LECUONA NENNT „DIRTY AIR“ ALS SCHLÜSSELLEKTION BEIM DUCATI-DEBÜT IM SPRINT
2d ago·

Iker Lecuona hat nach seinem MotoGP-Sprint-Debüt mit der Ducati bei Gresini vor allem eine Lektion mitgenommen: das Management der sogenannten „dirty air“. Der Spanier war als Ersatz von Alex Marquez ins Rennen gegangen und hatte nach einem vorsichtigen Start zunächst viel Boden verloren. „Wenn du den Start siehst: Ich bremse, und alle sind schon vor mir“, sagte Lecuona schmunzelnd. Am Ende wurde er 18., nur drei Sekunden hinter dem 13.-Platzierten Toprak Razgatlioglu.
Seine Zurückhaltung zum Auftakt erklärte Lecuona auch mit einer Erinnerung an einen schweren Sturz im Vorjahr am Balaton Park: „Letztes Jahr hatte ich hier einen massiven Crash. Deshalb war ich an Kurve eins sehr ruhig, ich bin fast Letzter. Dann habe ich angefangen zu arbeiten und ein paar Fahrer überholt.“ Nach dem Rückfall auf Rang 20 im ersten Umlauf kämpfte er sich wieder auf 17 hoch, bevor er hinter Brad Binder feststeckte.
Lecuona beschrieb dabei ein konkretes Problem beim Überholen: Binder bremst sehr spät, und sobald Lecuona mehrfach ansetzte, stieg die Temperatur seines Reifens. „Ich habe ein paar Mal versucht, aber dann geht die Reifentemperatur höher und ich fange an, viel mehr zu blockieren“, erklärte er. In der Folge ging er weiter hinaus und musste die Position abgeben, um eine Strafe zu vermeiden: „Dann bin ich breit gegangen und musste Fabio die Position geben, um eine Strafe zu vermeiden.“ Für das Rennen am Folgetag leitete er daraus eine klare Lernaufgabe ab: „Das ist der Punkt, den ich für morgen lernen muss. Kein Fehler machen, weil wir pro Runde 1,5 Sekunden verlieren – für nichts.“ Trotz allem zeigte er sich mit dem Leistungsniveau zufrieden: „Ehrlich gesagt bin ich ganz happy. Die Performance war da, ich brauche nur einen besseren Start und darf nicht so viele Positionen verlieren.“
Neben dem Timing nannte Lecuona auch den aerodynamischen Unterschied zwischen MotoGP und WorldSBK als entscheidenden Faktor. In der Superbike-Welt spüre man den Effekt zwar ebenfalls, aber in der MotoGP sei er „massiv“. „Ein schwieriges Ding ist der Slipstream beim Bremsen, mit der Aerodynamik“, sagte er. „Wenn du hinter jemandem bleibst, fährst du in die dirty air und blockierst vorne. Aber wenn du aus der Linie gehst, bist du in den dreckigen Bereichen.“ Für ihn sei das „etwas Neues“, das er erst noch verinnerlichen müsse. Während Lecuona sich auf seine Lernkurve konzentrierte, fuhr sein Teamkollege Fermin Aldeguer für Gresini auf den vierten Platz.