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FABIO DI GIANNANTONIO GEWINNT MOTOGP IN KATALONIEN NACH ZWEI UNFÄLLEN

17 May·

🇬🇧

Der Große Preis von Katalonien 2026 endete mit dem ersten MotoGP-Sieg von Fabio Di Giannantonio seit 2023 – doch das Rennen wurde von zwei großen Zwischenfällen geprägt und zweimal unterbrochen. Die Ausgangslage war bereits früh von Chaos überschattet: Auf der ursprünglichen Distanz von 24 Runden wurde das Rennen nach dem 12. Umlauf mit der Roten Flagge gestoppt. Auslöser war ein schwerer Vorfall zwischen Pedro Acosta und Alex Marquez.

Laut Bericht kam es zu einem technischen Problem an Acostas KTM beim Ausfahren aus Kurve 9 auf die Gegengerade: Die Maschine verlor Leistung, Acosta geriet dadurch in eine ungünstige Situation. Alex Marquez prallte anschließend von hinten auf Acosta auf. Marquez rutschte daraufhin von der Strecke und stürzte in einem schweren Crash. Marquez wurde ins Krankenhaus gebracht; er wurde jedoch als bei Bewusstsein gemeldet. Di Giannantonio war ebenfalls in den Vorfall verwickelt: Er wurde durch ein abtrünniges Rad von Marquez’ Maschine getroffen und verletzte sich dabei an der Hand.

Nach der ersten Unterbrechung erfolgte die Wiederaufnahme des Rennens kurz vor 15:00 Uhr Ortszeit. Doch unmittelbar nach dem Neustart kam es erneut zu einem Stopp: Johann Zarco, Luca Marini und Pecco Bagnaia kollidierten bereits in der ersten Kurve. Zarco geriet dabei in ein Gewirr der gestürzten Motorräder und wurde ebenfalls zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht, diesmal mit Fokus auf sein linkes Bein.

Der zweite Neustart wurde über 12 Runden gefahren. In dieser verkürzten Phase setzte sich Di Giannantonio durch und holte seinen ersten Sieg seit drei Jahren. Damit gewann er auch für das VR46-Team erstmals seit 2023. Trotz der Handverletzung konnte der VR46-Ducati-Pilot die entscheidenden Überholmanöver umsetzen und den Sieg ins Ziel bringen. Joan Mir wurde Zweiter, Fermin Aldeguer Dritter.

Allerdings war das Ergebnis nicht endgültig: Untersuchungen zu Reifendruckwerten wurden für Mir sowie für den fünftplatzierten Pecco Bagnaia angekündigt. Sollte Mir oder Bagnaia entsprechend sanktioniert werden, könnte sich die Reihenfolge verschieben. Im Crash.net-Bericht heißt es konkret, dass bei einer möglichen Zeitstrafe von 16 Sekunden für Bagnaia Marco Bezzecchi vom sechsten auf den dritten Platz vorrücken würde.

Sportlich verlief die zweite Rennphase mit Acosta als dominanter Figur: Der KTM-Fahrer konnte beide Neustarts auf seiner zweiten Maschine absolvieren und startete in beiden Situationen von der Pole-Position. Beim Start in die zweite Phase setzte Acosta sich in Kurve 1 durch und holte sich den besten Start (Holeshot) vor Jorge Martin und Raul Fernandez. Di Giannantonio machte jedoch früh Boden gut: Bereits auf Runde vier überholte er Bagnaia. Zudem spielte die Reifenwahl eine Rolle im Tempo der Führenden: Bagnaia musste mit einem Medium-Reifen statt des Softs fahren, das die Spitze nutzte.

Vier Runden später gelang Di Giannantonio der nächste Schritt nach vorn: Er ging an Mir vorbei und übernahm die zweite Position. Mir blieb jedoch in der Verfolgerrolle und drückte Acosta über die ersten acht Runden hinweg. Auf Runde 10 kam es dann zum entscheidenden Positionswechsel: Di Giannantonio setzte sich in Kurve 10 gegen Acosta durch. Kurz darauf konnte Mir ebenfalls an Acosta vorbeigehen, bevor Fermin Aldeguer die Reihenfolge weiter veränderte.

Am Ende setzte sich Di Giannantonio mit 1,2 Sekunden Vorsprung durch. Acosta beendete das Rennen nicht: Er wurde im Zielbereich am letzten Kurvenabschnitt von Ai Ogura getroffen. Ogura hatte im Finale noch einen Versuch auf Rang vier gestartet, kam dabei jedoch zu Fall und kollidierte mit Acosta. Ogura erhielt dafür eine Strafe, wodurch er auf Rang neun zurückfiel. Gleichzeitig wurde Bagnaia vorläufig auf Rang vier befördert, noch vor Bezzecchi.

Weitere Platzierungen: Fabio Quartararo wurde Sechster, Luca Marini Siebter, Brad Binder Achter, Ai Ogura Neunter und Diogo Moreira Zehnter. Die Punkte gingen außerdem an Alex Rins, Franco Morbidelli, Maverick Viñales, Jack Miller und Toprak Razgatlioglu. Jorge Martin konnte das Rennen zwar wieder aufnehmen, kam aber nur noch auf Rang 18 ins Ziel.

Auch die Meisterschaftsentscheidung nach dem Rennen war eng mit den Strafen verknüpft. Marco Bezzecchi vergrößerte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 15 Punkte. Bezzecchi hatte das Rennen zunächst auf Platz sechs beendet, erhielt jedoch nachträglich sechs Strafen: Eine Strafe betraf Ai Ogura wegen Verursachung eines Crashs, fünf weitere entfielen auf zu niedrigen Reifendruck. Dadurch rückte Bezzecchi auf Platz vier vor. Das blieb zwar sein schlechtestes Ergebnis der Saison, dennoch war es in einem Rennen mit vielen Ereignissen entscheidend.

Jorge Martin, der vor dem Rennen nur zwei Punkte hinter Bezzecchi gelegen hatte, konnte keine Punkte holen, nachdem es zu einem Zusammenstoß mit Raul Fernandez kam. Di Giannantonios Sieg brachte ihn auf den dritten Meisterschaftsplatz näher an die Spitze: Er liegt nun 26 Punkte hinter Bezzecchi. Acosta steht nach seinem DNF 50 Punkte hinter dem Führenden.

Fermin Aldeguer profitierte ebenfalls von den Strafen: Er sprang fünf Plätze nach vorn und wurde in der Meisterschaft Zweiter in der Rangfolge hinter Bezzecchi. Marc Marquez bleibt derweil deutlich zurück; er ist nach Verletzung nun 85 Punkte hinter Bezzecchi, und es bleibt abzuwarten, ob er für Mugello später im Monat fit sein wird.

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