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KTMS WERKSTEAM BLEIBT OHNE INVESTOREN: BAJAJ ENTSCHEIDET SICH FÜR STRATEGISCHE UNABHÄNGIGKEIT

19 May·

KTM Factory Racing bleibt nach den neuesten Informationen von SPEEDWEEK.com auch künftig in strategischer Eigenständigkeit: KTM-CEO Gottfried Neumeister hat im Gespräch mit dem Magazin am Rande des MotoGP-Wochenendes auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona bestätigt, dass der Konzern die seit längerem diskutierte Öffnung des Werksrennsports für externe Investoren nicht umsetzen wird. Damit ist eine mögliche Teilveräußerung bzw. ein Einstieg von Geldgebern in die MotoGP-Struktur vorerst vom Tisch.

Neumeister stellte klar, dass sich KTM gemeinsam mit der Konzernleitung von Bajaj für den Weg entschieden habe, den Werksrennsport „auch zukünftig in strategischer Unabhängigkeit ohne Investoren“ zu betreiben. Der CEO begründete die Entscheidung mit der Überzeugung, dass die eigenen ambitionierten Ziele im Motorsport am besten erreicht werden, wenn man „eigenständig und frei“ agieren kann. Diese Haltung sei nicht nur eine kurzfristige Reaktion, sondern Ergebnis eines intensiven Prüfprozesses.

Laut Neumeister hatte es zwar großes Interesse von Investorenseite gegeben. Seit Weihnachten 2024 hätten die Entwicklungen in Richtung einer möglichen Öffnung für Investoren hingedeutet, und durch das hohe Interesse habe sich der Prozess über längere Zeit gezogen. In Phasen seien „bald täglich neue Anfragen“ eingegangen. Der CEO betonte jedoch, dass KTM trotz finanziell attraktiver Angebote nicht die Logik eines Geschäftsmodells verfolgen wolle, bei dem fremdes Kapital im Vordergrund steht. Bereits im Herbst 2025 hatte Neumeister gegenüber SPEEDWEEK formuliert, dass es nicht die Aufgabe sei, auf „einen Zuwachs mit fremdem Kapital zu spekulieren“, sondern „gewinnen“ müsse an erster Stelle stehen.

In Barcelona lieferte Neumeister weitere Details zum Ablauf: KTM habe sich sehr intensiv mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, externe Partner einzubinden. Dafür sei mit einem externen Partner ein „akkurater Prozess“ entwickelt worden, der auf einer wirtschaftlichen Bewertung der Motorsportstruktur basierte. Neumeister sagte, man sei dabei selbst überrascht gewesen, als man mit einer Summe im dreistelligen Millionenbereich konfrontiert worden sei. Trotz dieser Größenordnung seien anschließend mehrere Gespräche mit potenziellen Investoren geführt worden, die in der Linie des Prozesses zu einem teilweisen Verkauf gestanden hätten.

Der entscheidende Punkt sei schließlich die Entscheidung des Hauptanteilsnehmers gemeinsam mit KTM gewesen, unabhängig zu bleiben – trotz der Option, Millionenbeträge zu generieren. Neumeister stellte heraus, dass das Nein zu externem Geld auch intern einen hohen Stellenwert habe. Damit sei nicht nur klar, dass die Verantwortlichen in Indien ohne Vorbehalte hinter KTM stünden, sondern auch, dass man mit dem von Neumeister umgesetzten Restrukturierungsprozess zufrieden sei und Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung des Motorradherstellers habe.

Als Grundlage nannte Neumeister die erfolgreiche „Kehrtwende“ im Zuge der Restrukturierung: KTM verfüge demnach über die finanzielle Kraft, Werksrennsport nicht nur zu leisten, sondern auch zu investieren. Rennsport funktioniere nicht „mit angezogener Handbremse“, sagte der CEO. Es brauche zwar Kostendisziplin, aber auch „etwas Großzügigkeit“ – also die Bereitschaft, in entscheidenden Momenten Geld in die Hand zu nehmen. In diesem Zusammenhang verwies Neumeister darauf, dass Bajaj nicht nur hinter KTM stehe, sondern auch hinter dem Engagement in der MotoGP.

Für die MotoGP-Struktur bedeutet die Entscheidung vor allem Planungssicherheit: Die Handlungsfreiheit innerhalb des Konzerns bleibt uneingeschränkt, wodurch die Energie auf die eigentliche Mission fokussiert werden kann – Rennen fahren und gewinnen. Neumeister ordnete die Entscheidung zudem als „Befreiungsschlag“ für die Mannschaft um Racing-Boss Pit Beirer ein und räumte damit auch Zweifel aus, ob KTM zukünftig ein MotoGP-Engagement darstellen kann. Gleichzeitig wurde die Position gegenüber dem Promoter der MotoGP Sports Entertainment Group gestärkt, da KTM damit seine langfristige Ausrichtung ohne externe Investoren untermauert.

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