ALEX MÁRQUEZ GEWINNT SPINT IN BARCELONA, JORGE MARTIN STÜRZT
16 May·

Beim MotoGP-Katalonien-Grand-Prix in Barcelona dominierte am Samstag das Sprint-Rennen: Alex Márquez gewann das 12-Runden-Event und setzte sich gegen die Pole-Position von Pedro Acosta durch. Dahinter prägten mehrere Zwischenfälle und ein unruhiger Tag vor allem das Aprilia-Lager, während der Sprint auch Marco Bezzecchi vor besondere Herausforderungen stellte.
Márquez startete stark und übernahm bereits nach vier von zwölf Runden die Führung. Laut Bericht baute er an Bord seiner Gresini-Ducati einen kleinen Vorsprung auf, musste in den Schlussphasen jedoch erheblichen Druck von Acosta aushalten. Acosta, der als Polesitter ins Rennen gegangen war, kam am Ende auf den zweiten Platz. Fabio di Giannantonio komplettierte das Podium für VR46.
Der Rennverlauf begann mit einem schnellen Start von Acosta: Der KTM-Pilot hielt zunächst die Spitze bis in Turn 1 und wechselte dabei die Linie, um Márquez abzudecken. Gleichzeitig fielen weitere Fahrer früh aus dem Rhythmus. Franco Morbidelli, der von Position zwei gestartet war, rutschte in der Reihenfolge nach hinten. Johann Zarco, der von Platz fünf kam, machte einen besonders guten Start und griff früh nach dem dritten Platz.
Zarco konnte sogar kurzzeitig Márquez überholen und damit den zweiten Rang übernehmen. Danach nutzte Márquez jedoch die Geradeausstärke seiner Ducati, um Zarco wieder zu überholen, und setzte sich anschließend auf die Jagd nach Acosta. In den frühen Runden konnte Acosta das Tempo nicht dauerhaft mitgehen; er fiel hinter Márquez und später hinter Fernandez zurück, der Zarco bereits überholt hatte, nachdem er von Startplatz vier losgefahren war.
In der Schlussphase wurde es erneut eng. Acosta konnte den Rückstand auf Márquez in den letzten Runden deutlich verkürzen: Während Márquez zu diesem Zeitpunkt mit rund sechs Zehnteln führte, halbierte Acosta den Abstand über die nächsten drei Runden. Am Ende entschied sich der Sprint mit einer Differenz von nur 0,118 Sekunden zugunsten von Márquez. Di Giannantonio sicherte sich schließlich den dritten Platz, nachdem er Fernandez in den letzten zwei Runden überholt hatte.
Neben dem sportlichen Kampf um die Spitze war der Sprint auch von mehreren Zwischenfällen geprägt. Für die Aprilia-Werksfahrer verlief der Tag besonders schwierig: Marco Bezzecchi, der die Meisterschaft anführte, konnte im Sprint nur einen Punkt holen. Er war nach einem schweren Sturz im Qualifying nur von Platz 12 gestartet. Im Rennen stieg er zwar zunächst bis auf Rang sieben auf, verlor dann aber an Pace und fiel auf Platz zehn zurück. Erst in der Schlussphase gelang ihm noch die entscheidende Überholaktion: Bezzecchi passierte Enea Bastianini in der letzten Runde in Turn 1 und holte damit den letzten Punkt.
Bezzecchi selbst betonte nach dem Sprint, dass seine Probleme nicht auf eine anhaltende Verletzung vom Qualifying-Crash zurückzuführen seien. Er erklärte, er sei körperlich in Ordnung. Stattdessen machte er vor allem mangelndes Vertrauen in seine Aprilia RS-GP für die Schwierigkeiten verantwortlich. Er räumte allerdings ein, dass der Qualifying-Fehler den Tag „ein wenig“ ruiniert habe, weil ein Start aus dem hinteren Feld das Rennen deutlich komplizierter mache. Der Sturz im Qualifying sei für ihn überraschend gekommen; er habe sich im zweiten Q2-Attacke-Run „ein bisschen“ über das Limit hinaus bewegt.
Auch Jorge Martín hatte einen weiteren Rückschlag: Im Sprint stürzte er nach einem frühen Positionsgewinn und schied aus. Laut Bericht war dies Teil eines insgesamt harten Tages für das Aprilia-Team. Darüber hinaus endeten weitere Rennen vorzeitig: Maverick Viñales schied wegen eines technischen Problems aus, während Joan Mir und Brad Binder nach einem Zusammenstoß in der ersten Runde nicht weiterfahren konnten. Der Unfall soll durch den Kontakt zwischen di Giannantonio und Binder in Turn 1 ausgelöst worden sein, wodurch Binder in die Flugbahn von Mir geriet.
Damit setzte sich am Samstag ein Bild durch, das zwei Ebenen zeigte: vorne ein knapper Sprintkrimi zwischen Márquez und Acosta, hinten ein turbulenter Nachmittag mit Stürzen, technischen Ausfällen und einem Aprilia-Tag, der für Bezzecchi und Martín besonders belastend war. Bezzecchi stellte dabei klar, dass er für den weiteren Verlauf vor allem an Vertrauen und Pace arbeiten will, während Márquez nach seinem ersten Sprint-Sieg seit dem Valencia GP im vergangenen Jahr die Schlagzeilen bestimmte.