DAVIDE TARDOZZI SAGT, MARC MÄRQUEZ’ VERLETZUNGEN HÄTTEN DIE MEISTEN FAHRER BEENDT
2d ago·

Das jüngste Rennwochenende von Marc Marquez beim Großen Preis von Ungarn hat die Debatte darüber neu entfacht, wie viel noch möglich ist, nachdem er eine schwierige Phase des Verletzungsmanagements durchlebt hat. Nach seinem perfekten Wochenende in Ungarn lieferte der Ducati-Pilot nicht nur erneut eine eindrucksvolle Vorstellung ab, sondern sicherte sich zudem seinen und den 100. MotoGP-Karriere-Sieg des Teams – ein Ergebnis, das Davide Tardozzi als endgültigen Beweis dafür sieht, dass alle Zweifel ausgeräumt sein sollten.
Tardozzis Aussagen gingen dabei über die reine Rennpace hinaus. Er stellte vor allem die Schwere der Probleme in den Mittelpunkt, die Marquez mit sich trägt. Als Wendepunkt nannte er den Mandalika-Crash im Jahr 2025 und sagte, die Situation sei ernster gewesen, als zunächst befürchtet. Laut Tardozzi hatte Marquez mit Nervenschmerzen in seinem rechten Arm zu kämpfen, die mit einer lockeren Schraube zusammenhingen. Der Ducati-Teammanager verwies außerdem darauf, dass Marquez die Lage zunächst vor Ducati verborgen habe, bevor es später zu weiteren Komplikationen gekommen sei: Berichten zufolge habe er das Ausmaß des Problems zunächst verschwiegen, bis nach dem Bruch seines Fußes bei einem Crash in Le Mans.
Als Marquez nach seinem Comeback in Mugello wieder in den Einsatz zurückkehrte, wurde der Ungarn-GP zum nächsten großen Prüfstein. Tardozzi betonte, dass viele ihn bereits als Favoriten gesehen hätten – auch weil die gegen den Uhrzeigersinn ausgerichtete Streckenvariante die Belastung für seinen rechten Arm verringern sollte. Marquez beantwortete das mit Pole-Position und dem Sieg in beiden Rennen.
Nach dem Wochenende hob Tardozzi besonders hervor, wie außergewöhnlich die Genesung bzw. das Durchhalten ist. Im Gespräch mit TNT Sports 2 sagte er, dass „jeder andere Fahrer“ in Marquez’ Zustand aufgegeben hätte. Tardozzi erklärte: „Ja, ich glaube, in Zukunft kann er einen guten Moment haben, aber am Ende ist er immer in der Lage, das zu managen. Und glaub mir, wenn ich dir das sage: Er hat in den letzten paar Monaten ein riesiges Problem gemanagt.“ Er fügte hinzu, dass jemand anderes mit denselben Problemen gestoppt hätte: „Wie er gesagt hat, und ich möchte das unterstreichen: Jemand anderes mit seinem Problem, mit seiner Karriere – egal, was er in den letzten 15 Jahren hatte – hätte längst aufgehört. Er freut sich auf einen weiteren Titel. Ich meine, jeder andere Fahrer auf der Welt in seinem Zustand hätte aufgehört.“
Tardozzi räumte zudem ein, dass Marquez seit Monaten ein „riesiges Problem“ managt. Der Ungarn-GP markierte dabei auch das Ende seiner ersten Podium-freien Durststrecke in Bezug auf die Ergebnisse: Vor Ungarn hatte er bei einem Grand Prix noch kein Podium geholt.
Der größere Kontext umfasst frühere Einschätzungen, Marquez könnte nicht weitermachen. Andrea Dovizioso hatte angedeutet, Marquez müsse zurücktreten, falls sich seine Verletzungsprobleme nicht bessern würden, während Neil Hodgson bezweifelt hatte, dass er nach seinem jüngsten Crash und den Verletzungen noch einmal gewinnen würde. Hodgsons Sicht wurde durch den 100. Sieg herausgefordert: Damit mischt Marquez nun wieder im Titelkampf mit, nachdem er 72 Punkte hinter Marco Bezzecchi liegt.