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FABIO QUARTARARO: „GOOSEBUMPS“ BEIM VORBEIFAHREN AN ALEX-MARQUEZ-UNFALLSTELLE

19 May·

🇬🇧

Der MotoGP-Grand-Prix von Katalonien in Barcelona wurde am Sonntag zu einem der dramatischsten Rennen der Saison – nicht nur wegen der sportlichen Entscheidungen, sondern vor allem wegen zweier schwerer Zwischenfälle, die das Rennen mehrfach unterbrachen und die Debatte über Restart-Entscheidungen neu entfachten.

Ausgangspunkt war ein Crash auf der 12. Runde von 24: KTM-Werksfahrer Pedro Acosta, der das Rennen zu diesem Zeitpunkt anführte, hatte auf der Back Straight zwischen Kurve 9 und 10 ein elektrisches Problem. Dadurch verlor seine Maschine Leistung, Alex Marquez konnte nicht mehr ausweichen und prallte in ihn hinein. Marquez zog sich dabei mehrere Frakturen zu. Acosta blieb nach dem Zwischenfall unverletzt. Das Rennen wurde daraufhin gestoppt und später wieder gestartet.

Doch schon beim Neustart kam es erneut zu einem schweren Unfall: Johann Zarco kollidierte am ersten Kurvenbereich mit Luca Marini und Pecco Bagnaia. Zarco geriet dabei in eine Verkettung mit der Ducati von Bagnaia, prallte ab und blieb im Kiesbereich bzw. im Bereich des Gravel-Traps in der Folge mit dem Motorrad verfangen. Zarco wurde zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. In den ersten Updates hieß es, er sei „mehr erschrocken als verletzt“, allerdings wurden Verletzungen an Knie und Sprunggelenk diagnostiziert. Laut LCR umfassten die Verletzungen unter anderem Schäden an den Kreuzbändern sowie am medialen Meniskus und eine kleine Fibula-Verletzung im Bereich des linken Knöchels. Zarco blieb zunächst über Nacht unter Beobachtung.

Die Ereignisse führten dazu, dass das Rennen insgesamt mehrfach unterbrochen und wieder aufgenommen wurde. Nach dem ersten Stopp wegen Marquez/Acosta folgte zunächst ein Restart, der sofort wieder abgebrochen wurde, als Zarco in den Unfall verwickelt wurde. Anschließend wurde ein zweiter Restart angeordnet, der schließlich über 12 Runden zu Ende gefahren wurde. Sieger wurde Fabio Di Giannantonio (VR46 Ducati). Das Rennen wurde damit nicht komplett neu gestartet, sondern als verkürzter Lauf über die verbleibende Distanz ausgetragen.

Die Entscheidung, nach zwei großen roten Flaggen erneut zu starten, wurde von mehreren Fahrern kritisiert. Pedro Acosta sagte, es sei „nicht notwendig“ gewesen, nach dem zweiten Abbruch noch einmal anzutreten. Er verwies dabei auf die Gesamtsituation des Tages, betonte aber zugleich, dass die Priorität auf den verletzten Fahrern liege. Auch Jorge Martin äußerte sich ähnlich: Für ihn sei die Fortsetzung nach den Vorfällen – unter anderem mit Rettungs-/Ambulanz-Einsätzen auf der Strecke – auch aus menschlicher Sicht nicht selbstverständlich.

Auch Fabio Quartararo beschrieb die Situation aus Fahrersicht als psychologisch belastend. Er sagte, es sei „nicht einfach“, nach dem Passieren der Crashstelle bei Turn 10 wieder zu starten. Quartararo berichtete von Gänsehaut, als er Alex Marquez am Boden sah. Zudem kritisierte er den zweiten Restart als besonders gefährlich, weil der Start selbst der riskanteste Moment sei.

Währenddessen liefen parallel die medizinischen Updates zu den Betroffenen weiter. Alex Marquez hatte laut Gresini eine erfolgreiche Operation hinter sich und sollte das Krankenhaus am Montag verlassen, um die weitere Genesung fortzusetzen. Johann Zarco verließ das Krankenhaus ebenfalls und kehrte nach Frankreich zurück, um sich bei einem Kniespezialisten untersuchen zu lassen. LCR kündigte an, dass in den kommenden Wochen eine Knie-OP erforderlich sein werde; zunächst müsse jedoch abgewartet werden, bis die Verletzungen ausreichend verheilt sind. Ein genauer Rückkehrzeitpunkt wurde noch nicht festgelegt.

Sportlich prägten die Unterbrechungen und die anschließenden Strafen das Ergebnis. Di Giannantonio gewann das Rennen. Joan Mir wurde später wegen zu niedrigen Reifendrucks sanktioniert und verlor damit seinen zweiten Platz. Ai Ogura erhielt ebenfalls eine Strafe, wodurch sich die Reihenfolge weiter verschob. Marco Bezzecchi, der in der Gesamtwertung die Führung ausbaute, landete am Ende auf dem sechsten Platz, der durch die Strafen auf Rang fünf und anschließend auf Rang vier korrigiert wurde. Bezzecchi selbst sprach von einem „komplizierten“ Wochenende: Nach einem Sturz in Q2 musste er von Platz 12 starten, und seine Pace sei über weite Strecken „ähnlich“ geblieben, während die Konkurrenz sich verbesserte.

Jorge Martin wiederum hatte nach einem Kontakt mit Raul Fernandez im Verlauf des letzten Neustarts einen Sturz aus einer aussichtsreichen Position. Er wurde nicht weiter bestraft; die Stewards sahen keinen Anlass für zusätzliche Maßnahmen. Martin entschuldigte sich später öffentlich bei Aprilia-Teamchef Paolo Bonora für eine wütende Reaktion im Boxenbereich.

In Summe blieb der Catalan GP für viele Beteiligte ein Tag, der sportliche Chancen durch die Ereignisse überlagerte: Während das Rennen am Ende doch noch ausgetragen wurde, dominierten die Diskussionen über Sicherheit, Restart-Entscheidungen und die Frage, ob nach zwei schweren Unfällen ein dritter Versuch vertretbar ist.

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