Skip to content
64°

MOTO2-FAHRER VERHANDELN UM MOTOGP-SCHLÜSSELPLÄTZE FÜR 2027

24 May·

Der Fahrermarkt für die MotoGP-Ära ab 2027 – geprägt von großen technischen Änderungen und einer neuen 850-ccm-Richtung – nimmt bereits Gestalt an. Dabei rückt Hondas künftige Besetzung in den Mittelpunkt der Story. Laut Speedweek ist die entscheidende Frage, ob LCR-Rookie Diogo Moreira beim Team bleibt oder in Hondas Werksumfeld aufrückt.

Moreiras Lage wird dadurch verkompliziert, dass Honda Berichten zufolge eine Einigung mit dem ehemaligen Moto3-Weltmeister David Alonso erzielt hat. Speedweek zufolge soll Alonso gemeinsam mit dem erfahrenen Johann Zarco zu LCR stoßen, sofern die Bestätigung kommt. In diesem Szenario müsste HRC Moreira ins Werksteam versetzen – zusammen mit einem weiteren Neuzugang: Fabio Quartararo.

Für Moreira ist die Möglichkeit, dass Alonso direkt ins Werk wechselt, kein Thema, das er ausblendet. Speedweek beschreibt das als möglichen „Block“ für Moreiras eigenen Langzeitplan – vor allem, falls Alonso den Werksplatz einnimmt, den Moreira anvisiert. Gleichzeitig betonen Moreiras eigene Aussagen Timing und die Chance, die der Regelreset 2027 mit sich bringt. Er sagte Speedweek-Thomas Kuttruf: „Es ist ein guter Moment für Moto2-Fahrer. Es gibt die Pirelli-Reifen und alle Fahrer müssen sich an die neuen Bikes gewöhnen. Deshalb, meiner Meinung nach, ist es für die Jungs aus Moto2 einfacher.“

Außerdem ordnete Moreira sich als Teil einer neuen Generation ein: „Man kann nie sicher sein, aber mit Fahrern wie Dani Holgado, Barry Baltus und Manuel Gonzalez bildet sich eine neue Generation für die Zukunft. Deshalb denke ich, dass es ein guter Moment ist“, sagte Moreira. Speedweek ergänzt: Holgado ist bereits für Gresini eingeplant, während die Chancen für Baltus und Gonzalez, den Weg in die MotoGP zu schaffen, als weniger sicher gelten. In dem größeren Bild wird zudem Senna Agius genannt, der ebenfalls im Mix ist.

Trotz der Spekulationen geht Moreira vorsichtig damit um, sich auf ein konkretes Ergebnis festzulegen. Speedweek berichtet, dass er sich bei LCR wohlfühlt und immer wieder betont, dass er die Entwicklung abwarten möchte. „Es ist noch zu früh. Wir müssen abwarten“, sagte er. „Aber im Moment fahre ich für ein gutes Team, das sich für mich wie Familie anfühlt. Ich bin in diesem Team super glücklich.“

Gleichzeitig wirkt klar, dass die nächsten Monate entscheidend sein könnten. Honda wird als mitten im Wiederaufbau seines MotoGP-Projekts dargestellt und bereitet sich auf das neue 850-ccm-Zeitalter vor – Fahrerentscheidungen dürften daher stark an der Leistung hängen. Moreiras Ansatz ist entsprechend pragmatisch: weiter darauf drängen, zu den führenden Hondas zu gehören. „Schauen wir mal, was nächstes Jahr passiert. Ich werde jedes Wochenende pushen, um in der Gegend der besten Hondas zu sein. Aber man kann nie sicher sein“, sagte er.

Während Moreiras Zukunft gegen die Werksambitionen von Honda abgewogen wird, skizziert Speedweek außerdem, wie viele Moto2-Fahrer realistisch 2027 in die MotoGP aufsteigen könnten. Bis zu fünf Fahrer aus der aktuellen Moto2-Weltmeisterschaft sollen hinter den Kulissen verhandeln.

Manuel Gonzalez und Senna Agius werden als Beispiele genannt, die früh in der Saison bereits Erfolg hatten: Gonzalez und Agius holten jeweils zwei Siege, während Daniel Holgado und Izan Guevara ebenfalls den obersten Schritt teilten. Speedweek berichtet, dass Holgado – aktuell Siebter in der Gesamtwertung – einen Platz bei Gresini Ducati hat und damit Teamkollege von Joan Mir wird.

Für David Alonso bekräftigt Speedweek die Honda-Vereinbarung und die erwartete LCR-Rolle mit Zarco, was dann eine Umstrukturierung bei Honda erzwingen würde. Die Logik: HRC müsste Moreira ins Werksteam versetzen – gemeinsam mit Quartararo.

Über Honda hinaus zeichnet Speedweek weitere mögliche Wege für 2027. Izan Guevara, derzeit Fünfter in der Moto2, soll gute Chancen haben, 2027 zu Yamaha zu wechseln – möglicherweise zusammen mit Toprak Razgatlioglu bei Pramac. Die Perspektiven von Celestino Vietti werden als abhängig von Ducatis Entscheidung für den Sitz neben Fermin Aldeguer bei VR46 beschrieben: Wenn Nicolo Bulega den Platz bekommt und Ducati Viettis Gehalt zahlt, könnte Vietti leer ausgehen.

Senna Agius, mit 20 Jahren der Jüngste in dieser Gruppe, soll mit Trackhouse Aprilia, Tech3 KTM und Pramac Yamaha verhandeln. Speedweek ergänzt, dass es davon abhängen könnte, ob Pramac eine Option wird – und zwar im Zusammenhang mit Guevaras Situation. Bei Tech3 wird die Präferenz des Teams so beschrieben, dass ein junger Fahrer neben einer erfahreneren Person passen soll. Der Bericht nennt außerdem, dass KTM-Pläne entweder Maverick Vinales betreffen könnten – falls er fit bleibt und das Team ihn verlängert – oder Brad Binder, falls Zweifel aufkommen. Zudem heißt es, KTM habe eine Option auf Enea Bastianini, werde diese aber voraussichtlich nicht ziehen, was möglicherweise eine Trackhouse-Aprilia-Route für Bastianini öffnet.

Zum Schluss geht Speedweek noch auf die breiteren Marktdynamiken rund um Nationalität und Vermarktung ein. Ein Insider aus dem Paddock wird mit der Aussage zitiert, Liberty Medias erklärtes Ziel, das Grid stärker zu internationalisieren, spiegele sich in den aktuellen Verhandlungen offenbar nicht wider: Fünf von sechs Ducati-Fahrern im nächsten Jahr seien Spanier, und das Feld werde weiterhin von Fahrern mit spanischen oder italienischen Pässen dominiert.

In Summe ergibt sich ein klares Bild: 2027 wird zu einer Neuordnung der Generationen. Moreiras nächster Schritt – Fortsetzung bei LCR oder Werksförderung bei Honda – hängt direkt davon ab, wie Honda Alonsos Platzierung handhabt und wie die neuen Regeln die Ausgangslage für Moto2-Absteiger angleichen.

View sources