NICOLO’ BUGLEA: „WENN ICH KEINE CHANCE IN MOTOGP BEKÄME, WÄRE ICH NICHT GLÜCKLICH“
18 May·
Nicolò Bulega hat am Most-Wochenende in der Superbike-WM erneut dominiert und damit die Debatte um seine Zukunft weiter befeuert. Während Ducati und der Aruba-Fahrer auf der tschechischen Strecke klar vorne lagen, blieb der Konkurrenz nur, die Lücke zu verkleinern. Bulega ordnete seinen Erfolg als Zusammenspiel aus Setup und Bedingungen ein: Iker Lecuona sei zum Start mit dem neuen Reifen stark gewesen, er selbst habe zunächst Vertrauen ins Motorrad gehabt, ab dem Superpole Race jedoch Probleme bekommen – vor allem mit dem Vorderrad und seiner Schulter. Trotzdem blieb er konzentriert und präzise auf den Linien, am Ende reichte es zum Sieg.
Auch die Entwicklung über das Wochenende hinweg spielte eine Rolle. Am Sonntagmorgen sei es kühler gewesen, und die Temperatur habe mit dem SC0 ein „incredible“ Gefühl ermöglicht; er fuhr dreimal in Folge 1:29.9. Zudem habe das Rennen insgesamt ein hohes Tempo zugelassen („We definitely went much faster than last year“). Seine Bilanz ist außergewöhnlich: 19 Siege in Folge und 29 Podestplätze am Stück. Bulega betonte, dass er sich damit erst am Anfang seiner dritten Superbike-Saison befinde, und hob vor allem das Gefühl hervor, die Kontrolle zu haben („At this moment, I feel like I have everything under control and can push when and where I want“). Strecken wie Balaton und Most würden nicht perfekt zu seinem Stil passen, dennoch sei er dort stark gewesen.
Mit Blick auf Aragon zeigte sich Bulega optimistisch: Er mag die Strecke und erwartet, dass sie besser zu seinem Stil passt („On paper, it should be better than the last two tracks“). In Most kam zudem der Vergleich mit früheren Größen auf: Nachdem er Biaggi in der Podestanzahl überholt hatte, zeigte er sich anerkennend („Biaggi was an incredible champion, so seeing my name alongside his is fantastic“). Außerdem ging es um die Kraftstoffregeln. Auf die Frage, ob Ducati mit weiteren Eingriffen erneut versuchen werde, ihn auszubremsen, reagierte er ironisch und kritisierte die Maßnahmen als Eingriff in die Chancengleichheit.
Schließlich wurde auch die MotoGP-Perspektive konkreter. Bulega betonte seine enge Beziehung zu Ducati: Das Werk habe ihm die Chance gegeben, in der Superbike-Klasse zu einem starken Fahrer zu werden, und er dankte auch für die Rolle als Testfahrer. Gleichzeitig machte er klar, dass er sich eine MotoGP-Gelegenheit verdient („I also believe I deserve an opportunity in MotoGP. If I don't get it, I certainly wouldn't be happy“). Damit steht Most nicht nur für den nächsten Sieg in seiner Serie, sondern auch für einen weiteren Schritt Richtung möglicher MotoGP-Entscheidung bei Ducati.