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HONDA-TECHNIKCHEF ALBESIANO: RC213V-ENTWICKLUNG ZEIGT KLARE VERBESSERUNG

22 May·

Honda-Technikchef Romano Albesiano sieht bei der RC213V in der laufenden Saison einen klaren Entwicklungsschub – auch wenn die Ergebnisse in der Gesamtwertung 2025 bislang nicht durchgehend die Dominanz widerspiegelten. Während die Honda-Piloten in den Top-5 der MotoGP-Wertung nur selten auftauchten, hat sich das Bild in den aktuellen Rennen und Test-/Event-Phasen deutlich verändert: In Le Mans etwa konnte Kundenpilot Johann Zarco trotz widriger Erwartungen Bestzeiten fahren und damit zeigen, wie hoch das Potenzial des Pakets sein kann. Gleichzeitig machte ein Tag später ein vergleichsweise harmloser Ausrutscher Zarcos ins Kiesbett die Fragilität eines MotoGP-Setups deutlich – und damit auch, wie stark das Vertrauen des Piloten in das Gesamtverhalten von der konkreten Abstimmung abhängt.

Albesiano ordnete die Eindrücke aus Le Mans ein. Er selbst war nicht vor Ort, berichtete aber aus seiner Sicht: Zarco sei in der Lage, das Potenzial der Maschine „mit dem soften Vorderrad“ auf unglaublich hohem Niveau abzurufen. Mit dem harten Vorderreifen sei es jedoch „andersherum“: Während andere Fahrer das Gummi meist gut zum Funktionieren bringen, habe Zarco damit zuletzt Schwierigkeiten gehabt. Damit wird ein Kernpunkt der aktuellen Entwicklung sichtbar: Nicht nur die absolute Performance zählt, sondern die Reifen-/Fahrwerks-/Elektronik-Abstimmung im Zusammenspiel mit dem jeweiligen Charakter des Piloten.

Diese Differenz zwischen Reifencharakter und Fahrbarkeit zeigte sich laut SPEEDWEEK auch in Catalunya. Zarco war dort erneut besonders stark auf den weichen Reifen. Im Q2 lag er nur 0,4 Sekunden hinter Pedro Acosta und sicherte sich den Startplatz 5. Auch im Sprint hielt Zarco dem Druck der Verfolger stand und fuhr auf Rang 5 – ein Erfolg, der im chaotischen Verlauf des GP-Rennens jedoch unterging. Im Rennen selbst fuhren bis zum ersten Abbruch drei Honda-Piloten in den Top-10, womit Honda zeitweise auf Augenhöhe mit Ducati lag.

Nach dem Restart kam es dann zu unterschiedlichen Verläufen: Zarco wurde zunächst durch Pech ausgebremst, als er in die Werks-Ducati von Bagnaia geriet. Der Horrorsturz blieb ohne schlimmste Konsequenzen für ihn, doch der Anschluss war dahin. Joan Mir lieferte dagegen eine starke Leistung ab: Von Startposition 7 gelang ein Traumstart bis auf Platz 2. Mir hielt die Honda lange vor Fabio Di Giannantonio und zog im Finale an Pedro Acosta vorbei. Das Ergebnis wurde allerdings im Nachgang durch eine strittige Regelung zum Reifenluftdruck beeinflusst: Nach der Zeitstrafe fiel Mir formell auf Platz 3 zurück. Trotz der Korrektur blieb die Aussage zur Pace bestehen – und auch die weiteren Honda-Resultate unterstrichen den Aufwärtstrend: Marini wurde 6., Rookie Moreira kam als 9. ins Ziel.

Albesiano begründete den jüngsten Entwicklungsschub mit dem Zusammenspiel mehrerer Bausteine. „Wir sehen, dass sich die Dinge addieren und sich unsere Rund-um-Arbeit an dem Motorrad nun bezahlt macht“, sagte er. Man sei noch nicht dort, wo man hin wolle, aber es gebe eine klare Verbesserung. Konkret nannte er mehrere technische Bereiche: einen Sprung durch die neue Schwinge, wobei in diesem Feld noch mehr zu erwarten sei. Außerdem habe auch der Motor einen Anteil: Honda habe zuletzt die Schwungmasse im Antrieb verändert und dazu die Motorsteuerung angepasst. Ein weiterer Punkt sei die Aerodynamik gewesen – insbesondere die Fahrer hätten von der letzten Verkleidung profitiert. Der Technikchef betonte dabei, dass bleibende Fortschritte nur entstehen, wenn das Motorrad als Gesamtsystem betrachtet und permanent weiterentwickelt wird.

Bemerkenswert war zudem, dass Mir auch die drittbeste Rundenzeit erzielte und mit 352,9 km/h über den Messpunkt die Werks-Honda den gleichen Speed-Wert wie KTM-Pilot Pedro Acosta erreichte. Damit wird die Entwicklung nicht nur in Positionen sichtbar, sondern auch in messbaren Leistungsparametern – allerdings weiterhin abhängig von Reifenwahl und Abstimmung, wie Albesianos Einschätzung zu Zarcos Vorderreifen unterstreicht.

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