JACK MILLER: YAMAHA-MUGELLO-DUELL WAR WIE EIN KAMPF UM DEN SIEG
2 Jun·

Beim MotoGP-Grand-Prix von Italien in Mugello schilderte Pramac-Yamaha-Pilot Jack Miller den engen Zweikampf mit seinen Yamaha-Stallkollegen als „Kampf um die Bragging Rights“ – und nicht als echtes Rennen um den Sieg. Miller hatte am Sonntag nach dem Ziel zunächst hinter seinem Pramac-Teamkollegen Toprak Razgatlioglu gelegen, wurde jedoch auf Rang 15 nachträglich höhergestuft, nachdem Razgatlioglu wegen Überschreitens der Streckenlimits bestraft wurde. Damit blieb Mugello für Yamaha insgesamt ein schwieriges Wochenende: In beiden Rennen holte die Marke nur einen Punkt.
Miller betonte, dass die internen Duelle innerhalb der Yamaha-Familie zwar unterhaltsam seien, aber im Vergleich zu einem Kampf um den Sieg nur begrenzten Reiz hätten. Er beschrieb den Moment sinngemäß als „so viel Spaß wie ein Kampf um einen Punkt“, während ein Duell um den Sieg „viel mehr“ Freude bereiten würde. Gleichzeitig sieht er in solchen engen Auseinandersetzungen einen positiven Effekt: Die „kleinen Kämpfe“ zwischen den Fahrern würden helfen, sie als Fahrer besser zu machen, und sie würden zudem das Gesamtpaket weiterentwickeln.
Der Australier stellte klar, dass sein Blick auf die Situation vor allem aus seiner eigenen Perspektive kommt. Auf die Frage, ob andere Teams seine Mugello-Duelle beobachtet haben könnten, antwortete Miller, er wisse nicht, was andere denken, und es sei „nur, wie ich mich fühle, wenn ich nach Hause gehe“.
Neben dem engen Kampf verwies Miller auf konkrete technische Probleme. Er machte vor allem fehlende Kurvengeschwindigkeit bzw. Schwierigkeiten beim Einlenken und in der Kurvenpassage als Hauptkritikpunkt aus. Laut Miller war die mangelnde Performance nicht nur ein Einzelfall, sondern betraf „alle Yamaha-Fahrer“ in Mugello. Er räumte ein, dass die Maschine in diesem Bereich nicht leicht zu fahren gewesen sei, erklärte aber, dass die Richtung der Entwicklung klar sei: Seit Jerez setzt er auf ein anderes Chassis. Miller sagte, dass die absolute Leistung möglicherweise nicht ganz so stark sei wie mit der vorherigen Lösung, er aber mit dem Feedback und dem Verständnis für den Reifen „zufrieden“ sei. Genau darauf wolle Yamaha mit dem Paket aufbauen, um die Performance weiter zu verbessern.
Miller sprach zudem über seine Zukunft, die laut Bericht als unsicher gilt. Sein Platz bei Pramac stehe in Verbindung mit Moto2-Frontläufer Izan Guevara. Außerhalb von Pramac gebe es für ihn nur wenige Optionen; zudem könnten Gerüchte um einen möglichen Schritt von Senna Agius aus der Moto2 in den Kader seine Chancen beeinträchtigen.