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DUCATI-INSIDER UND MOTO-GP-EXPERTEN SEHEN MARC MÄRQUEZ CHANCEN IN HUNGARN

3 Jun·

🇬🇧

MotoGP kehrt an diesem Wochenende zum zweiten Mal nach Balaton Park zurück – und der Ungarn-Grand-Prix könnte sich bereits als Wendepunkt für Marc Marquez herausstellen. Der amtierende Champion ist nach seiner Verletzung aus Mugello zurückgekehrt, nachdem er das Saisonende in Le Mans verpasst und auch den gesamten Catalan-Grand-Prix ausgelassen hatte. Zwar brachte sein Comeback beim Sprint Platz fünf und im Hauptrennen Rang sieben, doch im Fahrerlager richtet sich der Fokus nun darauf, ob er diese Rückkehr in Ungarn in einen ernsthaften Kampf um den Sieg übersetzen kann.

Ducati-Insider sprechen dabei offen über Marquez’ Chancen. Gavin Emmett berichtete, was er im Ducati-Lager gehört habe: „Wir haben mit Leuten im Fahrerlager gesprochen, im Ducati-Camp … Wir wurden told, dass die Leute bei Ducati Marc gern in Balaton Park angreifen sehen würden“, sagte Emmett in der Berichterstattung von TNT Sports zum Italien-Grand-Prix. Er betonte außerdem, wie unterschiedlich die Strecke im Vergleich zu Mugello sei: Balaton Park sei „schnell, flüssig, offen, breit“ – im Gegensatz zu dem Gefühl eines „Parkplatzes am Rand eines Industriegebiets“.

Diese Zuversicht wird jedoch durch die reale körperliche Situation von Marquez gedämpft. Sein Kollege Neil Hodgson deutete an, dass es eine Überraschung wäre, wenn er schon so bald wieder komplett fit wäre. „Man kann sich immer noch nicht vorstellen, dass Marc nächste Woche schon so fit ist“, sagte Hodgson. „In sieben Tagen, in einem Rennen. Es wird eine Woche dauern, bis er sich von dem hier erholt!“ Marquez baut nach zwei Operationen an seiner Schulterverletzung weiterhin Muskel auf und gewinnt Kraft zurück. Nach dem Rennen am Sonntag erklärte er, er habe darüber nachgedacht, den Comeback-Schritt erst in Ungarn zu machen, sei aber dennoch in Italien zurückgekehrt – wie so oft mit dem Fokus auf Punkte statt auf Zurückhaltung.

Auch die technischen und körperlichen Anforderungen von Balaton Park spielen in der Erwartung eine zentrale Rolle, dass Marquez konkurrenzfähig sein kann. Ein Bericht weist darauf hin, dass die „schnelle, flüssige“ und zugleich fordernde Art von Mugello möglicherweise nicht zu seinem aktuellen Zustand gepasst habe, während Ungarn als weniger körperlich belastend beschrieben wird. Marquez’ Rückkehr in Mugello wurde zudem als Test für seine rechte Schulter eingeordnet. Er sagte, er habe nach der OP nicht das gleiche Nervenproblem gespürt, das den Start seiner 2026er Saison gestört hatte. Das Schulterproblem hängt mit zwei Schrauben zusammen, die nach seinem Sturz beim Indonesien-Grand-Prix im vergangenen Oktober verbogen waren – und die Operation hat ihn dazu gebracht, verlorene Muskelmasse wieder aufzubauen.

Balaton Park hat außerdem eine starke jüngste Historie für Marquez: Letztes Jahr war der Spanier beim ersten MotoGP-Besuch der Strecke dominant. Er holte die Pole mit 0,3 Sekunden Vorsprung und gewann beide Rennen mit einem kombinierten Vorsprung von 6,4 Sekunden. Zudem gewann er 2025 in Ungarn Sprint und Grand Prix – ebenfalls von der Pole aus – im Debüt-Rennen von MotoGP in Balaton Park.

Neben der internen Ducati-Zuversicht lieferte auch das Expertenpanel von MotoGP News Prognosen für das Wochenende. Für die Pole Position setzte Kyle Archer auf Pedro Acosta. Er argumentierte, dass das knifflige Layout von Balaton Park die geradlinigen Grenzen der KTM ausgleichen könne. David Comerford und andere tendierten dagegen zu Marquez: Ungarn sei eine der am wenigsten fordernden Strecken, und seine körperlichen Grenzen müssten ihn möglicherweise nicht daran hindern, vorne anzugreifen. Auch Jorge Martin wurde von Ashley Hambly als Kandidat genannt – Hambly verwies auf Martins Bilanz und meinte, die Strecke sollte Aprilia liegen.

Im Sprint-Rennen erwartete das Panel eher Martins Pace am Samstag. Archer verwies dabei auf Martins Sprint-Record, während Comerford davon ausging, dass Marquez seine starke Form aus Ungarn halten könne, weil er dazu neige, über längere Distanzen schneller nachzulassen. Bezzecchi wurde als weitere Sprint-Option genannt: Hambly argumentierte, dass es ihm helfen könnte, wenn er früh in Führung kommt – denn die begrenzten Überholmöglichkeiten könnten dann zu seinen Gunsten wirken.

Für den Grand Prix am Sonntag sagte Comerford voraus, Marquez werde seine jüngste Siegesserie „eindrucksvoll“ beenden. Er verwies darauf, dass Marquez seit Misano im vergangenen Jahr keinen Grand Prix mehr gewonnen habe und 2026 auch noch nicht auf dem Sonntags-Podium stand. Arhcer setzte für den Rennsieg auf Bezzecchi – mit Blick auf seinen dritten Platz von der Pole aus im Vorjahr in Balaton Park und auf seinen Momentum nach seiner Rückkehr aufs oberste Podest in Mugello. Martin wurde ebenfalls als Titelkampf-Kandidat eingeordnet: Hambly meinte, ein Sieg in Ungarn wäre ein entscheidender Schritt, um den Punkteabstand zu verkürzen.

Die Podiumserwartungen des Panels spiegelten schließlich eine Mischung aus Marquez’ Bilanz in Ungarn, Martins Konstanz und der Gefahr durch Acosta wider. Comerford meinte, Marquez, Martin und Acosta könnten alle im Kampf um die vorderen Plätze sein, während Hambly Raúl Fernández’ starken Mugello-Speed als Grund nannte, warum er Schwung in Richtung Ungarn mitnehmen könnte.

Solange Marquez’ Genesung noch nicht abgeschlossen ist, bleibt Ducati überzeugt, dass Balaton Park zu seinem Stil passt – und die Strecke für ihn bereits bewiesen hat, was möglich ist. Damit könnte Ungarn genau das Wochenende sein, in dem aus dem Comeback etwas Größeres wird.

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