RAUL FERNANDEZ BEREUT FEHLER ZUM START BEIM ITALIEN-GP IN MUGELLO
31 May·

Raul Fernandez hat nach dem Italien-GP in Mugello seine Enttäuschung über einen verpassten Podest- bzw. Siegchance deutlich gemacht. Der Spanier ging als einer der Favoriten in das Rennen, nachdem er am Samstag den Sprint auf seiner Trackhouse-Aprilia gewonnen hatte. Doch schon in der Startphase zerstörte ein Fehler seine Möglichkeiten: Beim ersten Kurveneingang fuhr Fernandez ultraweit, fiel dadurch auf der ersten Runde bis auf den Bereich um Platz 17 zurück und verlor damit praktisch sofort den Anschluss an die vorderen Positionen.
In den Berichten schilderte Fernandez, dass der Auslöser nicht bei einem direkten Fahrfehler im Sinne einer falschen Linie gelegen habe, sondern mit einem Problem beim Gangwechsel zusammenhing. Er erklärte, dass er sich auf einen klaren Brems-Referenzpunkt verlassen habe und bereits am Vortag bzw. aus dem Setup heraus wusste, wo er bremsen müsse. Beim Bremsen und anschließenden Schalten in den zweiten Gang habe das Motorrad jedoch „aus irgendeinem Grund“ den zweiten Gang nicht eingelegt. Laut seiner Darstellung funktionierte das Getriebe grundsätzlich, aber der zweite Gang sei nicht „reingegangen“.
Fernandez beschrieb den Moment weiter: Um die Situation zu stabilisieren, habe er stärker auf die Vorderbremse setzen müssen. Dabei sei das Motorrad ins Rutschen geraten, er habe die Kontrolle nicht rechtzeitig zurückbekommen und sei deshalb weit herausgetragen worden. Er betonte dabei ausdrücklich, dass es nicht Marco Bezzecchi gewesen sei, der den Fehler verursacht habe. Bezzecchi habe seine Linie zwar verändert und sei etwas gerutscht, doch Fernandez sagte, er sei nicht wegen Bezzecchi „ausgewichen“, sondern wegen des Schaltproblems gezwungen gewesen, anders zu reagieren.
Der Trackhouse-Fahrer zeigte sich zudem gegenüber Team und Aprilia stark belastet. Er sagte, er müsse sich „entschuldigen“: „Ich fühle mich super-bad für das Team, super-bad für Aprilia.“ Der Grund dafür war aus seiner Sicht, dass das Rennen in Mugello für ihn und Trackhouse eine „amazing opportunity“ gewesen sei. Mit dem Start aus der ersten Reihe – gemeinsam mit Bezzecchi und Jorge Martin – hätte er sich realistische Chancen auf ein Top-Ergebnis ausgerechnet. Stattdessen sei die frühe Situation so entscheidend gewesen, dass er seine guten Aussichten direkt verloren habe.
Auch die sportliche Einordnung fiel entsprechend: Aprilia dominierte das Rennen in Italien. Bezzecchi und Martin kamen als 1-2 ins Ziel. Fernandez’ Teamkollege Ai Ogura lag zeitweise sehr nah an der dritten Position und musste sich am Ende nur Francesco Bagnaia auf der Ziellinie geschlagen geben. Vor diesem Hintergrund unterstrich Fernandez, dass er sich selbst nach dem Rennen besonders stark ärgerte, weil er sich im Warm-up und im Tagesverlauf leistungsfähig gefühlt hatte. Er verwies darauf, dass er am Morgen mit dem gebrauchten Reifen Zeiten um 1:46 gefahren sei und sich insgesamt „viel besser“ als am Vortag gefühlt habe.
Fernandez’ Aussage, dass der zweite Gang möglicherweise nicht korrekt eingelegt wurde, führte auch zu weiteren Fragen nach dem genauen Ablauf der Schaltbewegung. Er erklärte, er müsse analysieren, ob er die Bewegung mit dem linken Fuß nicht vollständig bzw. nicht optimal ausgeführt habe. Er schilderte, dass er beim Bremsen drei Gänge entfernt habe, der letzte – der zweite – aber offenbar nicht dort gewesen sei, wo er es erwartet habe. Dadurch sei er in dem entscheidenden Moment „wide“ gegangen.
Unabhängig von der technischen Ursache blieb für Fernandez vor allem das psychologische Nachbeben: Er sagte, der Fehler werde ihm „lange in die Nacht“ nachgehen. Obwohl er in Australien bereits gewonnen habe, beschrieb er Mugello als den ersten Moment, in dem er sich „sehr stark“ gefühlt habe – und genau deshalb sei der Verlust so schmerzhaft. Sein Fazit nach dem Rennen war entsprechend kurz und klar: Er fühle sich sehr schlecht, „und das ist es“.