MARC MARQUEZ KEHRT ZUM ITALIEN-GP ZURÜCK UND SPRICHT ÜBER „PHYSISCHE LIMITATIONEN“
29 May·

Marc Marquez kehrt nach einer mehrwöchigen Verletzungspause zum MotoGP-Rennbetrieb zurück und steht beim Italienischen Grand Prix in Mugello erstmals wieder auf seiner Ducati-Prototypmaschine. Der siebenfache Weltmeister war zuvor nach einem Sturz beim Le Mans Sprint vor rund drei Wochen operiert worden: Betroffen sind sein rechter Fuß (fünfter Mittelfußknochen) sowie sein rechter Arm. Beim Eintreffen in Mugello trug Marquez einen medizinischen Stiefel am Fuß, und auch im Fahrerlager war seine eingeschränkte Verfassung sichtbar.
In den Tagen vor dem Wochenende hatte Marquez selbst betont, dass er nicht einfach „wie früher“ zurückkehre. In Mediengesprächen am Donnerstag sprach er offen über „physical limitations“ – körperliche Grenzen, die ihn seit Jahren begleiten und die er durch Anpassungen seines Fahrstils kompensieren müsse. Laut Berichten erklärte Marquez, dass er über die letzten vier Jahre gelernt habe, sein Motorradfahren an das anzupassen, was sein Körper aktuell zulässt. Im Vergleich zu seiner Fahrweise 2019 sei das heute ein völlig anderer Ansatz: Er fahre vorsichtiger, versuche das Motorrad stärker zu kontrollieren und arbeite parallel daran, die nötige Mindestfitness zu erreichen, um im Spitzenfeld überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Sein Fokus liege dabei insbesondere darauf, den rechten Arm wieder auf ein Niveau zu bringen, das es ihm erlaubt, auf höchstem Niveau zu fahren und sich mit den jüngeren Fahrern zu messen.
Die Rückkehr ist zudem medizinisch eng begleitet. Ducati hatte angekündigt, dass Marquez nach Mugello reisen werde, um in dieser Woche grundsätzlich starten zu können, allerdings musste er sich vor einer Freigabe einem Check durch das medizinische Team an der Strecke unterziehen. Die Bestätigung zur Teilnahme kam am Donnerstag.
Ein weiterer Bestandteil der Rückkehrgeschichte ist die erneute Operation am rechten Arm. Marquez hatte nach dem Sturz in Indonesien bereits eine Operation angekündigt; nun folgte ein weiterer Eingriff, nachdem sich herausgestellt hatte, dass ein lockerer Schraubenteil seine Beschwerden bzw. seine Funktionsfähigkeit über die Saison hinweg beeinflusst hatte. Er schilderte, dass sein Arm ohne Schmerzen „nachgeben“ konnte und er zunächst keine Warnzeichen gespürt habe. Erst beim Jerez-Test sei klar geworden, dass ein Zusammenhang mit der Schraube und einer Nervenreizung im Bereich der internen Rotation bzw. beim Schließen der Achselpartie bestand. Obwohl es nicht zwingend schmerzhaft gewesen sei, habe es die Funktion „disconnecting“ beeinflusst. Marquez zeigte sich zugleich vorsichtig: Nach jeder Operation stehe der Körper erneut unter Risiko, und das bedeute jeweils einen Nachteil.
Wie sich die Rückkehr im ersten Training anfühlte, wurde am Freitag in der Berichterstattung aufgegriffen. Beim FP1 war Marquez wieder auf dem Motorrad, und MotoGP-Experte Neil Hodgson bemerkte in der TV-Analyse etwas „weird“ (ungewöhnlich) an seinen ersten Runden. Marquez habe in den Anfangsphasen nicht wirklich wie ein Fahrer gewirkt, der attackiert: Er sei „off the pace“ gewesen, habe im Timing am Ende Platz 15 belegt und damit mehr als eine Sekunde hinter der Bestmarke von Fabio Di Giannantonio gelegen. Sein Körper- und Fahrverhalten habe sich laut Hodgson „komplett“ verändert: Zunächst habe er eher „herumgeritten“ statt zu pushen, später habe er jedoch offenbar eine Schulter- bzw. Bewegungsstabilität gefunden und sei dann in einen aggressiveren Modus gewechselt.
Auch die Teamkollegen standen im Fokus. Francesco Bagnaia beendete FP1 auf Platz 8, vier Zehntelsekunden schneller als Marquez. Damit war der Leistungsabstand im ersten Abschnitt der Rückkehrphase deutlich sichtbar, zugleich aber auch erkennbar, dass Marquez nicht einfach „aus dem Nichts“ zurückkommt, sondern sich Schritt für Schritt an das Tempo herantastet.
Parallel dazu wurde Marquez’ öffentliche Einschätzung zur eigenen Rückkehr diskutiert. Laut Motorsport.com hatten sowohl Weltmeisterschaftsführender Marco Bezzecchi als auch Bagnaia Marquez’ Aussage, er sei noch nicht bei seinem besten Level, mit Skepsis betrachtet. Marquez hatte diese Chancenreduzierung nach seiner Operation am Donnerstag in Mugello heruntergespielt. Bagnaia wird dabei mit der Aussage zitiert, dass Marquez’ Rückkehr vor allem darauf beruhe, dass er sich in der Lage sehe, „kämpfen“ zu können.
In der Gesamtwertung ist Marquez’ Titelambition für 2026 derweil klar begrenzt. In den Berichten heißt es, er habe sich selbst bereits aus dem Kampf um den Titel herausgenommen und liege aktuell 85 Punkte hinter dem Spitzenreiter Bezzecchi. Pedro Acosta hatte zudem angedeutet, dass der Wert des Titels für 2026 geringer sein werde, falls Marquez nicht vollständig fit sei. Damit bleibt die zentrale Frage für Mugello: Kann Marquez seine körperlichen Einschränkungen so weit kompensieren, dass er nicht nur zurückkehrt, sondern auch wieder in den Bereich vorstößt, in dem er um Siege mitfahren kann?