CARLOS EZPELETA: URSACHE DES ZWISCHENALLFALLS ZWISCHEN PEDRO UND ALEX MUSS KLAR SEIN
20 May·
Carlos Ezpeleta, Sportdirektor der MotoGP Sports Entertainment Group, hat sich nach dem chaotischen und dramatischen Catalan Grand Prix zu den beiden schweren Stürzen am Circuit de Barcelona-Catalunya geäußert. Im Mittelpunkt seiner Aussagen standen dabei weniger die Kritik an der Strecke als vielmehr die Frage nach den Ursachen der einzelnen Vorfälle – und die Notwendigkeit, daraus konkrete Erkenntnisse für künftige Sicherheitsmaßnahmen abzuleiten.
Ezpeleta betonte zunächst, dass die Rennstrecke in Barcelona sicher sei und dass die Entscheidung der Race Direction, das Rennen nach schweren Zwischenfällen zweimal neu zu starten, aus seiner Sicht korrekt war. Er ordnete die Ereignisse als eine Abfolge unglücklicher Umstände ein, die im Rennsport grundsätzlich vorkommen können. Gleichzeitig stellte er klar, dass es dennoch wichtig sei, die Ursachen jedes „freak incident“ zu verstehen, um das Risiko solcher Situationen so weit wie möglich zu reduzieren und proaktiv zusätzliche Sicherheitsaspekte zu prüfen.
Zum ersten großen Crash, der Alex Marquez betraf, lieferte Ezpeleta eine konkrete technische Einordnung: Der Sturz sei durch eine plötzliche Verzögerung (sudden deceleration) der KTM RC16 von Pedro Acosta auf der Geraden ausgelöst worden. Diese ungewöhnliche Situation habe zu einem heftigen Aufprall für den Gresini-Fahrer geführt. Alex Marquez musste sich anschließend einer Operation am rechten Schlüsselbein unterziehen; zudem wurde eine kleine Fraktur am C7-Wirbel diagnostiziert. Für Ezpeleta liegt der Kernpunkt damit nicht in einer generellen Sicherheitsfrage der Strecke, sondern in der Ursache des technischen bzw. dynamischen Problems am Motorrad.
Auch zum zweiten Vorfall, der im weiteren Verlauf für große Angst in der Boxengasse sorgte, nahm Ezpeleta Stellung. Beim Restart kam es zu einer Kettenkollision, in deren Verlauf Johann Zarcos linkes Bein zwischen den Maschinen von Zarco und Pecco Bagnaia eingeklemmt wurde. Ezpeleta bezeichnete die Dynamik des Crashs und die resultierende Verletzungssituation als besonders unglücklich. Zarco erlitt laut Bericht Verletzungen an den Kreuzbändern (vorderes und hinteres Kreuzband), eine Meniskusverletzung sowie eine kleine Fraktur des Wadenbeins nahe am Knöchel.
Im Zusammenhang mit der Diskussion, ob das Rennen nach dem zweiten schweren Unfall hätte endgültig abgebrochen werden müssen, stellte Ezpeleta die Regelgrundlage in den Vordergrund. Er erklärte, dass es nach den Vorschriften keinen zwingenden Grund gegeben habe, das Grand Prix definitv zu stoppen. Beide Fahrer seien nicht in einem kritischen Zustand gewesen, hätten das Bewusstsein behalten und wären damit grundsätzlich in einer Situation gewesen, in der ein Start unter normalen Bedingungen möglich wäre.
Trotz der Verteidigung der Race-Direction-Entscheidung ließ Ezpeleta jedoch erkennen, dass man aus den Ereignissen lernen will. Er sprach davon, dass es ein Debriefing mit Teams und Fahrern geben müsse, um zu prüfen, ob es künftig Verbesserungen geben kann. Sicherheit sei für ihn und die Verantwortlichen ein zentrales Anliegen.
Ein weiterer Punkt seiner Aussagen betraf die laufenden Untersuchungen: Ezpeleta hob hervor, dass KTM gemeinsam mit der Meisterschaft (dem Championship-Umfeld) alles untersuchen müsse, was am Motorrad von Pedro Acosta während des Vorfalls passiert ist. Damit soll geklärt werden, warum es zu der plötzlichen Verzögerung der RC16 kam und welche Faktoren zur Unfallkette führten.
Zur Kritik an der langen Start-Ziel-Gerade in Montmeló äußerte Ezpeleta zudem eine klare Einordnung. Er verwies darauf, dass die Geraden in der Kalenderlandschaft vieler Strecken ähnlich seien und dass es dort keine „wirkliche“ Sicherheitsbedenken gebe. Insgesamt zeichnete Ezpeleta damit ein Bild, in dem die Strecke nicht als Hauptproblem dargestellt wird, sondern die Ursachenforschung im Vordergrund steht – sowohl auf technischer Ebene (KTM/Acosta) als auch im Hinblick auf das Verständnis der Crash-Dynamik und mögliche zukünftige Sicherheitsverbesserungen.