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BINDER NACH MUGELLO: «IM NIEMANDSLAND» NACH START VON WEITER HINTEN

1 Jun·

Brad Binder hat das MotoGP-Wochenende in Mugello als frustrierend beschrieben und dabei vor allem die fehlende Pace sowie die Schwierigkeiten im Qualifying als zentrale Faktoren genannt. Der KTM-Pilot, der in der Saison 2026 regelmäßig weit hinten starten muss, konnte auch in Italien nicht aus dem Hinterfeld heraus entscheidend nach vorne durchbrechen. Im Sprint am Samstag blieb er ohne Punkte: Nach dem Start von Position 14 fuhr er auf Rang 11. Im Grand Prix am Sonntag erreichte Binder erneut Platz 11 und holte immerhin fünf Zähler.

Am Sonntag gelang Binder nach dem Start ein erster Sprung nach vorne: Er arbeitete sich noch in der ersten Runde auf Rang 11 vor und verbesserte sich anschließend auf Platz 10. In diesem Moment wurden jedoch zwei Piloten zu einem Problem. Fabio Di Giannantonio, der offenbar ebenfalls schlecht gestartet war, überholte Binder. Kurz darauf zog auch Raul Fernandez (Trackhouse) am Südafrikaner vorbei. Damit war Binder wieder im Mittelfeld gefangen.

Zur Mitte des Rennens konnte Binder dann einen weiteren Schritt machen. Er überholte Rookie Diogo Moreira, nachdem es zuvor zum Crash von KTM-Kollege Enea Bastianini gekommen war. Dadurch fand Binder wieder Anschluss und war zeitweise Zehnter. In der Schlussphase entwickelte sich jedoch ein enger Kampf um die vorderen Plätze, in dem Binder gegen mehrere Konkurrenten aus dem Honda-Lager sowie gegen Moreira verteidigen musste. In den letzten Runden kämpfte er gegen Joan Mir, Diogo Moreira und Luca Marini.

Den entscheidenden Ausschlag für das Endergebnis gab die letzte Phase: In der letzten Kurve wurde Binder noch von Moreira überholt. Binder selbst ordnete das Resultat ein und betonte, dass er mit dem Wochenende deutlich mehr erwartet hatte. „Zwei elfte Plätze an diesem Wochenende. Das war weit weg von dem, was ich erwartet hatte. Ich dachte, dass wir hier viel stärker sein können“, sagte der 30-Jährige. Er verwies auf ein Wochenende mit Höhen und Tiefen, aber vor allem auf fehlende Geschwindigkeit: „Mir fehlte aber die Pace. Ich war speziell im dritten Sektor nicht schnell genug. Da ging mir der Grip auf der Reifenkante ab. Auch auf der Geraden hatte ich zu wenig Speed.“ Für ihn sei es daher ein „frustrierendes Wochenende“ gewesen, bei dem er den Schritt nicht habe machen können, um mit den Top-8 mitzuhalten.

Binder erklärte zudem, wie sich die Abstimmung und die neue Aerodynamik an der KTM RC16 auswirken. Laut seiner Einschätzung wurde das Kurvenverhalten verbessert, allerdings nicht ohne Nachteile: „Das Kurvenverhalten ist okay, aber nicht so, wie es sein sollte. Sobald wir aber den Grip am Hinterrad verlieren, rutschen wir seitwärts. Sobald das eintritt, kannst du mit dem Bike die Linie nicht halten. Dann machst du mehr Meter als notwendig.“ Gleichzeitig habe es am Freitag bis Samstag eine spürbare Verbesserung gegeben: „Mit Sicherheit haben wir das Motorrad vom Freitag auf den Samstag verbessert, das Gefühl war viel besser. Wir haben ein besseres Verständnis bekommen, was wir machen müssen.“

Auf die Frage, ob es ihm schwergefallen sei, die Position gegen die drei Honda-Piloten zu verteidigen, antwortete Binder mit dem Fokus auf Fehlervermeidung und Rhythmus. Er habe versucht, „mein Bestes zu geben, keine Fehler zu machen und meinen Rhythmus zu fahren“. Die entscheidende Einschränkung sei jedoch die fehlende Pace gewesen: „Ich hatte nie die Pace, um weiter nach vorne zu kommen. Besonders in den letzten vier Runden war es sehr schwierig, denn mein Hinterreifen hatte stark abgebaut, besonders auf der rechten Flanke.“

Dass Moreira Binder in der Schlussphase überholte, bedeutete für ihn den Verlust eines Top-10-Ergebnisses. Binder zeigte sich dennoch pragmatisch: „Es ist nicht das Ende der Welt – ob es der zehnte oder elfte Platz ist. Wenn es um einen Podestplatz gegangen wäre, hätte ich mich mehr geärgert. Es ist aber frustrierend, ein Rennen so weit hinten zu fahren.“ Insgesamt bleibt damit als Fazit, dass Binder in Mugello zwar Fortschritte im Rennen machte, aber wegen Pace-Defiziten, Grip-Problemen im dritten Sektor und stark abbauendem Hinterreifen nicht in den Bereich der Top-8 vorstoßen konnte.

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