EZPELETA: „WIR HATTEN MANCHMAL PECH, ABER IN BARCELONA GLÜCK“
21 May·
MotoGP-CEO Carmelo Ezpeleta hat über die chaotischen Ereignisse beim Montmeló in Barcelona nachgedacht und betont, dass es zwar ein Wochenende mit erschreckenden Momenten gewesen sei, das Ergebnis aber deutlich schlimmer hätte ausfallen können. In einem Gespräch auf dem Podcast „Curva 15“ im Ricardo-Tormo-Circuit, wie Marca berichtet, hob Ezpeleta vor allem hervor, dass Álex Márquez und Johann Zarco von Vorfällen, die sich zu Tragödien hätten entwickeln können, unversehrt davonkamen.
Ezpeleta sagte, er sei sofort alarmiert gewesen, als er die ersten Bilder von Márquez’ Sturz sah. „Als ich die ersten Bilder von Álex gesehen habe, war ich sehr besorgt. Wir hatten Glück; manchmal hat man das nicht, und diesmal hatten wir es.“ Er ergänzte, dass der Sport in ähnlichen Situationen nicht immer so viel Glück gehabt habe, und erinnerte daran, dass es auch andere Fälle gegeben habe, in denen Unfälle aufgrund von „reinem Pech“ tödlich endeten.
Neben der akuten Gefahr beschrieb Ezpeleta auch die emotionale Belastung, die solche Episoden bei allen im Fahrerlager auslösen. „Das sind die schlimmsten Momente in diesem Beruf. Man verbringt so viele Wochen miteinander, man baut eine sehr enge Bindung zu den Menschen auf, und zu sehen, wie ein Freund verletzt wird, ist hart.“
Anschließend ging der MotoGP-Boss auf die Frage des Rennmanagements nach einem Zwischenfall ein – insbesondere auf die Entscheidungen rund um die Frage, ob man das Rennen stoppen oder neu starten soll. Er räumte ein, dass sein Instinkt wäre, die Session zu unterbrechen, betonte jedoch, dass Emotionen keine sportlichen Entscheidungen leiten dürfen. „Der Instinkt ist, anzuhalten, aber man kann keine Entscheidungen auf Basis von Emotionen treffen.“ Ezpeleta argumentierte, dass die Entscheidung, ob man fortsetzt oder nicht, die finale Klassifikation direkt beeinflussen kann: Das könne einige Fahrer begünstigen und andere benachteiligen. Deshalb sagte er, MotoGP müsse – sofern sich die Regeln nicht ändern – dem bestehenden Rahmen folgen. „Das Wiederaufnehmen oder Nicht-Wiederaufnehmen eines Rennens kann einige begünstigen und andere bestrafen. Wenn sich die Regeln nicht ändern, müssen wir das tun, was die Regeln erlauben.“
Ezpeleta unterstrich außerdem, dass das Event fortgesetzt werden sollte, wenn Strecken- und Fahrerbedingungen es zulassen. Er stellte das als Frage des sportlichen Respekts und der Rücksicht auf die Fans dar – ebenso wie als Beitrag zur Integrität des Spektakels.
Zum Schluss kommentierte er die Sicherheits-Governance und die Einbindung der Fahrer. Ezpeleta sagte, Dorna sei in Sachen Sicherheit proaktiv gewesen, und verwies darauf, dass Pecco Bagnaia jeden Freitag anwesend sei. Er beschrieb, wie das Fahrer-Feedback gehört und berücksichtigt werde. Er stellte klar, dass das zuständige Gremium kein lockerer Freundeskreis sei, sondern eine FIM-Kommission, und argumentierte, dass es entscheidend sei, die Fahrer zur Teilnahme zu überzeugen, statt die Teilnahme verpflichtend zu machen. „Das ist keine Kommission von Freunden; es ist eine FIM-Kommission. Das Wichtige ist, sie davon zu überzeugen, teilzunehmen, nicht es zur Pflicht zu machen.“