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LUCA MARINI FORDERT NEUES MODELL FÜR SICHERHEITS-KOMMISSION BEI NIEDRIGERER TEILNAHME

14 May·

🇬🇧

Luca Marini hat einen neuen Vorschlag für die Organisation der MotoGP-Sicherheitsgespräche gemacht, nachdem die Beteiligung der Fahrer an den sogenannten Safety-Commission-Meetings in den vergangenen Saisons deutlich nachgelassen hat. Marini, der die Idee eines einheitlichen Sprecher-Modells in den Vordergrund stellt, reagierte damit auf ein Problem, das in der MotoGP offenbar zunehmend die Wirksamkeit der Sicherheitskommunikation zwischen Fahrern und den zuständigen Instanzen Dorna und FIM beeinträchtigen könnte.

Die Safety-Commission-Treffen finden laut Bericht jeweils freitags vor einem Grand-Prix-Wochenende statt. In diesem Rahmen haben die Fahrer die Möglichkeit, Sicherheitsbedenken direkt anzusprechen und Themen mit den Organisatoren zu diskutieren. In der Theorie soll dieses Format sicherstellen, dass relevante Punkte aus der Fahrersicht frühzeitig auf den Tisch kommen. In der Praxis beobachtet Marini jedoch, dass die Teilnahme in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Dadurch, so die Befürchtung, könnte der kollektive Einfluss der Fahrer sinken und es werde schwieriger, bei großen Themen eine gemeinsame Position zu etablieren.

Als Beispiel wird Enea Bastianini genannt. Der Tech3-Fahrer hatte zuletzt erklärt, dass er diese Foren nicht mehr regelmäßig besucht, nachdem er sich über fehlende Fortschritte bei zentralen Anliegen frustriert gezeigt hatte. Marinis Argument knüpft an diese Entwicklung an: Wenn nur noch wenige Fahrer anwesend sind, wird es für die Fahrervertretung schwerer, geschlossen aufzutreten.

Marini stellt jedoch klar, dass eine Pflicht zur Teilnahme seiner Ansicht nach nicht automatisch die Lösung wäre. Er verwies darauf, dass eine verpflichtende Teilnahme in der Vergangenheit nicht zu besseren Ergebnissen geführt habe. In einem Raum mit vielen Teilnehmern sei es sogar chaotischer gewesen als in kleineren Gruppen. Er betonte, dass es nicht primär ein Zahlenproblem sei, sondern eher darum, wie die Fahrer sich organisieren und wie sie gemeinsam auftreten können.

Sein konkreter Vorschlag lautet daher: Die Fahrer sollen einen Vertreter wählen, der die Interessen der gesamten Gruppe in den Gesprächen mit der Organisation vertritt. Marini sagte, er habe keine Präferenz dafür, wer diese Rolle übernimmt, betonte aber, dass der Prozess „von uns“ ausgehen müsse. Die Idee ist, dass ein einzelner Sprecher effizienter kommunizieren kann und die Fahrer nicht in einer Vielzahl von Einzelstimmen auftreten müssen.

Gleichzeitig machte Marini deutlich, dass die moderne MotoGP-Realität die Fahrer zusätzlich belastet. Er verwies darauf, dass die Anforderungen im Rennkalender und die mentale Belastung es vielen Fahrern schwer machen, neben dem sportlichen Tagesgeschäft auch noch Zeit und Energie für Sicherheitsdiskussionen aufzubringen. Er sagte, es gebe Fahrer, die diese Themen möglicherweise nicht ansprechen oder nicht darüber sprechen wollen, weil während der Grand-Prix-Wochenenden schlicht keine Zeit dafür bleibt. Zudem sei MotoGP „wirklich anspruchsvoll“ im mentalen Bereich, und Sicherheitsdiskussionen würden dann als zusätzlicher Stressfaktor empfunden, den man lieber vermeidet.

Marini knüpfte damit an eine frühere Aussage von Yamaha-Fahrer Fabio Quartararo an, der ebenfalls die Notwendigkeit betont hatte, dass die Fahrer in Sicherheitsfragen stärker zusammenarbeiten. In dem Bericht wird außerdem darauf hingewiesen, dass MotoGP kein Pendant zur Formel 1 mit einer Art „Grand Prix Drivers’ Association“ besitzt. Zwar gab es in den frühen 2020er-Jahren Überlegungen, eine Art Fahrer-Union aufzubauen, diese Pläne seien jedoch nicht umgesetzt worden.

In seiner abschließenden Bewertung formulierte Marini den Kern des Problems: Die Fahrer könnten derzeit nicht „alle zusammen“ sein. Es sei schwierig, in dieselbe Richtung zu gehen und die gleichen Ideen zu vertreten, weil jeder individuell denke. Er räumte ein, dass Respekt zwischen den Fahrern zwar vorhanden sei, forderte aber eine offenere Sichtweise und bessere Kommunikation untereinander.

Insgesamt zeichnet Marinis Stellungnahme ein Bild davon, dass die Sicherheitskommunikation in der MotoGP zwar formal über Treffen vor dem Rennwochenende existiert, aber durch sinkende Teilnahme und die fragmentierte Fahrersicht an Durchschlagskraft verliert. Sein Ansatz setzt deshalb weniger auf mehr Stimmen im Raum, sondern auf eine strukturierte Vertretung durch einen gewählten Sprecher – mit dem Ziel, dass Sicherheitsanliegen konsistenter und effizienter an Dorna und die FIM herangetragen werden können.

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