ALEIX ESPARGARO: NEUE 850CC-MOTOGP-BIKES „VIEL SPASSIGER“ ALS 1000CC
20 May·

Aleix Espargaró hat sich im Catalunya-Grand-Prix-Umfeld zu den kommenden MotoGP-Regeln für die Saison 2027 geäußert und dabei vor allem den Fahrspaß der neuen 850-ccm-Bikes betont. Der Spanier, der als einer der wenigen Fahrer bereits einen Prototyp im 2027er-Spezifikationsstand getestet hat, sagte gegenüber einem Pitlane-Reporter, dass das neue Motorrad „viel mehr Spaß“ mache als die aktuellen 1000-ccm-Maschinen. Es sei zu erwarten, dass die Fahrer „viel Spaß“ haben werden und dass es insgesamt „mehr“ Kämpfe geben werde – auch für das Publikum zu Hause.
Zu den konkreten Punkten, die seiner Einschätzung nach den Unterschied ausmachen, nannte Espargaró mehrere technische Aspekte. Er verwies auf die Pirelli-Reifen, die er als „super griffig“ beschrieb. In Kombination mit einer geringeren Drehmomentcharakteristik im unteren Drehzahlbereich könne man „ein bisschen schneller“ in die Kurvenphase gehen. Außerdem sei das neue Bike laut seinen Angaben mehr als 10 Kilogramm leichter, was die Richtungswechsel „super“ verbessern soll. Damit verbindet er die Erwartung, dass sich das Fahrgefühl und die Dynamik des Motorrads spürbar verändern werden.
Obwohl Espargaró erklärte, dass er nicht über Details des Projekts sprechen dürfe, machte er zugleich deutlich, dass die Leistungsfrage nicht zwangsläufig zu einem großen Einbruch bei den Rundenzeiten führen müsse. Er sagte, man habe 850- und 1000-ccm-Bikes direkt verglichen und dass die Abstände „näher“ seien als viele zuvor angenommen hätten. Er nannte dabei keine konkreten Zahlen, betonte aber, dass die beiden Konzepte nach dem Vergleich näher beieinander lägen als erwartet.
Neben dem kleineren Hubraum und dem Wechsel von Michelin zu Pirelli wurden für 2027 weitere Reglementanpassungen genannt: Ride-Height-Devices sollen verboten werden, zudem sollen die aerodynamischen Möglichkeiten stärker eingeschränkt werden. Diese Punkte ordnete Espargaró in den Gesamtrahmen ein, dass das Motorrad zwar anders aufgebaut sein wird, aber nicht zwingend zu deutlich langsameren Zeiten führen muss.
Abseits der Technik sprach Espargaró auch über seinen Gesundheitszustand. Er befindet sich nach einer Verletzung aus einem privaten Test bei Sepang in der Genesung. Der Unfall habe „komplett“ sein eigener Fehler gewesen: Er habe im Back Straight zu spät gebremst, dabei den Hinterreifen blockiert und sei dann „geflogen“. Es kam zu einem großen Highside, der nach seinen Angaben zu schweren Folgen führte – er landete auf dem Rücken und „zerstörte“ vier Wirbel. Die Operationen seien erfolgreich gewesen, und er hob hervor, dass die Ärzte sehr gute Arbeit geleistet hätten.
Für seine Rückkehr in den Testbetrieb nannte Espargaró einen Zeitplan: Er hoffe, bis Ende des Sommers wieder fit zu sein, um die Entwicklung am neuen 850-Prototyp fortzusetzen. Er erklärte, dass er nach dem Unfall noch etwa ein bis zwei Monate Erholung brauche, und dass der neue Prototyp aus Japan in dieser Phase erwartet werde. Ziel sei es, dann wieder gemeinsam mit dem Team an der Weiterentwicklung zu arbeiten.
Insgesamt zeichnet Espargarós Aussage ein Bild, in dem die 850-ccm-Ära nicht nur als Reglementswechsel, sondern als Fahrveränderung verstanden wird: mehr Agilität durch das geringere Gewicht, mehr Kurvengeschwindigkeit durch griffigere Reifen und ein insgesamt unterhaltsameres Rennbild mit mehr direkten Duellen.