QUARTARARO RÄUMT EIN: YAMAHA LAG MIT SEINEN „WÜTENDEN“ KRITIKEN RICHTIG
6d ago·

Fabio Quartararo sagt, er habe inzwischen verstanden, dass seine häufigen, frustrierten Medien-Interviews nach den Sessions Yamaha nicht dabei geholfen hätten, sich zu verbessern. Vor dem dieswöchigen Ungarn-Grand-Prix liegt der Franzose auf dem 14. Platz der Gesamtwertung und steuert auf sein schlechtestes WM-Ergebnis aller Zeiten zu. Nachdem er 2021 den Titel geholt und 2022 erneut darauf hingearbeitet hatte, steckt Quartararo seither im Mittelfeld fest, weil die Ergebnisse von Yamaha nicht mit seinen Erwartungen mithalten.
In dieser Saison spiegeln Quartararos Kommentare nach dem Rennen oft seinen Ärger über die Ausrichtung des Bikes wider – unter anderem mit Aussagen, Yamaha habe „keine Ahnung“, wie man sich verbessern könne. Er hat außerdem angedeutet, dass das frühe V4-Projekt des Teams nicht ausgereicht habe, um seine Situation zu verändern. Berichte, die ihn für nächstes Jahr mit einem Wechsel zu Honda in Verbindung bringen, lassen das Verhältnis zwischen Fahrer und Team zunehmend angespannt wirken.
Yamaha-Boss Paolo Pavesio sagte Quartararo laut eigener Darstellung, seine Frustration sei „nutzlos“, weil sie „dem Team keinen Nutzen bringt“. Quartararo nahm die Botschaft auf und sagte gegenüber Moto IT: „Es stimmt, dass ich manchmal bei meiner Kritik ein bisschen zu laut war.“ Er habe seine Ausbrüche zwar als Anstoß verstanden, um Dinge voranzubringen, doch mittlerweile habe er seinen Ansatz geändert: „Das war mein Weg, um zu versuchen, Dinge zu verbessern. Dann habe ich gemerkt, dass es keinen Sinn hat, immer wütend zu sein.“
Für Quartararo geht es nun darum, sich auf die Arbeit zu konzentrieren statt auf Emotionen. „Ich versuche seit langer Zeit einfach, meinen Job zu machen, nicht wütend zu sein.“ Allerdings gab er auch zu, dass sich die Änderung bislang nicht in bessere Fortschritte auf der Strecke übersetzt habe. Nach einem Rennen weit außerhalb der Punkte in Mugello sagte er, seine größte Sorge sei, fit zu bleiben, und ergänzte: „Auf der Strecke verbessert sich nichts.“
Pavesio sagte zudem, Yamaha bereue die Vertragsverlängerung von Quartararo für 2024 nicht – trotz der Belastung und der möglichen Schädigung des Team-Images. Quartararo selbst weigerte sich, seine Entscheidungen als Fehler zu bezeichnen. „Wenn man in der Gegenwart ist, sieht man das nicht als Fehler“, sagte er. „Jetzt, wo es nicht gut läuft, ist es leicht zu sagen, es war ein Fehler. In dem Moment habe ich mit den Ingenieuren gesprochen, mit allen, und für mich war es kein Fehler. Heute kämpfen wir, aber ich sage nicht, dass es ein Fehler war.“
Die Zahlen unterstreichen die Lücke: Seit Beginn der vergangenen Saison hat Quartararo 238 Punkte für Yamaha erzielt, während alle anderen Fahrer zusammen in derselben Zeit auf 206 Punkte kommen.