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MARQUEZ SIEGT IN UNGARN, ABER DUCATI WARNTE: SCHULTER NOCH NICHT 100%

1d ago·

🇬🇧

Marc Marquez feierte beim Großen Preis von Ungarn im Balaton Park seinen 100. MotoGP-Sieg, doch sowohl er selbst als auch Ducati-Teammanager Davide Tardozzi spielten die Idee herunter, damit sei sein ganz alter Bestzustand bereits vollständig zurück.

Am Sonntag war Marquez in der entscheidenden Hinsicht dominant: Er holte die Pole-Position, gewann das Sprint-Rennen und setzte diese Dynamik anschließend im Grand Prix in einen Sieg um. Im Rennen lieferte er sich einen direkten Kampf mit Pedro Acosta und ging als Sieger hervor – mit dem Maximum an Punkten für Ducati. Das Ergebnis kam zudem nach seiner Rückkehr von einer Verletzung in Mugello, wo viele erwartet hatten, dass er schon wieder ganz vorne um Siege mitfahren kann.

Tardozzi betonte jedoch weiterhin die Vorsicht. Im Gespräch mit Suzi Perry bei TNT Sports 2 gab der Ducati-Teammanager zu, dass Marquez auch nach dem Sieg noch nicht vollständig fit sei. „Wir müssen die Füße auf den Boden stellen“, sagte er und ergänzte, dass noch 15 Rennen ausstehen und das wichtigste Ziel darin bestehe, Marquez wieder auf 100 Prozent zu bringen. Außerdem verwies Tardozzi auf die Stärke der Konkurrenz: Aprilia wäre vorne gewesen, wenn beide Fahrer nicht gestürzt wären. Seiner Ansicht nach hat das Pech die Meisterschaftslage beeinflusst, Ducati konzentriere sich aber weiterhin auf die langfristige Einsatzbereitschaft – statt den Comeback-Status als abgeschlossen zu erklären.

Marquez griff diese Botschaft in seinen eigenen Aussagen nach dem Rennen auf. Zwar bezeichnete er den Sieg als „super besonders“ und hob die größere Bedeutung hervor – sein 100. Erfolg, der 100. Sieg für das Ducati Lenovo Team und 16 Jahre nach seinem ersten Triumph –, doch er stellte klar, dass es sich nicht wie ein „echtes Comeback“ anfühlt. Er erklärte, dass die Streckenführung des Balaton Park zu seinem Fahrstil passt, weshalb er dort auf hohem Niveau performen konnte. Die gegen den Uhrzeigersinn ausgerichtete Anlage sei zudem, so Marquez, anders als die meisten anderen Strecken im Kalender.

Auch den körperlichen Aspekt seiner Rückkehr sprach Marquez an. Er sagte, er habe „noch sehr viel Arbeit vor sich“ und sein Leistungsniveau in Rechtskurven sei nicht dasselbe wie 2025. Er ging sogar noch weiter und deutete an, dass er möglicherweise nie vollständig wieder auf sein altes Niveau zurückkommen wird. Für ihn kam der Sieg nach einer weiteren schwierigen Phase – er nannte ihn einen „teuren“ Sieg – und verwies darauf, wie schnell sich Karrieren und Leben verändern können: Innerhalb von zwei Wochen seien er und sein Bruder beide im Krankenhaus gewesen.

Weitere Details lieferte Peter Bom in einer neuen Analyse. In seinem Podcast „Oxley Bom“ sagte Bom, Marquez sei zum ersten Mal seit langer Zeit wieder nahe an seinem Bestzustand gewesen – vergleichbar mit Le Mans, wo in der Qualifikation „der echte Marc“ aufgetaucht sei. Boms Botschaft war jedoch eindeutig: „Er ist nicht mal zu 100 Prozent. Er setzt einfach s— mehr oder weniger zusammen, wie er es eben kann. Kein Risiko, kein Übersteuern des Bikes, das Bike rutscht nicht.“ Bom beschrieb außerdem, dass Marquez seine rechte Schulter nicht so stark einsetze: Das Armgefühl liege „wahrscheinlich bei 70 Prozent“. Auch beim Ausrollen nach dem Ziel habe man es gesehen: „Diese rechte Schulter, die sieht man jedes Mal. Er braucht sie nicht an den Lenker. Direkt nach dem Ziel ist sie nicht am Lenker. Er hat sie auf dem Tank, winkt der Öffentlichkeit…“ Bom erklärte zudem, dass Marquez das Motorrad in der Qualifikation habe fallen lassen, weil seine rechte Schulter „das noch nicht kann“.

Bom lobte zudem den ungarischen Kampf zwischen Marquez und Acosta und nannte ihn „wunderschön“. Er sagte, beide hätten hart gekämpft, dabei aber stets den Platz und die Absichten des jeweils anderen respektiert. Man habe verstanden, wo die Grenzen liegen: „Sie wissen: ‚Ja, ich bin fast vom Gras weg, aber er wird mich nicht wirklich aufs Gras setzen. Ich muss nur zudrücken, und dann bin ich nicht auf dem Gras.‘ Das ist wunderschön. Wirklich gut – kann es kaum erwarten, sie nächstes Jahr auf der Ducati zu sehen.“

Mit Blick nach vorn sagte Marquez, er werde weiter Druck machen und versuchen, sich zu verbessern. Gleichzeitig wolle er aber sehen, wie er auf Strecken zurechtkommt, die nicht zu den Stärken des Balaton Park passen. Konkret nannte er Brno und Assen als Orte, an denen seine echte Wettbewerbsfähigkeit am besten beurteilt werden könne.

Damit ist der Sieg in Ungarn zwar ein großes Ausrufezeichen – vor allem mit dem direkten Duell gegen Acosta und dem sauberen Sweep über das gesamte Wochenende –, doch aus den Aussagen von Ducati und Marquez wird ebenso klar: Der letzte Schritt zurück zur vollen Leistungsfähigkeit steht noch bevor.

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