UNGARN-GP ZUKUNFT OFFEN: KEINE VEREINBARUNG ÜBER 2026 HINAUS
4d ago·
Die Rückkehr von MotoGP nach Ungarn war sowohl auf der Strecke als auch auf den Rängen ein Erfolg. Doch die Zukunft über 2026 hinaus ist keineswegs gesichert. Nach mehr als drei Jahrzehnten Abwesenheit – zuletzt gastierte die Königsklasse 1992 am Hungaroring in Budapest – ist die Meisterschaft mit MotoGP als Hauptattraktion zurückgekehrt. Das Rennen debütierte im August 2025 auf der neu gebauten Balaton Park Circuit, nahe der Urlaubsregion um den Balatonsee, nachdem zuvor ein Lauf der Superbike-WM als eine Art Testveranstaltung gedient hatte.
Die Comeback-Zahlen waren stark: Rund 80.000 Fans kamen zum Rennen. Der Kurs wird als etwas über vier Kilometer lang beschrieben und verfügt über mehrere Schikanen. Die Strecke liegt etwa eine Stunde von Budapest entfernt. Die erste Rückkehr wurde durch eine zunächst zweijährige Vereinbarung zwischen dem MotoGP-Management und den ungarischen Veranstaltern unterstützt.
Laut Speedweek gibt es jedoch derzeit keine Vereinbarung für einen Ungarn-Grand-Prix über 2026 hinaus – weder am Balaton Park Circuit noch am Hungaroring. In der Vergangenheit deuteten die Zeichen eher auf eine Rückkehr nach Budapest hin: Der Hungaroring galt als besser passend zur Marketingstrategie von MotoGP, vor allem wegen seiner zentralen Lage. Geplant gewesen wäre, in den Hungaroring zu investieren, um ihn auf die FIM-Anforderungen zur Homologation zu bringen, und ihn anschließend ab 2027 wieder in den Kalender aufzunehmen.
Dieser Prozess soll jedoch ins Stocken geraten sein. Das Blatt verweist auf den Bedarf an erheblichen Investitionen auf ungarischer Seite und legt nahe, dass das MotoGP-Projekt nach Wahlen und einem Regierungswechsel aus dem Prioritätenkatalog gerutscht sein könnte.
Aus Sicht von MotoGP wird die Lage als „machbar“, aber nicht als „trivial“ beschrieben. Wenn der Kalender 2027 neben den bestehenden Plänen für diese Saison gelegt wird, müsste unabhängig davon mindestens ein Austragungsort gestrichen werden. Speedweek hält fest, dass für 2027 bereits 22 Events feststehen: Australien soll von Phillip Island nach Adelaide wechseln, und Buenos Aires soll als zweiter Stopp in Südamerika nach Brasilien – genauer nach Goiania – kommen.
Ungarn ist damit nicht die einzige Ungewissheit. Auch Portimão wird als „wackelkandidat“ genannt, ohne vertragliche Bindung über 2026 hinaus. Dennoch stärkt die jüngste Leistung Portugals die Argumente: Der Portugiesische Grand Prix 2025 soll laut Berichten mit einem Rekordpublikum von 185.000 Zuschauern aufgewartet haben.
Während der Hungaroring angeblich in der Lage ist, mehr als 300.000 Fans durch ein Grand-Prix-Wochenende zu schleusen – ein Vorteil, der bereits von der Formel 1 gezeigt wurde – schreibt Speedweek, dass ein solches Szenario derzeit nicht erwartet wird. Kurz gesagt: Die MotoGP-Zukunft in Ungarn hängt davon ab, ob nach 2026 eine Vereinbarung gesichert werden kann und ob die nötigen Hürden bei Homologation und Investitionen bewältigt werden können.