FABIO QUARTARARO NACH FRÜHEM MEDIEN-ABGANG IN ITALIEN GESTRAPPT
1 Jun·

Das Rennwochenende zum Italien-Grand-Prix endete für Fabio Quartararo sowohl auf der Strecke als auch daneben mit Frust und Kontroversen. Nach einem schwierigen Rennen, das ihn am Sonntag nur auf Rang 18 brachte, wurde der Franzose zudem dafür kritisiert, wie er seinen Medienpflichten nach dem Rennen in Mugello nachkam.
Berichten zufolge sprach Quartararo nach dem Rennen nur mit den TV-Kameras, weil er vertraglich dazu verpflichtet ist. Als er anschließend zur Presse-Ansprache kam, waren jedoch keine Medienvertreter anwesend. Statt zu warten, ging er nach etwa zehn Minuten wieder, was Gegenwind auslöste – das Verhalten wurde als „unprofessionell“ bezeichnet.
Der Vorfall wurde im Paddock Pass Podcast von den Journalisten Adam Wheeler und David Emmett thematisiert. Wheeler stellte den Kontrast zwischen den sportlichen Highlights des Tages und Quartararos Medienpräsenz heraus: „Erstens, ich meine, wir haben hier am Samstag einen neuen MotoGP-Allzeit-Rekord für die höchste Geschwindigkeit aufgestellt. Und ich denke, Fabio Quartararo, Dave, hat den neuen Rekord für die Teilnahme an der Medien-Debriefing gesetzt. Er war heute 10 Minuten nach dem Rennen da, um zu sprechen. Er muss noch in seiner Lederkombi gewesen sein und gedacht haben: Ich will diesen f— s— jetzt einfach schnell hinter mich bringen.“
Emmett ging noch weiter und argumentierte, Quartararo sei gegangen, bevor die Presse überhaupt eingetroffen sei. Er sagte: „Er war da, die Medien waren nicht da, und er ist gegangen, bevor die Medien tatsächlich angekommen sind. Genau so, wie er es wollte. Also meine ich, da werden … es werden ein paar Gespräche geben müssen bei Yamaha, denn das war unprofessionell.“ Emmett fügte eine persönliche Bemerkung hinzu: „Ich fühle sehr mit Fabio Quartararo, weil es eine schreckliche Situation ist. Aber dann kann er in seine 100-Euro-Scheine weinen.“
Die Kritik fällt in eine ohnehin angespannte Lage zwischen Quartararo und Yamaha. Laut Berichten halten seine Bedenken gegenüber dem Yamaha-Projekt bereits länger an, wobei der V4-Motor weiterhin als früh in der Entwicklung beschrieben wird. Quartararo habe wiederholt infrage gestellt, ob Yamaha ihm die nötigen Werkzeuge gebe, um konkurrenzfähig zu sein, und die Situation wird als Teil einer breiteren Unzufriedenheit mit dem Fortschritt eingeordnet.
Als Reaktion auf Quartararos Beschwerden wurde Yamaha-Teamrepräsentant Paolo Pavesio zitiert. Er habe die Kritik als „nutzlos“ bezeichnet und Quartararo daran erinnert, dass er einen Hersteller repräsentiere. Außerdem wurde Neil Hodgson erwähnt, der Yamaha dazu aufforderte, zu verhindern, dass Quartararo weiterhin Interviews führt, die von Negativität geprägt sind.
Nachdem der Medien-Auszug beim Italien-Grand-Prix die bestehende Spannung noch verstärkt hat, kommen die Berichte zu dem Schluss, dass es bei Yamaha sehr wahrscheinlich weitere interne Gespräche geben wird.