JOAN MIR BESTÄTIGT HONDA-AUSSTIEG AM SAISONENDE 2026
16 May·

Joan Mir hat angekündigt, dass er Honda am Ende der MotoGP-Saison 2026 verlassen wird. Der Spanier begründete die Entscheidung mit seiner wachsenden Frustration über die aus seiner Sicht fehlende Kommunikation des Herstellers in Bezug auf die Zukunft – insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende 850-ccm-Ära.
Mir, der seit 2023 bei Honda unter Vertrag steht, erklärte, dass er nach dem Rennen in Jerez die Entscheidung getroffen habe, nicht weiter bei Honda zu bleiben. Auf die Frage, ob es sich um eine einvernehmliche Trennung handele, sagte er laut Motorsport.com: Er könne zu diesem Thema nichts sagen, „was ich sagen kann, ist, dass ich nach Jerez entschieden habe, nicht fortzusetzen“. Er betonte zudem, dass er sich nicht „dazu verdient“ habe, über seine Zukunft im Unklaren gelassen zu werden. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Details zu seinem weiteren Weg später bekannt würden.
Im Hintergrund der Aussagen steht die bereits seit Monaten kursierende Fahrermarkt-Spekulation. Im Umfeld des Catalan GP wurde Mir mit einem möglichen Wechsel zu Gresini Ducati für 2027 in Verbindung gebracht. Motorsport.com ordnet die Situation zudem in den Kontext der Honda-Besetzung ein: Sollte Mir tatsächlich nicht in der Honda-Fahreraufstellung für die Zeit nach 2026 berücksichtigt werden, wären sowohl Mir als auch sein aktueller Teamkollege Luca Marini ohne Sitz im Honda-MotoGP-Programm. Für die Satellitenstruktur LCR sind dagegen Johann Zarco und Diogo Moreira bereits langfristig gebunden.
Ein weiterer Faktor ist die Planung bei HRC. Motorsport.com berichtet, dass Honda bereits vor Beginn der aktuellen Saison eine Vereinbarung mit Fabio Quartararo geschlossen hat. Außerdem wird David Alonso als möglicher Kandidat für den Sprung aus der Moto2-Klasse in die MotoGP gehandelt. Damit würde sich der Wettbewerb um freie Plätze im Honda-Umfeld weiter verschärfen – und Mirs Aussage, dass die Zahl der verfügbaren Sitze auf dem Grid begrenzt sei, passt in dieses Bild.
Mir machte deutlich, dass er bei Jerez keine Informationen von Honda-Management erhalten habe, wohin er in Zukunft wechseln soll. Diese fehlende Klarheit habe letztlich dazu geführt, dass er die Fortsetzung in der aktuellen Beziehung nicht mehr wollte. Er erklärte außerdem, dass er zwar nicht konkretisierte, welche Vereinbarung oder welches Team ihn ab 2027 erwartet, aber dass die Entscheidung in seiner Wahrnehmung auch eine Frage des Respekts und der Wertschätzung sei.
Motorsport.com stellt in diesem Zusammenhang auch den Vergleich zu Marc Marquez her: Ende 2023 hatte Marquez seinen Honda-Vertrag vorzeitig beendet und war zu Gresini gewechselt – obwohl er von Ducati für das Satellitenteam zunächst offenbar keinen Gehaltsscheck erhalten hatte. Der Schritt habe sich später ausgezahlt: Marquez kehrte zu Siegen zurück, sicherte sich anschließend einen Platz im Ducati-Werksteam und gewann 2025 seinen siebten MotoGP-Titel.
Auf die Frage, ob Mir einen ähnlichen Weg gehen würde, um seine Karriere zu verlängern und möglicherweise ein konkurrenzfähigeres Motorrad zu bekommen, antwortete er: „Ja, jetzt würde ich.“ Er machte jedoch keine konkreten Angaben dazu, ob er 2027 tatsächlich ohne Bezahlung fahren würde.
Parallel dazu schließt sich für Mir laut Motorsport.com eine weitere Tür: Tech3 bestätigte am Samstag, dass das Team seine langjährige Zusammenarbeit mit KTM auch in der nächsten Regeln-Ära fortsetzen wird. Damit ist ein möglicher Wechsel zu Tech3 im Rahmen der 850-ccm-Umstellung für Mir ausgeschlossen.
In Summe zeichnet sich damit ab, dass Mir seine Entscheidung bereits nach Jerez getroffen hat, sie aber erst jetzt öffentlich klar kommuniziert. Für die Saison 2027 bleibt sein Ziel zwar weiterhin offen, doch die Kombination aus Honda-Planung, begrenzten Alternativen und der bestätigten Tech3-KTM-Linie macht deutlich, dass der Fahrermarkt für Mir eng getaktet ist.