PRAMAC-CHEF BORSOI MACHT HINWEIS AUF MILLER-ABSCHIED UND GUEVARA-PLAN
3d ago·

Pramac steht erneut im Mittelpunkt der Gespräche im Fahrerlager: Die jüngsten Aussagen von Teammanager Gino Borsoi zu Moto2-Pilot Izan Guevara werden weithin als Signal gewertet, dass Jack Millers Zeit im Pramac-Yamaha-Aufgebot ihrem Ende entgegengeht.
Miller ist zwar bis 2026 bei Pramac vertraglich gebunden, doch seine Situation soll sich ändern, wenn sein Vertrag zum Saisonende ausläuft. Nachdem Yamaha den Australier Ende des vergangenen Jahres um ein weiteres Jahr verlängert hatte, galt die Erwartung Richtung 2027, dass er nicht weiter verpflichtet wird. Die Berichte rund um den Entscheidungsprozess deuten darauf hin, dass Yamaha Pramac als Entwicklungsplattform für die nächste Generation an Fahrern nutzen möchte – insbesondere, weil sich die Marke auf die MotoGP-Regeländerungen für 2027 vorbereitet.
Vor diesem Hintergrund wird Borsois Fokus auf Guevara als mehr als nur routinemäßiges Lob interpretiert. Gegenüber SPEEDWEEK stellte Borsoi das Moto2-Programm von Pramac als klaren Auftrag dar: „Unsere Mission in der Moto2 ist klar“, sagte er. „Der Schwerpunkt liegt hier in der Entwicklung von MotoGP-Fahrern.“ Zwar gehe das mit Ergebnissen auf der Strecke einher, doch wichtiger als ein Moto2-Titel sei, ob die Fahrer den Schritt nach MotoGP erfolgreich schaffen: „Natürlich geht das Hand in Hand mit Ergebnissen auf der Strecke, aber wichtiger als ein Moto2-Titel ist die erfolgreiche Übertragung unserer Fahrer in die MotoGP.“
Borsoi erklärte anschließend, warum Guevara in das langfristige Projekt passt: „Izan ist auf dem richtigen Weg“, sagte er. „Nach eineinhalb Jahren sind wir sehr zufrieden mit seiner Entwicklung. Mit jungen Fahrern zu arbeiten, ist immer etwas Besonderes.“ Gleichzeitig betonte er, dass das Erreichen des Ziels nie garantiert sei – in Guevaras Fall glaubt er jedoch, dass der Prozess funktioniert: „Nie ist sicher, ob man sein Ziel erreicht. Aber in Izans Fall kann ich sagen, dass wir zufrieden sind. Er erfüllt derzeit alle Kriterien in Bezug auf Tempo, Alter und Reife, die wir als langfristige Ziele für das Projekt festgelegt haben.“
Dass Guevara möglicherweise beschleunigt in die MotoGP geholt werden könnte, wird auch durch Borsois Aussagen zur 2027-Übergangsphase von Pramac und Yamaha untermauert. Er sagte, falls Guevara befördert wird, würde das Team ihn für das Testprogramm in Betracht ziehen, das darauf abzielt, Yamahas 850-ccm-Bike für die neuen Regularien weiterzuentwickeln. Zudem verwies Borsoi auf Guevaras frühere Berührung mit MotoGP-Maschinen: Der Fahrer durfte bereits Ende 2025 in Valencia an einem MotoGP-Test teilnehmen – auch wenn das als eher „Geschenk“ beschrieben wurde.
Auch wenn Borsoi keine unmittelbare Entscheidung bestätigte, sagte er, dass der Zeitpunkt von der Intensität der aktuellen Moto2-Saison abhängt: „Es gibt im Moment keine Entscheidung dazu, teilweise weil die aktuelle Moto2-Saison sehr intensiv ist und Priorität hat.“ Sollte Guevara jedoch aufsteigen, würde Pramac ihn für weitere Tests berücksichtigen: „Aber wenn Izan in die MotoGP befördert wird, werden wir ihn natürlich für das Testprogramm in Betracht ziehen.“
Die breitere Berichterstattung über das Grid 2027 legt nahe, dass Millers Platz die einzige Pramac-MotoGP-Option ist, die man Guevara bislang zugeschrieben hat. Toprak Razgatlioglu wird allgemein erwartet, für eine zweite Saison auf seinem Werks-Yamaha-Vertrag zu bleiben – womit Pramac der zweite Slot als entscheidende Öffnung wäre. Gleichzeitig sollen auch Yamahas umfassendere Verpflichtungspläne Gestalt annehmen: Berichten zufolge steht die Marke für 2027 in Verbindung mit Jorge Martin und Ai Ogura.
Mit dieser erwarteten Umstrukturierung wird Yamahas Entwicklungsbild für 2027 als stark abhängig von Razgatlioglu und Testfahrern beschrieben, während das Unternehmen an der neuen 850-ccm-Ausrichtung arbeitet. In diesem Szenario liegt der potenzielle Wert von Guevara nicht nur in seiner Geschwindigkeit, sondern auch in den Informationen, die er aus seiner aktuellen Moto2-Reifensituation mitbringen könnte. Die Berichte halten fest, dass Guevara in der Moto2 auf Pirelli-Reifen fährt, und dass Pirelli Michelin als alleinigen Reifenlieferanten der MotoGP im nächsten Jahr ersetzen wird. Razgatlioglu gilt derzeit als Yamahas einziger Fahrer mit relevanter Pirelli-Erfahrung aus seinen WorldSBK-Jahren – was Guevaras Hintergrund besonders relevant machen könnte, falls er Teil irgendeiner 2027-Test- oder Entwicklungsvereinbarung wird.
Zusammengefasst fließen Borsois Betonung darauf, dass Guevara die Kriterien von Pramac erfüllt, seine Hinweise zum 2027-Testprogramm und die formulierte Moto2-Mission des Teams in dieselbe Schlussfolgerung: Der Weg in Pramac’ MotoGP-Zukunft scheint sich für 2027 eher von Miller weg und hin zu Guevara zu bewegen.