UNGARN-GP 2025: MARQUEZ UNANTASTBAR, VIELE STÜRZE BEI DER BALATON-PREMIERE
6d ago·
Der MotoGP-Zirkus kehrt nach der Sommerpause in die Punktejagd zurück – und das zweite Mal (möglicherweise sogar zum letzten Mal) am Balaton. Die Ungarn-Premiere 2025 am Plattensee steht dabei nicht nur sportlich im Fokus, sondern auch organisatorisch: Langfristig sollen die Pläne in Richtung einer Rückkehr nach Budapest gehen. Dort wird bereits an der Reaktivierung einer Traditionsrennstrecke gearbeitet, um deutlich mehr Fans an die Strecke zu bringen. Bei der Premiere 2025 kamen rund 80.000 Zuschauer – für die Wachstumsstrategie offenbar zu wenig.
Vor dem Event gab es zudem Bedenken, ob die neue Anlage dem hohen Anspruch der MotoGP gerecht wird. In der Vorberichterstattung fielen teils kritische Begriffe wie „Go-Kart-Piste“. Während des Rennwochenendes lösten sich diese Sorgen jedoch weitgehend auf: Viele Fahrer lobten den anspruchsvollen, sehr eigenen Charakter des Kurses, der mit Schikanen gespickt ist und in Sichtweite des Plattensees liegt. Damit zeigte sich, dass die Strecke zwar ungewöhnlich wirkt, aber dennoch sportlich funktioniert.
Sportlich dominierte Marc Marquez das Wochenende nachdrücklich. Der Ducati-Lenovo-Pilot reiste als weit enteilter Tabellenführer zum zweiten GP-Wochenende nach der Sommerpause an und bestätigte seinen Status als „unantastbar“. In der Chronologie der Ergebnisse setzte Marquez gleich mehrere Akzente: Platz 2 im Zeittraining, nur 0,006 Sekunden hinter Pedro Acosta, anschließend Pole-Position sowie Sprint- und GP-Sieg. Damit war das Wochenende für ihn schnell abgehakt – mit Applaus und dem Eindruck, dass er die Balance und das Tempo über alle Sessions hinweg im Griff hatte.
Hinter Marquez blieb das Feld eng, insbesondere zwischen KTM- und Aprilia-Fahrern. Pedro Acosta schien zunächst in Reichweite des Tabellenführers zu sein, doch ein Patzer im Q2 bedeutete für ihn Startplatz 7. Im Sprint ging er viel Risiko, stürzte dabei und verlor dadurch wertvolle Punkte. Im GP zeigte Acosta dann eine starke Aufholjagd: Er beendete das Rennen auf Platz 2, nachdem er unter anderem Marco Bezzecchi überholt hatte. Am Ende lag er rund vier Sekunden hinter Marquez.
Für KTM verlief der Balaton-Auftritt dagegen zweigeteilt: Enea Bastianini, als Tech3-Fahrer im Einsatz, hatte sich mit P4 im Q2 viel vorgenommen, schied jedoch in beiden Rennen aus. Laut Bericht wurde er jeweils Opfer französischen Übermuts – einmal durch Quartararo, einmal durch Zarco. Einen bemerkenswerten Lichtblick lieferte hingegen KTM-Ersatzpilot Pol Espargaró: Beim Großen Preis von Ungarn fuhr er die RC16 und überholte Quartararo sowie Bagnaia, um auf Rang 8 zu landen.
Auch Aprilia zeigte sich als klare Aufwärtstruppe. Marco Bezzecchi hatte es im Q2 neben Marquez in Reihe 1 geschafft. Nach einem schwachen ersten Start kam er im Sprint nur auf Platz 7, doch im GP arbeitete er sich nach 26 Runden auf Platz 3 vor. Der Trend wurde zudem durch Jorge Martin unterstrichen: Der Spanier war zuvor nach einer XL-Verletzungspause in Brünn zurückgekehrt und erzielte am Plattensee Platz 4 – sein bestes Saisonresultat 2024.
Aus dem Honda-Lager sorgte Luca Marini für einen positiven Akzent. Nach dem direkten Einzug ins Q2 schob er sich im Sprint auf Platz 4 vor und bestätigte seine Stärke am Sonntag mit Rang 5. Damit zeigte sich, dass trotz der besonderen Streckencharakteristik auch Honda-Piloten konkurrenzfähig sein können.
Insgesamt zeichnet sich für die kommenden Rennen ein Bild ab, das sich im Rückspiegel bereits andeutet: Ein enges Match zwischen Aprilia, KTM und Honda ist keine große Überraschung. Und dass Marc Marquez an der Lenkerstummel-Position stets mitentscheidend ist, wurde am Balaton erneut deutlich gemacht.