BULEGA SAGT, RAZGATLIOGLUS MOTOGP-ERGEBNISSE SIND KEINE SCHANDE FÜR YAMAHA
1d ago·
Das bisher beste MotoGP-Ergebnis von Toprak Razgatlioglu erzielte er am Balaton Park Circuit in Ungarn – einer Strecke, deren „Stop-and-go“-Charakter gut zu seinem Fahrstil als dreifacher Superbike-Champion passt. Razgatlioglu startete von Platz 18 und beendete das Rennen auf Rang 11. Dabei lag er nur knapp unter zwei Sekunden hinter seinem Prima Pramac Yamaha Teamkollegen Jack Miller, der die beste Yamaha auf Platz acht ins Ziel brachte.
In Speedweeks Einordnung stand Razgatlioglus Resultat im Kontext eines chaotischen Rennens: Marc Marquez gewann vorne, nachdem Jorge Martin die Kontrolle über seine Aprilia RS-GP nach einem Fehler in der Bremszone vor der ersten Kurve verloren hatte. Dieses Ereignis zog weitere Stürze nach sich – auch Fermin Aldeguer, Fabio Di Giannantonio und Raul Fernandez mussten vorzeitig aufgeben. Der Artikel betont, dass Razgatlioglu – aus dem Hinterfeld kommend – ohne solche Unterbrechungen vermutlich kaum Chancen gehabt hätte, sich gegen diese Fahrer durchzusetzen.
Am Ende verlor Razgatlioglu 25,1 Sekunden auf Marquez, doch das Resultat bedeutete dennoch einen Fortschritt in seiner ersten MotoGP-Saison. Speedweek stellte heraus, dass sein wichtigster Vergleichspunkt nicht die führenden Ducati-, Aprilia-, KTM- oder Honda-Piloten sind, sondern andere Yamaha-Fahrer – weil der technische Rückstand von Yamaha direkte Vergleiche erschwert. In diesem Rahmen wird betont, dass Razgatlioglu häufig näher an seinen Yamaha-Kollegen dran ist, als man erwarten würde.
Diese Einschätzung teilte auch Nicolo Bulega, der Führende der Superbike-WM und der 2027 zum MotoGP-Werksteam VR46-Ducati wechseln wird. Bulega glaubt nicht, dass Razgatlioglus MotoGP-Auftritte als Blamage für Superbike-Fahrer gewertet werden sollten. „Yamaha ist nicht auf Toplevel“, sagte Bulega SPEEDWEEK.com. Er ergänzte, dass die Maschine derzeit am unteren Ende des MotoGP-Feldes stehe – und selbst ein Champion wie Fabio Quartararo kämpfe: „Manchmal ist er weiter vorne, dann geht es für ihn immer wieder zurück.“ Bulega verwies außerdem darauf, dass Razgatlioglu sich noch anpasst: Er sei in seiner ersten Saison auf der Yamaha und auf Michelin-Reifen. Laut Bulega ist der Reifenunterschied entscheidend: „Der Fahrstil, den man dafür braucht, ist genau umgekehrt.“
Bulega verglich Razgatlioglus Entwicklung zudem mit der Erfahrung von Quartararo und stellte klar, dass Quartararo unter den Yamaha-Fahrern die Ausnahme sei. „Manchmal fährt Toprak vor anderen Yamaha-Fahrern“, sagte Bulega und erklärte, dass Razgatlioglu – abgesehen von Quartararo – nicht weit von der übrigen, erfahrenen MotoGP-Besetzung des Teams entfernt sei. In Bulega’s Bewertung spielt auch eine Rolle, dass Razgatlioglu die MotoGP-Maschine erst seit rund sechs Monaten nutzt: „Er nutzt dieses Motorrad erst seit sechs Monaten, also macht er aus meiner Sicht keine schlechte Arbeit.“
Zum größten praktischen Hindernis machte der Italiener schließlich die Startposition: „Wenn du so weit hinten starten musst, dann ist die Motivation nicht besonders groß“, sagte Bulega. Er verband das mit dem psychologischen und sportlichen Wechsel für einen Fahrer, der es gewohnt ist, im Superbike Rennen zu gewinnen. Für die Zukunft deutete Bulega an, dass die nächste Saison ein klareres Bild liefern könnte, weil Razgatlioglu dann wieder auf Pirelli-Reifen zurückkehrt: „Nächstes Jahr hat er wieder Pirelli-Reifen, dann kann er seinen normalen Fahrstil besser zeigen“, sagte Bulega. Zudem ließ er offen, dass auch Yamaha selbst nachlegen könnte: „Vielleicht baut Yamaha ein stärkeres Motorrad. Wenn das passiert, dann kann er viel weiter vorne fahren – da bin ich mir sicher.“