HOCKENHEIMER MOTODROM FEIERT 60-JÄHRIGES BESTEHEN
22 May·
Das Motodrom in Hockenheim feierte am 22. Mai 1966 sein 60-jähriges Bestehen, als die moderne, zuschauerfreundliche Rennstrecke offiziell mit dem Großen Preis von Deutschland für Motorräder eingeweiht wurde. Die Geschichte des Grand-Prix-Rennsports in Hockenheim reicht jedoch weiter zurück: 1932 hatte ein „Kurpfalzring“ genannter, dreieckiger Kurs außerhalb der Stadt eine Motorrad-Rennveranstaltung vor rund 60.000 Zuschauern ausgerichtet. Die Eröffnung 1966 bedeutete für den Ort dennoch ein neues Kapitel als Motorsport-Destination.
Mitte der 1960er-Jahre hatte sich der Ruf Hockenheims bereits über Deutschland hinaus verbreitet – unter anderem durch Motorrad-WM-Events. Doch der Bau der A6 von Mannheim nach Heilbronn machte Änderungen an der bestehenden Strecke nötig. 1964 und 1965 wurde das Motodrom errichtet, und aus der Not wurde eine Chance. Der Speedweek-Bericht hebt besonders die Atmosphäre der Anlage hervor – vor allem das „stadion“-Gefühl, wenn die Tribünen voll sind – als prägendes Merkmal für den Reiz des Kurses.
Zur Einweihung kehrte der Große Preis von Deutschland für Motorräder in den Kalender zurück. Zu den frühen Siegern zählte Hans-Georg Anscheidt in der 50-ccm-Klasse. Das neue Motodrom steigerte zudem die Bedeutung des Hockenheimrings für den Automobilsport: Die Strecke wurde zu einem regelmäßigen Stopp der Formel-2-Europameisterschaft, die damals stark gewichtet war und häufig Top-Namen aus der Formel 1 anzog.
Es folgte ein tragischer Moment am 7. April 1968: Der doppelte Formel-1-Weltmeister Jim Clark kam während eines Formel-2-Rennens in Hockenheim ums Leben. Der Bericht schildert, wie Clarks Lotus bei starkem Regen die Strecke verließ und in einen Baum krachte; er starb sofort. In der Folge wurden Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Die langen Waldgeraden wurden mit Schikanen umgebaut, wobei die erste den Namen Jim-Clark-Schikane erhielt. Der Bericht betont, dass sich die Bemühungen 1970 auszahlen sollten, als Hockenheim den Großen Preis von Deutschland erneut ausrichtete – diesmal als Rennen um die Formel-1-Weltmeisterschaft.
Auch im Motorradbereich gab es weiterhin herausragende Highlights. Ein besonders genanntes Ereignis ist das 250-ccm-Rennen 1985: Martin Wimmer und Toni Mang – beide aus Bayern – standen gemeinsam mit Freddie Spencer auf dem Podium; außerdem wird auf Spencers spätere Leistung als doppelter Weltmeister verwiesen. Ein weiterer Höhepunkt war das ungewöhnliche Deutschland-GP von 1991, als drei deutsche Fahrer am selben Tag siegten: Ralf Waldmann in der 125-ccm-Klasse, Helmut Bradl in der 250-ccm-Klasse sowie Ralph Bohnhorst und Bruno Hiller im Seitenwagenrennen.
Die Superbike-WM machte in Baden ebenfalls regelmäßig Station. Der Bericht erinnert an ein dramatisches Finale, in dem Yamaha-Pilot Noriyuki Haga seinen Rivalen Colin Edwards in der letzten Runde überholte und den Sieg holte – und damit die Arena buchstäblich auf den Kopf stellte. Zudem wird die Begeisterung hervorgehoben, die deutsche Superbiker auslösten, insbesondere Jochen Schmid, der als ehemaliger Grand-Prix-Pilot beschrieben wird und die Fans mit seiner grellgrünen Kawasaki mitriss.
Neben dem Zweirad-Sport gehörte zum breiteren Event-Profil des Motodroms auch der DTM. Der Bericht bezeichnet Hockenheim „quasi als das Zuhause der DTM“ und erinnert daran, dass am 28. Mai 2000 78.000 Zuschauer die Rückkehr der Serie erlebten. Sieger bei dieser Premiere war Mercedes-Fahrer Bernd Schneider.
Später änderte sich der Streckenverlauf deutlich. Nach der Saison 2001 wurde das „alte baden Motodrom“ faktisch aus dem Betrieb genommen: Erdbewegungsmaschinen rückten an, und die langen Waldgeraden wurden entfernt. Die letzten Rennen wurden der DTM zugeordnet und dienten damit als Abschied von der traditionellen Konfiguration. Im Projekt „Zukunftssicherung Hockenheimring“ wurde die Strecke verkürzt und modernisiert, wobei der Charakter des Motodroms weitgehend erhalten blieb. Der Bericht betont, dass die einzigartigen langen Geraden – auf denen viele Slipstream-Duelle ausgetragen wurden – durch einen zuschauerfreundlicheren Streckenabschnitt ersetzt wurden.
Trotz der Modernisierung blieb der Kurs für andere Serien attraktiv. Der Bericht hält fest, dass die IDM (heute Euro Moto) regelmäßig zu Gast ist und – wie auch die DTM – ihr Saisonfinale weiterhin in Hockenheim austrägt. In diesem Sinne geht das 60-jährige Jubiläum nicht nur auf die Einweihung des Motodroms 1966 zurück, sondern auch darauf, wie sich die Location weiterentwickelt hat: durch Sicherheitsanpassungen, Modernisierung des Layouts und Jahrzehnte mit großen Motorrad- und Tourenwagenrennen – und dabei als fester Bestandteil des deutschen Motorsportkalenders bestehen blieb.