CAL CRUTCHLOW: MOTO-GP-BIKES SIND „SCHWERER ZU FAHREN“ ALS FRÜHER
6d ago·

Cal Crutchlow hat nach seinem Start als Ersatzfahrer bei LCR Honda in Mugello betont, dass die aktuellen MotoGP-Prototypen zwar technisch „amazing“ seien, sich aber deutlich schwieriger fahren ließen als die Motorräder, die er in seiner letzten Vollzeit-Saison erlebt hatte. Der Brite, der wegen des Ausfalls von Johann Zarco einsprang, sprach dabei vor allem aus der Perspektive seiner Honda: „Ich kann nur über Honda sprechen, weil ich Honda fahre. Das Bike ist fantastisch.“ Gleichzeitig hob er hervor, dass die Maschine zwar besser geworden sei, aber nicht automatisch leichter.
Crutchlow begründete die höhere Komplexität vor allem mit dem gestiegenen aerodynamischen Aufwand. Die aktuellen Bikes seien „schwer, wirklich schwer“, unter anderem wegen des Downforcesystems der Flügel und der zusätzlichen aerodynamischen Elemente. Er erklärte, dass die Motorräder heute nicht nur mit einzelnen Frontflügeln arbeiten, sondern mit einem deutlich breiteren Paket: „Jetzt haben wir Front, Side, Back, Seat unit – all of these things, um Downforce zu erzeugen.“ Dadurch verändere sich das Fahrgefühl spürbar, auch wenn die Grundcharakteristik zwischen den jüngeren Saisons ähnlich geblieben sei.
Als Vergleich zog Crutchlow die Zeit, in der er für Yamaha getestet hatte. Er sagte, dass die Bikes zwischen „’22, ’23, ’24“ in etwa ähnlich seien. Der deutliche Unterschied liege dagegen im Vergleich zu den Jahren 2019 und 2020: „Wenn ich vergleiche zu 2019 und 2020, dann sind sie viel schwieriger zu fahren.“ Damit ordnete er die Entwicklung weniger als sprunghafte Veränderung innerhalb der letzten Testphasen ein, sondern als klaren Schritt gegenüber dem früheren Regime.
Neben dem technischen Aspekt ging Crutchlow auch auf die Entwicklung des MotoGP-Umfelds ein. Er beschrieb, dass sich der Sport insgesamt „mit den Zeiten“ bewege – insbesondere durch Medien- und Social-Media-Präsenz. Für Fahrer bedeute das einen deutlich größeren Aufwand außerhalb der reinen Rennarbeit: „Sie haben so viel Aufmerksamkeit, Presse, Verpflichtungen, all diese Dinge statt nur Rennen.“ Crutchlow stellte zudem fest, dass sich die Motivation im Fahrerfeld unterscheidet: Ein Teil wolle vor allem fahren, ein anderer Teil genieße die zusätzliche Sichtbarkeit.
Der 40-Jährige betonte, dass er die Entwicklung grundsätzlich positiv sieht: Mehr Menschen würden MotoGP verfolgen, sogar Zuschauer, die sich zuvor weniger mit dem Sport auskannten. Gleichzeitig sei es für die Fahrer „eine große Verpflichtung“, das heutige Programm mit dem Anspruch zu verbinden, weiterhin auf höchstem Niveau zu konkurrieren.
Crutchlow musste sein Mugello-Rennen nach einer Schultermuskelverletzung vorzeitig beenden. Für das kommende Wochenende ist er laut Bericht wieder im Einsatz für LCR Honda, diesmal am Balaton Park.