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PEDRO ACOSTA: „ICH HABE NICHT DIE MITTEL, UM BIS ZUM ENDE UM DIE WM ZU KÄMPFEN“

19 May·

🇬🇧

Beim MotoGP-Test in Barcelona-Catalunya kam es zu mehreren Zwischenfällen, die die Fahrer und Teams in unterschiedlicher Weise beschäftigten. Besonders im Fokus stand Jorge Martin: Der Aprilia-Pilot wurde nach einem Sturz ins Krankenhaus gebracht, nachdem bei ersten Untersuchungen im medizinischen Bereich des Circuit de Barcelona-Catalunya keine sichtbaren Frakturen festgestellt worden waren, die weiteren Tests im Krankenhaus jedoch zur endgültigen Abklärung notwendig waren.

Laut Aprilia ereignete sich der Unfall am Montag im zweiten Stundenabschnitt des Testtages an der schnellen Stelle Turn 7. Der Sturz führte zunächst zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Session (Red Flag). Berichten aus dem Umfeld zufolge wurde Martin per Ambulanz in das medizinische Zentrum gebracht und vorübergehend mit einer Nackenstütze versorgt. Die Teamangaben nennen als Bereiche, die vorrangig untersucht wurden, den linken Ellenbogen und das rechte Bein. Im medizinischen Zentrum seien keine sichtbaren Frakturen festgestellt worden, dennoch entschied man sich, Martin für weitere Untersuchungen ins Dexeus University Hospital in Barcelona zu bringen. Am Nachmittag folgte ein Update: Nach den Tests in der Klinik wurden keine Frakturen gefunden.

Damit steht Martins Testtag in einem größeren Kontext einer intensiven und verletzungsgeprägten Woche in Barcelona. Crash.net ordnet die Ereignisse in den Verlauf des gesamten Wochenendes ein: Martin hatte bereits am Freitag im FP1 einen Sturz erlitten, bei dem er an Turn 12 mit seinem Motorrad kollidierte. Später äußerte er, er habe dabei Gedanken an den tödlichen Unfall von Luis Salom vor rund zehn Jahren gehabt. Auch in der Praxis kam es zu einem weiteren Sturz, der ihn in Q1 zurückwarf. Gegen Ende des ersten Qualifying-Abschnitts folgte ein dritter Sturz. Im Rennen stürzte Martin zudem im Sprint, als er auf Rang sechs unterwegs war; im anschließenden Grand Prix wurde ihm eine mögliche Podiumsposition bereits in der ersten Runde nach einer Kollision mit Raul Fernandez aberkannt, die ihn aus dem Rennen nahm.

Die Berichte betonen außerdem, dass Martins Crash-Anzahl in Barcelona damit auf sechs anstieg, nachdem bereits am Montag nach dem Rennen bzw. im Rahmen des Post-Race-Tests ein weiterer Sturz zu verzeichnen war. Crash.net verweist zudem auf Martins Verletzungshistorie: Im vergangenen Jahr habe er nur sieben Rennen bestreiten können, weil er mehrfach ausfiel. Auch in der Wintervorbereitung habe er den ersten Pre-Season-Test verpasst, nachdem er im Dezember wegen bereits bestehender Verletzungen operiert worden war. In der aktuellen Meisterschaft liegt Martin laut Crash.net 15 Punkte hinter dem Tabellenführer und Teamkollegen Marco Bezzecchi.

Neben Martin gab es weitere Verletzungs- und Sicherheitsaspekte im Umfeld des Wochenendes. Crash.net nennt als zusätzliche Meldungen: Gresini berichtete am Montag, dass Alex Marquez eine erfolgreiche Operation hinter sich habe und das Krankenhaus später am Tag verlassen werde, nachdem er am Sonntag in einen schweren Crash mit Pedro Acosta verwickelt gewesen war. Für Johann Zarco wartet das LCR-Team laut Bericht noch auf weitere Details zu seinem Zustand nach einem Sturz in Turn 1.

Während die medizinischen Themen bei Martin und anderen Fahrern im Vordergrund standen, lieferte Pedro Acosta im Rahmen des Barcelona-Tests auch Aussagen zur sportlichen und technischen Lage. In einem Interview bei GPone blickte Acosta auf den kurzen Testtag zurück und erklärte, dass von Beginn an klar gewesen sei, dass es nicht viele Möglichkeiten zum Testen geben werde. Er kommentierte zudem die Idee, das Grid näher an Turn 1 zu verlegen: Acosta zeigte sich skeptisch und verwies darauf, dass Zarco und Alex Pech gehabt hätten.

Acosta sagte, man habe am Testtag vor allem an Motor-Maps und einigen Setup-Details gearbeitet. Er betonte, dass es sich nicht um „zu wichtige“ Änderungen gehandelt habe, die Abläufe aber grundsätzlich gut funktioniert hätten. Für den nächsten Termin, Mugello, wolle man prüfen, was aus den Erkenntnissen genutzt werden könne. Zur Frage nach Reifenproblemen im Rennen äußerte er, dass es schwer sei, die Ursache zu verstehen: Im ersten Rennen mit dem Medium-Rear habe er das Gefühl gehabt, die Situation gut zu managen und die Reifen zu Beginn zu schonen; dennoch habe sich das Verhalten zwischen erstem und letztem Start deutlich verändert.

In Bezug auf die Meisterschaft zeigte Acosta deutliche Grenzen auf: Auf die Frage, ob er mit diesem Motorrad bis zum Ende um den Titel kämpfen könne, antwortete er schlicht mit „Nein“. Er erklärte, dass man zwar neue Motor-Spezifikationen ausprobiert habe und diese grundsätzlich gut funktioniert hätten, aber dass man aufgrund des Status des Motorrads—es sei der letzte Entwicklungs-Run mit dieser KTM—nicht viele Tests durchführen könne. Er sprach davon, dass es keine großen Überraschungen gegeben habe, aber Verbesserungen möglich seien.

Auch zur Sicherheit des Kurses äußerte Acosta sich. Er stellte klar, dass er die Idee, das Grid näher an Turn 1 zu bringen, nicht als Lösung ansieht. Er verwies darauf, dass Zarco und Alex Pech gehabt hätten und nannte als Beispiel auch Strecken wie Jerez, wo Turn 7 eine kleinere Auslaufzone habe und man die letzte Kurve hinter dem letzten Corner nicht „retten“ könne. In einem weiteren Sicherheitskontext griff Acosta indirekt die Diskussion um die Notwendigkeit weiterer Rennen auf: Er meinte, dass nach zwei großen Unfällen kein drittes Rennen nötig gewesen sei.

Insgesamt zeichnen die Berichte ein Bild von einem Barcelona-Wochenende, das sowohl durch mehrere Stürze und medizinische Abklärungen als auch durch eine laufende Debatte über Testmöglichkeiten und Sicherheitsmaßnahmen geprägt war. Während bei Jorge Martin nach den Krankenhausuntersuchungen keine Frakturen festgestellt wurden, bleibt die sportliche und technische Lage für die Fahrer—inklusive Acostas Einschätzung zur Titelchance—weiter eng mit den Rahmenbedingungen der Saison und den verbleibenden Entwicklungsfenstern verknüpft.

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