Acosta ausdrücklich. Er sagte, Acosta sei „fantastic“ und werde – sobald er ein konkurrenzfähiges Motorrad habe – definitiv um den Titel kämpfen. Gleichzeitig erklärte Marquez, dass er im direkten Vergleich vor allem wegen der „überlegenen“ Ducati-Basis in der Lage gewesen sei, den Kampf so lange offen zu halten. Er betonte zudem, dass er auf seine Erfahrung gesetzt habe: Wenn Acosta am Ende auf der Geraden vorbeiziehe, könne Marquez im Slipstream zurückkontern.

Während Marquez und Acosta im Fokus standen, prägte Aprilia das Gesamtbild des Rennwochenendes. Marco Bezzecchi gewann in Mugello und führte damit eine emotionale Aprilia-1-2-Kombination an. Jorge Martin wurde Zweiter, und Bezzecchis Sieg baute seinen Vorsprung in der WM-Tabelle aus. Für Ducati war das Ergebnis gemischt: Fabio Di Giannantonio wurde im WM-Ranking als bestplatzierter Ducati-Fahrer geführt, während Marquez mit Rang sieben nach dem Rennen in der Gesamtwertung aufrückte. Die neuen WM-Zahlen nach Mugello zeigen Bezzecchi mit 17 Punkten Vorsprung vor Martin; Acosta liegt deutlich zurück, während Ogura in der Tabelle wieder näher an die Spitze heranrückte.

Insgesamt zeichnet sich Mugello damit als doppeltes Signal ab: Für Marquez war es ein wichtiger Schritt zurück in den Rennbetrieb, aber mit klarer Erkenntnis, dass Kraft und Richtungswechsel noch nicht auf dem gewünschten Niveau sind. Für Acosta und die vorderen Gruppen war es zugleich ein Beleg dafür, dass direkte Duelle um Positionen – trotz technischer Unterschiede auf Geraden und in der Beschleunigung – den Charakter der MotoGP-Rennen prägen können.

View sources