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MARC MARQUEZ NACH HUNGARY-SIEG: DUCATI SETZT AUF TITELCHANCEN 2026

1d ago·

🇬🇧

Marc Marquez hat nach einer schwierigen Phase wegen einer verletzten rechten Schulter und eines Fußbruchs in dieser Saison erneut gezeigt, dass er im Titelkampf 2026 nicht abgeschrieben werden kann. Der Ducati-Pilot hatte im vergangenen September in San Marino noch auf dem Weg zu seinem 100. Grand-Prix-Sieg in allen Klassen „auf dem Crest“ gelegen, ehe ihn der Crash in Indonesien mit einer stark verletzten rechten Schulter abrupt ausbremste. Zu Beginn der aktuellen Saison machten sich die Probleme vor allem dann bemerkbar, wenn er auf dem Motorrad fuhr – „radial nerve“-Beschwerden, die laut Bericht unregelmäßig auftraten. Nach einer erfolgreichen OP war er zwar wieder auf dem Bike, doch in Mugello fehlte ihm Energie: Er wurde dort Siebter.

Im Ungarn-Grand-Prix zeigte Marquez dann eine Mischung aus Tempo und kluger Selbststeuerung. Nach dem Wochenende, das er selbst als nicht „in Bestform“ einordnete, holte er die Pole-Position von Pedro Acosta, gewann den Sprint und setzte im Rennen eine Contra-Reifenstrategie um, um von hinten kommend gegen Acosta zu gewinnen – und damit seinen lang ersehnten 100. Grand-Prix-Sieg einzufahren. Emotionen blieben dabei zunächst gedämpft, doch in seinen Aussagen wurde die Bedeutung deutlich. Er erinnerte daran, wie sich sein Leben als Athlet 2020 „von einem Tag auf den anderen“ verändern konnte, und sagte: „Aber es wieder zu erleben, wenn du auf dem Crest [der Welle] bist, war körperlich hart, aber mental noch härter. Wir haben viel gearbeitet… Jetzt bin ich ein Gläubiger. Ich gebe 100%. Ich muss es versuchen.“

Ducati-Teamchef Davide Tardozzi brachte die Botschaft nach dem Sieg auf den Punkt: Marquez habe „den neunten Titel in der Tasche“ und vielleicht sogar den zehnten verdient. Marquez selbst spielte den Favoritenstatus herunter. Auf die Frage nach dem Titelkampf sagte er am Donnerstag: „Nein, vergiss es. Wenn ich um Sieg oder Podium kämpfe, heißt das, dass die anderen etwas nicht in die richtige Richtung machen.“ Gleichzeitig gab er zu, dass er sich aktuell noch nicht vollständig bereit fühlt: „Wir sind im Moment nicht in Form… Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht bereit, um wirklich zu kämpfen.“ Er knüpfte seine Einschätzung an die nächsten Stationen und sagte, es hänge „viel von Brno und Assen“ ab sowie von der Sommerpause, bis er „meine neue 100%“ erreicht habe.

In Ungarn passte der Kurs Marquez zudem besonders gut: Der anticlockwise, langsame und kurvige Charakter mit nur drei rechten Ecken und harten Bremszonen half ihm, „zu atmen“. Er beschrieb auch die körperliche Lage: „Die Schulter fühlt sich leer an; als ich Acosta überholt habe, habe ich dort viel Energie gebraucht.“ Dass er trotzdem ein perfektes 37-Punkte-Wochenende ablieferte, unterstreicht die Leistungsfähigkeit: Marquez wurde nur der zweite Fahrer in dieser Saison, dem das gelang.

Der Sieg kam in einem direkten Duell mit Acosta zustande, der im Sprint und im Rennen früh Druck machte. Acosta hatte im Rennen mit dem Soft-Reifen begonnen, während Marquez auf dem Medium fuhr. Acosta ging zunächst in Führung und baute zeitweise über 1,5 Sekunden Vorsprung auf, doch nach etwa fünf Runden kam das Medium auf Temperatur und Marquez zog wieder heran. Der Bericht beschreibt einen intensiven Schlagabtausch mit mehreren schnellsten Runden, bis Marquez schließlich die entscheidenden Überholmomente setzte.

Für den Titelkampf ist auch die Konstellation in der Gesamtwertung entscheidend: Marquez liegt nach Ungarn 72 Punkte hinter Marco Bezzecchi, bei noch 518 zu vergebenden Zählern. Der Artikel betont zudem, dass Marquez’ Team offenbar gezielt an der Abstimmung gearbeitet habe: Während er in Mugello noch mit Problemen zu kämpfen hatte, habe er nach Freitag in Ungarn vor allem beim Heckgrip Vorteile herausgearbeitet. Acosta bezeichnete das als „quite strange“, dass Marquez in den frühen Runden im Sprint so viel Grip hatte.

Parallel verschärfte sich die Lage für Aprilia. Ein Turn-1-Chaos in Ungarn zerstörte die Chancen von Bezzecchi und traf auch Jorge Martin: Martin brachte sich laut Bericht in eine missliche Lage unter der Bremse und kollidierte mit Bezzecchi, Fabio Di Giannantonio, Raul Fernandez und Fermin Aldeguer. Die Stewards verhängten gegen Martin für das nächste Rennen in Tschechien zwei Long-Lap-Strafen. Aprilia-CEO Massimo Rivola kritisierte das als „einen Fehler, den ein Weltmeister nicht machen sollte“, und verwies zugleich auf die Bedingungen: Wenn man am Sonntag die Streckenkenntnis und die Griplage kennt, müsse man an der ersten Kurve entsprechend vorsichtiger fahren. Rivola sagte sinngemäß auch, dass es zwar „Pech“ sei, wenn beim Sturz gleich ein oder zwei Aprilias im Weg liegen, der Kernpunkt aber bleibe, dass man bei schlechten Bedingungen langsamer ansetzen müsse.

Damit steht Aprilia vor einem doppelten Kraftakt: die eigenen Factory-Fahrer nach dem Vorfall zu managen, während zudem ein Fahrer am Saisonende wechselt und Trackhouse-Rider zusätzlich Druck machen. Gleichzeitig beginnt für Marquez die nächste Phase im Titelrennen: Brno und Assen stehen an, bevor es mit dem Sachsenring zu einem weiteren anticlockwise Kurs geht, der laut Bericht zu seinen Stärken passt.

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